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Ein Traum in Rot

Oldtimer in liebevoller Arbeit restauriert Ein Traum in Rot

Wolfgang Götze hat sich einen Traum aus Lack und Leder erfüllt. In liebevoller Kleinstarbeit hat einen Skoda Felicia restauriert. Einst war das Auto vom Rost befallen. Jetzt strahlt er wieder in einem satten Rot. 500 Stunden Arbeit stecken in dem Auto.

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Wolfgang Götze ist in seinen knallroten Felicia verliebt. Jedes Jahr im Frühjahr holt er sein Schätzchen aus der Garage und poliert es auf Hochglanz für Touren durch den Fläming.

Quelle: alle Fotos: Margrit Hahn

Luckenwalde. Seine Augen leuchten, wenn er auch nur in die Nähe seines Skoda Felicia kommt. Und er hat allen Grund stolz zu sein. Schließlich hat Wolfgang Götze einiges dazu beigetragen, dass dieses Prachtexemplar eines Cabrios wieder in altem Glanz erstrahlt. Die Felicia gilt östlich der Elbe als Schönheitskönigin der 1950er Jahre. Kein Wunder, dass sich der 62-jährige Luckenwalder regelrecht in sie verliebt hat.

Begonnen hatte seine Leidenschaft zu Oldtimern allerdings mit einem F8 Baujahr 1951. Als ein Freund ihn bat, ihn nach Neubrandenburg zu begleiten, um einen Skoda Felicia zu begutachten, überlegte Wolfgang Götze nicht lange. Der Freund war von dem Fahrzeug nicht so begeistert, weil sich einige Originalteile nicht in dem Zustand befanden, wie er es sich vorgestellt hatte. Doch Götze hatte Blut geleckt. Und so verkaufte er seinen F8 und erwarb 1989 den Skoda Felicia Super. Doch mit den Jahren wurden das Fahrzeug (Baujahr 1961) nicht besser. Immer mehr Rost fraß sich durch den Lack und auch die Sitze waren mittlerweile ramponiert. Im Winter 2009 entschied sich Wolfgang Götze, seinen Felicia auseinander zu nehmen. Platz hatte er genug. Erst kurz zuvor war eine Firma aus seiner Werkstatt ausgezogen. Also konnte er sich frei entfalten. Sorgen, die Teile nicht wieder zusammenzubekommen, hatte er nicht. Schließlich hatte er Hilfe. Helmut Köhler war einst Automechaniker und auf Skoda spezialisiert. „Allein hätte ich mich auch nicht da rangewagt“, sagt Wolfgang Götze. Selbst die Karosserie wurde erneuert. Dafür fuhr er zu einem Spezialisten in die Nähe von Oberwiesenthal. Auch die Lackierung erfolgte im Erzgebirge. Im März 2011 wurde Hochzeit gefeiert – das heißt: Die Karosse wurde aufs Fahrgestell gesetzt.

Bis dahin hatten die Hobbybastler in Luckenwalde schon mehr als 500 Arbeitsstunden investiert. Fast jeden Tag nach Feierabend schraubte und tüftelte Wolfgang Götze in der Werkstatt. Viele Teile stellte er in mühevoller Kleinarbeit her. Fast schon in den Hintergrund trat sein Hobby, für das ihn viele Luckenwalder kennen: die Musik. Mit der Band „Ohne Filter“ ist der Hobbymusiker des Öfteren auf kleinen Bühnen der Region zu erleben.

Ein paar Fotos von Götzes Traum in Rot:

Insgesamt zwei Jahre dauerte es, bis das Cabriolet wieder fahrbereit war. Genau am 60. Geburtstag des Luckenwalders war es fertig. „Und gleich danach habe ich meine erste ,Biege’ damit gemacht“, erzählt Wolfgang Götze, der nie Zweifel an seinem Unterfangen hatte.

Ehefrau Regina ist keineswegs eifersüchtig auf Felicia. Im Gegenteil: Sie genießt es, an der Seite ihres Mannes bei geöffnetem Verdeck im roten Flitzer durch die Landschaft zu rauschen. Ans Lenkrad möchte sie allerdings nicht. Sie bevorzugt Automatikgetriebe. Der Skoda Felicia hingegen verlangt viel Gefühl. „Beim Bremsen muss man vorher genau gucken, dass man rechtzeitig zum Stehen kommt, denn das dauert etwas länger“, weiß Wolfgang Götze aus Erfahrung. Er könnte zwar mit 120 Kilometer in der Stunde umherdüsen, doch er genießt lieber die Kurven der Landstraße bei 70 bis 80 Kilometer in der Stunde.

Doch jetzt ist Winterschlaf fürs Auto angesagt. Seinem Besitzer ist es nicht nur zu riskant, es bei Eis und Schnee auf einen Kratzer oder Splittschaden ankommen zu lassen. Als Cabrio mit einem – eher wetterempfindlichen – Stoffverdeck ist der Skoda Felicia alles andere als eine kuschelige Winterkutsche. Aber spätestens mit den ersten Sonnenstrahlen im März wird der rote Lack auf Hochglanz poliert und dann geht es wieder auf Tour durch den Fläming.

Von Margrit Hahn

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