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Ein Verein behauptet sich

20 Jahre Förderverein Testgelände Horstwalde Ein Verein behauptet sich

Das historische Fahrzeugtestgelände in Horstwalde sollte nach der Wende eine riesige Versuchsanlage werden. Das hat nicht geklappt – aber der damals gegründete Förderverein ist quicklebendig und kümmert sich um die vor dem Zweiten Weltkrieg errichtete Anlage.

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So sollte sie aussehen, die FKVV mit elf Kilometern Hochgeschwindigkeitsring bis 250 km/h und Fahrdynamikfläche; am unteren Rand. des Modells der Ort Horstwalde,

Quelle: Förderverein FKVV

Horstwalde. Die Ende der 1990er Jahre geplante FKVV, die Fahrbahn-, Kraftfahrzeug- und Verkehrsversuchsanlage Horstwalde, gibt es bis heute nicht; die Industrie schreckte zur Jahrtausendwende letztlich vor der 100-Millionen-Euro-Idee zurück. Doch die Abkürzung, der Förderverein gleichen Namens und die inzwischen denkmalgeschützten Module aus den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg sind geblieben.

 

Hintergrund

Der Verein FKVV wurde 1995 gegründet. Zuerst leitete Peter Scholz die Geschäftsstelle des Fördervereins, ihm folgte Alexander Bier. FKVV-Vorsitzender war bis 2002 TF-Landrat Peer Giesecke, dann sein Vize Holger Lademann (jetzt im Ruhestand).

Seit 2007 sind große Teile der historischen Prüfmodule als militär-technisches Denkmal gelistet, BAM und FKVV arbeiten seither eng zusammen.

Heute kümmert sich der Verein um den Bestandsschutz des Geländes. Mit Veranstaltungseinnahmen werden Strecken und Module denkmalgerecht saniert, die 10800 Jahre alten Parabeldünen rekultiviert. ja

Der Verein mit 30 Mitgliedern feiert gerade seinen 20. Geburtstag. Neben dem Landkreis Teltow-Fläming sowie den Gemeinden Am Mellensee und Nuthe-Urstromtal gehören ihm Privatpersonen an. Und das sind nicht nur reife Herren oder Fahrzeugnarren, jüngstes Mitglied ist zum Beispiel die Sperenbergerin Doreen Schultz. Ihr Vereins-Domizil haben sie in der Baracke am Fuße der berühmten Steigungsbahnen, den bis 65 Prozent steilen Teststrecken – und sie alle setzen sich für „ein lebendes Denkmal FKVV“ ein, wie es Vereinssprecher Klaus Urban nennt. Der ist angestellt beim Mieter des Geländes, der Bundesanstalt für Materialforschung und -entwicklung (BAM). Diplom-Chemiker Urban kennt das Terrain so gut, dass er viele der Führungen über das Testgelände und zu den Erprobungsmodulen der BAM mit Sprengplatz und Falltürmen selbst leitet. Allein 2014 hatte der Förderverein FKVV 145 Veranstaltungen. Klaus Urban erklärt: „Wir stehen hier auf Brandenburgs größtem Flächendenkmal.“ Zu diesem Areal gehört die seit 1871 aufgebaute Heeresversuchsanlage Kummersdorf-Gut. „Damals konnte man in einer Klimahalle die Einwirkung von Hitze und Kälte testen. Als ab 1938 hier die Geländeerprobung dazukam, war es weltweit erstmals möglich, Fahrzeuge unter genormten Bedingungen zu testen.“ Das hieß: Hersteller von Fahrzeugen oder Fahrzeugteilen schickten ihre Produkte auf Verringungsbahn, Schotterstrecke oder über den Schlammparcours. Das ist bis heute so. Nach Weiterentwicklung Jahre später sind Ergebnisse direkt vergleichbar.

Zu DDR-Zeiten wurden dort ab 1965 der hinterradgetriebene W50, ab 1967 der Allrad-W50, später der L60 getestet. Nach dem Mauerfall kamen auch die Ludwigsfelder Mercedes-Transporter zu Testfahrten. Dann beteiligte sich eine Gruppe aus Daimler-Chrysler-Vertretern und vom Amt Baruth erfolgreich an einer Ausschreibung des Bundesforschungsministeriums für eine Verkehrsversuchsanlage. Nach weltweiter Prüfung von 57 Testanlagen reifte die Idee, ein Testgelände aufzubauen. Über Jahre wurde sie unter Regie der Wirtschaftsförderung des Kreises verfolgt. Daraus wurde bekanntlich nichts.

Das Kürzel FKVV steht heute vor allem für Bestandsschutz historischer, aber vielgenutzter Anlagen. „Außerdem bessern wir alle Schäden im Sand der Dünen nach Veranstaltungsende wieder aus, das ist die Absprache mit dem Naturschutz“, so Klaus Urban. Und unbemerkt ist der FKVV eine regionale Wirtschaftsgröße: Dutzende Veranstaltungen lassen Übernachtungszahlen, Catering- und Tankstellenumsätze steigen.

Von Jutta Abromeit

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