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Teltow-Fläming Ein Wald voller Hanfpflanzen
Lokales Teltow-Fläming Ein Wald voller Hanfpflanzen
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00:18 13.08.2017
Benjamin Grossmann sammelt gerne Kräuter im Wald bei Blankenfelde. An einer entdeckte mehrere hundert Hanfpflanzen. Quelle: Fotos: Christian Zielke (2)
Blankenfelde

Aufregung im Wald am Jühnsdorfer Weg in Blankenfelde: Gleich mehrere Blaulicht-Fahrzeuge waren dort am Dienstag im Einsatz. Sie waren auf der Suche nach verdächtigen Pflanzen. Benjamin Grossmann aus Blankenfelde hatte dort beim Spazierengehen mehrere Hundert Hanfpflanzen entdeckt. Er vermutet, dass dort jemand eine Drogenplantage angelegt haben könnte.

Die Polizei gab jedoch schnell Entwarnung. „Es handelt sich zu 99,9 Prozent um Industriehanf“, sagt Uwe Lehmann, Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Teltow-Fläming in Luckenwalde. Von dem Hanf, der als Rauschmittel verwendet wird, unterscheide sich Nutzhanf durch seinen wesentlich schwächeren Geruch. Wenn man die Stiele der Pflanzen bei Blankenfelde zwischen den Händen reibt, konnte man zwar den typisch-harzigen Geruch wahrnehmen. „Echten Hanf riecht man schon auf mehreren Metern Entfernung. Der ist deutlich intensiver“, sagt der Polizeibeamte.

Drogenpflanzen in freier Wildbahn kommen immer wieder vor

Drogenpflanzen in freier Wildbahn sind nicht ungewöhnlich. Erst vor einem Monat hat die Polizei eine Cannabis-Plantage im Raum Niedergörsdorf entdeckt. Spaziergängern waren die Pflanzen in einem Maisfeld aufgefallen. Typisch für illegale Plantagen waren dort die Gießringe im Boden. „Cannabis-Pflanzen brauchen sehr viel Wasser“, sagt Uwe Lehmann. Selbst die reichlichen Niederschläge der vergangenen Wochen reichten nicht aus, um Drogenpflanzen zu züchten, ohne zusätzlich zu gießen.

Dass sich Nutzhanf in freier Wildbahn ausbreitet, ist nicht ungewöhnlich. 49 Sorten dürfen innerhalb der EU angebaut werden. Ihre Fasern werden in der Textil- und Automobilbranche eingesetzt, aus den Blüten wird Öl hergestellt. Wichtigster Unterschied zum Rauschmittel ist der Gehalt des Wirkstoffs THC, der bei der Nutzpflanze bei maximal 0,2 Prozent liegen darf. In den meisten Fällen sind es Vögel, die die Samen in der Natur verbreiten, denn oft enthalten Vogelfutter und Saatmischungen Hanfsamen.

Bauhof-Mitarbeiter gehen den Pflanzen mit schwerem Gerät zu Leibe

Auch wenn die Pflanzen in Blankenfelde harmlos waren, informierte die Polizei die Gemeinde. Nur wenige Minuten später rückte ein Team des Bauhofs mit Freischneidern an und säbelten die Pflanzen nieder. „Wir wollen keinen Anlass zum Meckern geben“, sagt Bauhof-Leiter Jan Bertram. Deshalb, und um den Wald nicht zu einem Anziehungspunkt möglicher Drogentouristen zu machen, habe man schnell gehandelt. Im Gegensatz zum harmlosen Nutzhanf habe man es in diesem Sommer schon mit deutlich gefährlicheren Pflanzen wie dem Riesenbärenklau zu tun gehabt, der bei Berührung gefährliche Hautverbrennungen verursachen kann.

Uwe Lehmann rät ebenfalls, bei verdächtigen Pflanzen die Polizei zu informieren. Eine Ausbreitung wie in Blankenfelde, wo ein ganzer Hügel auf mehreren Dutzend Quadratmetern zugewuchert war, sei ungewöhnlich.

Benjamin Grossmann hält unterdessen nach anderen Kräutern Ausschau. Er kennt fast jede Pflanze am Wegesrand und weiß um ihre heilende oder giftige Wirkung. Ein paar der Hanfblätter und -blüten hatte er sich ebenfalls abgeschnitten und sie zu Hause mit Alkohol aufgegossen. Der selbst gemachte Likör wirke „angenehm entspannend“, sagt er. Das dürfte allerdings weniger am THC sondern eher am Alkohol liegen.

Von Christian Zielke

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