Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Ein einzigartiges Therapieteam
Lokales Teltow-Fläming Ein einzigartiges Therapieteam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:40 28.09.2016
Ein Hund kann therapeutische Wirkung haben. Quelle: Victoria Barnack
Anzeige
Altes Lager

Tiere waren schon immer der Höhepunkt eines jeden Tages von Diana Günther. Als Kind hatte sie verschiedene Kleintiere. Hunde waren damals noch nichts für sie – anders als heute. „Bis ich 15 Jahre alt war, hatte ich sogar Angst vor Hunden“, erzählt sie. Inzwischen kann sie sich kein Leben mehr ohne sie vorstellen. „Die Welpen meiner Tante haben das Eis gebrochen“, berichtet die inzwischen 36-Jährige, die 2012 von der Ostsee nach Altes Lager zog. Ihre positiven Erfahrungen mit Hunden reicht sie nun beruflich weiter.

Einheitliche Ausbildung fehlt

Diana Günther ist gelernte Tierpflegerin und hat mehrere Hundeseminare belegt. Sie besitzt Zertifikate als Hundewelpenberaterin, zum Verhalten von Hunden und zur Rassenkunde. Eine einheitliche Ausbildung, um ein Hundetherapieteam zu bilden, gibt es in Deutschland nicht. Deshalb hat Diana Günther sich und ihre inzwischen acht Hunde lange und mühsam fortgebildet. „Mein Wunsch war es immer, etwas mit Hunden zu machen und dabei Menschen zu helfen“, erklärt sie.

Diana Günther mit ihrem neun Jahre alten Therapiehund Cookie, einem Australian Shepherd, in einem Seniorenheim. Quelle: Victoria Barnack

Über ihre Schwester war sie vor vier Jahren mit der Hundetherapie in Berührung gekommen. „Auf diese Weise mit Mensch und Tier arbeiten zu können, hat mir sofort zugesagt“, erzählt sie. Anfang des Jahres machte sie sich schließlich selbstständig. Als Therapieteam ist sie inzwischen nicht nur in Brandenburg unterwegs. „In Berlin ist die tiergestützte Therapie besonders gefragt“, berichtet Diana Günther. Betreute Wohngruppen und Seniorenheime sind ihre größte Zielgruppe.

„Die Hunde entscheiden schnell, wer ihr Lieblingsmensch ist.“

Alle zwei Wochen ist sie in Zehlendorf. Dort freuen sich die Bewohner vor allem auf die Vierbeiner selbst. „Aber auch die Hunde entscheiden schnell, wer ihr Lieblingsmensch ist, und wissen von Anfang an, wen sie besser meiden“, sagt sie, „Hunde spüren die Angst bei Menschen.“

Die Publikumslieblinge sind bei jungem und altem Publikum gleich. Der Hundenachwuchs aus dem Haus von Diana Günther kommt überall gut an. Wenn sie die Jüngsten zu den Treffen in Seniorenheimen, Förderschulen oder Krankenhäusern mitnimmt, sind so gut wie alle hin und weg.

Diana Günther Quelle: Victoria Barnack

Werden die Hunde älter, muss Diana Günther sie zum richtigen Verhalten erziehen. „Die Ausbildung beginnt bei Hunden ab dem ersten Jahr und dauert circa sieben Monate“, erklärt sie. Die Vierbeiner lernen dabei spielerisch andere Hunde und fremde Menschen kennen sowie Grundkommandos und verschiedene Tricks. „Die kommen vor allem bei Rentnern und Kindern immer gut an“, berichtet sie. Besonders beliebt ist das Niesen auf Kommando. „Meine Hunde sind allergisch auf Männer“, scherzt die Trainerin dann.

Hintergrund

Zum Therapiehund gehört ein Hundeführer mit Berufsausbildung im pädagogischen oder sozialen Bereich.

Die Rasse des Hundes ist irrelevant. Der Charakter des Tieres ist für den Erfolg der Ausbildung entscheidend.

Voraussetzungen für den Beginn der Ausbildung zum Therapiehund sind unter anderen ein einwandfreier Gesundheitszustand, ein Mindestalter von zwölf Wochen und eine tiefe Beziehung zum Besitzer.

Am Ende der Ausbildung steht eine Eignungsprüfung. Sie testet beispielsweise das Sozialverhalten, den Grundgehorsam, die Teamfähigkeit und die Stressbewältigung des Hundes in verschiedenen Situationen, mit ungewohnten Geräuschen, fremden Objekten und Ablenkungen.

Natürlich machen die Sitzungen mit den Therapiehunden nicht nur Spaß; sie beinhalten auch zahlreiche therapeutische Vorteile. „Allein durch die Anwesenheit der Hunde werden viele Menschen gelassener“, sagt Diana Günther, „besonders aktive Schüler werden ruhiger und lernen Rücksicht auf andere zu nehmen.“

Therapiehunde werden auch in der Ergotherapie und der Logopädie eingesetzt. Mehr als 20 Minuten darf der Hund das Programm bei Diana Günther aber nicht aktiv mitgestalten, sonst überanstrengen sich die Vierbeiner mental. Ein Burnout ihrer Schützlinge möchte die 36-Jährige unbedingt vermeiden. „Denn das Wohl der Tiere steht an oberster Stelle“, sagt sie.

Von Victoria Barnack

Seit Jahrzehnten ärgern sich Autofahrer wegen parkender Fahrzeuge über die schlechte Sicht auf den Verkehr. Der simple Vorschlag einer Anwohnerin könnte hier bald schon für Abhilfe sorgen.

28.09.2016

Natur statt Uni oder Ausbildung – ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ist für junge Leute eine Möglichkeit, sich auszuprobieren. Im Waldhaus Blankenfelde hat man seit 20 Jahren Erfahrung mit den „Ökis“. Clara Meyer hat im September ihr FÖJ begonnen.

28.09.2016

Der Wasserzweckverband KMS muss mindestens 17 Millionen Euro an Altanschließer zurückzahlen. Darüber informierte Vorsteherin Heike Nicolaus Dienstag. Gleichzeitig kündigte sie an, dass der Verband möglicherweise ab 2017 gesplittete Gebühren einführen werde. Dazu soll es im November eine große Informationsveranstaltung geben.  

28.09.2016
Anzeige