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Teltow-Fläming Ein geistlicher mit Liebe zur Naturwissenschaft
Lokales Teltow-Fläming Ein geistlicher mit Liebe zur Naturwissenschaft
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04:31 22.04.2016
Richard Horn vor der 700 Jahre alten Dorfkirche von Groß Kienitz. Quelle: Christian Zielke
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Groß Kienitz

Es gab Zeiten, da war es nicht ungefährlich, Pfarrer in Groß Kienitz zu sein. Eine Legende besagt, dass der damalige Pastor Laurentius Tagk im 17. Jahrhundert von der Dorfbevölkerung enthauptet wurde, nachdem er seine Stieftochter getötet hat.

Der heutige Herr im Haus der alten Dorfkirche muss nicht mehr den Zorn der Bevölkerung fürchten. Im Gegenteil. „Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden“, sagt Richard Horn. Er ist seit November Pfarrer in dem Dorf mit knapp 300 Einwohnern. Sein Ziel hat der 53-Jährige klar vor Augen: „Die Gemeinde soll wachsen.“ Nicht nur zahlenmäßig sondern vor allem inhaltlich. Ehrenamtliches Engagement ist ihm besonders wichtig, davon gebe es im Ort schon jetzt sehr viel. Richard Horn hofft, dass sich weitere Menschen finden, die sich unter dem Dach der Kirche für andere einsetzen. Vor allem die vielen Familien mit Kindern, die sich in den vergangenen Jahren in Groß Kienitz niedergelassen haben, möchte er erreichen. Keine leichte Aufgabe, wenn man für sechs Gemeinden zuständig ist. So muss Horn auch noch die Kirchen in Großziethen, Brusendorf, Kiekebusch, Waßmannsdorf und Rotberg betreuen. „Mein Terminkalender ist ganz schön voll“, sagt er. Bisher habe er es geschafft, in jeder Kirche einmal im Monat Gottesdienst zu feiern.

Pfarrer: „Der Urknall ist, Gott bei der Arbeit zuzusehen“.

In seinen Predigten legt Horn Wert auf eine moderne Sprache und aktuelle Themen. „Ich versuche, die typische Kirchensprache zu vermeiden. Man sollte nicht nur in der Vergangenheit stecken“, sagt er. So möchte er die Gottesdienste einladender und interessanter machen. Auch inhaltlich setzt Richard Horn auf Themen, die nicht auf den ersten Blick mit Religion in Verbindung gebracht werden. Sein Hobby, die Naturwissenschaft, spielt immer wieder eine Rolle. Forscher wie Albert Einstein und Stephen Hawking seien für ihn stets eine Inspiration. „Ich lese viel über Kernspaltung und Astrophysik“, sagt er. Schon als Schüler begeisterte er sich für Naturwissenschaft, machte sogar das Abitur in Mathematik und Physik. Dass er den Weg des Glauben beschritt, sei für ihn kein Widerspruch. „Der Urknall ist, Gott bei der Arbeit zuzusehen. Die Wissenschaft beschreibt, wie die Welt ist. Religion sagt, wozu die Welt ist und welche Rolle der Mensch spielt.“ Zudem habe die Wissenschaft ein großes Manko: „Sie redet nicht von Hoffnung“, sagt Richard Horn. Dabei sei es gerade die Hoffnung, die er bei den Menschen wecken möchte. „Die Hoffnung, dass das Leben einen Sinn hat und dass der Tod nicht das Ende ist.“

Manchmal sind es die ganz irdischen Dinge, mit denen sich Richard Horn beschäftigen muss, etwa mit der maroden Mauer rund um die Groß Kienitzer Kirche. Deren Feldsteine bröckeln so kräftig, dass der Ortsbeirat im vergangenen Jahr die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow um finanzielle Unterstützung gebeten hat. Diese soll auch kommen in Form von 10 000 Euro. „Das wäre eine große Hilfe für uns“, sagt Richard Horn.

Info: Richard Horn bloggt unter: https://kircherundumdenflughafen.wordpress.com

Von Christian Zielke

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