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Ein großes Herz für Tiere

Sperenberg Ein großes Herz für Tiere

Beate Busse Bequet und ihr Ehemann Nicholas Bequet führen seit 17 Jahren einen Gnadenhof für Tiere in Sperenberg. Ihr Verein „Tieroase am Regenbogen“ begeht in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. Tiere, die im Gnadenhof ein neues Zuhause gefunden haben, kommen aus Laboren für Tierversuche und Tötungsstationen.

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Kaum haben sich Beate Busse Bequet und ihr Ehemann Nicholas Bequet in den Garten gesetzt, schon eilen ihre Hunde heran.

Quelle: Gudrun Ott

Sperenberg. Beate Busse Bequet und ihr Ehemann Nicholas Bequet führen seit 17 Jahren in Sperenberg  einen Gnadenhof. Es ist ein Vollzeitjob ohne Bezahlung, ohne Freizeit. Ein Leben für die Tiere. Den dazugehörenden gemeinnützigen Verein „Tieroase am Regenbogen“ gründete das Ehepaar sieben Jahre später.

Die Ärmsten der Armen

Mit ihnen leben auf dem 1,5 Hektar großen Grundstück zurzeit zwölf Hunde, sechs Katzen und fünf Mini-Schweine. Tiere, die hier ein neues Zuhause gefunden haben, kommen aus Laboren für Tierversuche, Tötungsstationen oder privaten Haushalten der Region. „Es sind die Ärmsten der Armen, die, die niemand haben will, weil sie alt, krank oder beides sind“, sagt Seniorin Beate Busse Bequet, die viele Jahre in einer internationalen Tierklinik gearbeitet hatte. „Für mich sind Tiere Freunde, und wir Menschen haben kein Recht, gesunde Tiere künstlich krank zumachen, ihnen im Namen der Wissenschaft Leid zuzufügen.“ Diesen Satz spricht Beate Busse Bequet mit Nachdruck, während Cera, Ben, Maurice, Susi, Nico und Otto zum Schmusen in die Gartenecke eilen, wo sich das Ehepaar für einen Moment auf Stuhl und Gartenbank zum Ausruhen niedergelassen hat.

Früher Beginn

Für das Ehepaar beginnt der Tag früh. Um 6 Uhr werden die Tiere gefüttert, anschließend die Ställe gesäubert. Die Gartenarbeit muss warten. Nicholas Bequet, der nach einem Schlaganfall seine Arbeit als Audiosystemtechniker in Berlin aufgeben musste – Geld, das dem Gnadenhof fehlt – will noch die Wiese mähen und in der Mittagspause per Computer die letzte Tierarzt-Rechnung bezahlen und die Futtermittelkosten begleichen.

Am Nachmittag geht es mit Cera in eine Berliner Tierklinik. Die Beagle-Hündin hat einen Tumor am Bauch, der entfernt werden soll. „Wir hoffen, die Geschwulst ist genauso gutartig wie die, die Cera vor zwei Jahren am Bein hatte“, sagt Nicholas Bequet. Cera ist 13 Jahre alt und lebt seit zwei Jahren auf dem Hof. Sie kommt aus einem privaten Ludwigsfelder Haushalt. Die Familie erlitt einen schweren Schicksalsschlag und konnte die Hündin nicht mehr behalten.

Vielleicht der letzte Sommer

Das Leben des 13-jährigen Laufhundes Otto wäre wegen seines verkrüppelten Vorderbeines vor zehn Jahren auf Mallorca beinahe in einer Tötungsstation beendet worden. Er ist ein treuer Freund, der seine Dankbarkeit dadurch ausdrückt, dass er jede Gelegenheit nutzt, um maximale Nähe zu erlangen. Beate Busse Bequet fürchtet, es könnte Ottos letzter Sommer werden, denn der Rüde, der auch an Arthrose und Rheuma leidet und teure Tabletten bekommt, wird immer schmaler.

Das Ehepaar leistet auch Hospiz-Arbeit und begleitet die Tiere auf ihrem letzten Lebensabschnitt. Sie haben in all den Jahren von vielen Tieren Abschied nehmen müssen und doch tritt keine Gewöhnungseffekt ein. Im Gegenteil. Mit jedem Tier werde es schwerer. „Wer ein Tier übernimmt, der übernimmt Verantwortung und die endet erst mit dem Tod des Tieres“, sagt das Ehepaar. Über finanzielle Hilfe, Spenden und Tierpatenschaften würden sich die beiden Betreiber des Gnadenhofes freuen.

www.tieroaseamregenbogen.de

Von Gudrun Ott

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