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Ein unabhängiger Kopf will ins Rathaus

Bürgermeisterwahl in Ludwigsfelde Ein unabhängiger Kopf will ins Rathaus

Am 20. September wird in Ludwigsgfelde ein neuer Bürgermeister gewählt. Die MAZ begleitet alle Kandidaten an einem Wahlkampftag, so auch Jens Wylegalla. Der 37-jährige Einzelbewerber ist der jüngste der Bewerber um den Spitzenposten im Rathaus. Er will als unabhängiger Kopf dort einziehen.

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Jens Wylegalla (l.) stellt sich beim Markt auf dem Ludwigsfelder Rathausplatz vor.

Quelle: Gudrun Ott

Ludwigsfelde. Jens Wylegalla ist erst 37 Jahre alt, und damit der jüngste der vier Bürgermeisterkandidaten in Ludwigsfelde. Wylegalla, studierter Politologe und seit neun Jahren als Unternehmer im Messe- und Ladenbau europaweit unterwegs, sieht sich nicht an Parteiinteressen gebunden. Das ist ihm wichtig. Außerdem sorgt er seiner Meinung nach unabhängig von Wahlen für kommunalpolitische Kontinuität. Der Ludwigsfelder in dritter Generation engagierte sich bereits als Gymnasiast für seine Stadt. Es war seine Idee vor rund 20 Jahren gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter dafür zu sorgen, dass Radfahrer sich gefahrlos zwischen Ludwigsfelde und Siethen bewegen konnten. Dabei hatten sie vor allem Schüler im Auge. Das Ergebnis ihrer zähen Bemühungen ist ein asphaltierter Radweg, der sich fortan wachsender Beliebtheit erfreute. Durchgesetzt hat er ihn beim Landesbetrieb Straßenwesen.

„Wem gehört die Stadt – uns gehört die Stadt“

Diese kräftezehrende Aktion könnte durchaus als Markenzeichen des Jens Wylegallas gelten – praktisch, direkt, ergebnisorientiert. Bei seinem Wahlkampf um das Bürgermeisteramt wird er durch den Landesverband BVB/Freie Bürger unterstützt. Und wie die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen wirbt auch Jens Wylegalla für eine stärkere Mitbestimmung der Bürger. „Wem gehört die Stadt – uns gehört die Stadt“, ist das Motto. Also müssten die Bürger ihre Interessen definieren und durchsetzen, und zwar gemeinsam.

Der Ausbau der Straßen ist ihm ebenso wichtig, wie die Bekämpfung des Lärms. „Auf die Autobahnbrücke gehört der sogenannte Flüsterasphalt“, erklärt er bei einem Besuch auf dem Markt einer Ludwigsfelderin, die in der Nähe der Autobahn wohnt und über die zunehmende Verlärmung der Stadt klagt. Angemessene Durchfahrtsgeschwindigkeiten seien unabdingbar und müssen durchgesetzt werden, so Wylegalla. Auch die Bahn müsse das Tempo ihrer Züge in Stadtnähe drastisch verringern. Er ist überzeugt, dass ein Nachtflugverbot ohne Ausnahmegenehmigungen durchgesetzt werden kann, und weiß sich eins mit tausenden von Bürgern im Umfeld des BER.

Zur Person


Jens Wylegalla ist 37 und lebt mit seiner Freundin Juliane Winkler seit sieben Jahren im Ortsteil Ahrensdorf.

Studiert hat der Unternehmer Politikwissenschaften und Geschichte.

Auf einem im Ahrensdorfer Landschaftsschutzgebiet gepachteten Feld baut der begeisterte Hobbykoch ohne chemische Düngemittel unter anderem Gemüsesorten an, die vom Aussterben bedroht sind. Darunter sind zwölf Tomatensorten und viele Kräuter.

Vor zwei Jahren hat er mit dem Vertrieb seiner Produkte begonnen.

Sich den Herausforderungen der Zukunft mit Herz und Verstand zu stellen, lautet seine Devise. Nicht wegducken, sondern sich engagieren. „Zu stärken ist die Kompetenz der Stadt und ihrer Ortsteile, dazu gehören Förderungen der Vereine, wie die freiwilligen Feuerwehren, die Sportvereine sowie die Kultur- und Bildungsträger“, so der Kandidat. „ Ich stehe aber auch für eine bessere Verkehrsanbindung der elf Ortsteile an die Stadt ein“, sagt er zwei Jugendlichen, die mit den Fahrrädern am Bahnhof ankommen. Sie sind aus Groß Schulzendorf und froh, dass der vom Wetterbericht vorhergesagte Regen ausblieb.

Kritischer, aber dennoch geschickter Vermittler

Jens Wylegalla kennt das Problem aus eigener Erfahrung. Nicht nur einmal hat der Ahrensdorfer den Weg in die Kernstadt zu Fuß zurückgelegt. „City-Busse angemessener Größe müssen die Ortsteile mit dem Stadtzentrum verbinden“, sagt er. „Insbesondere für ältere Menschen, die nicht mehr Auto fahren können, sollte die Stadt mit ihren medizinischen und kommunalen Einrichtungen erreichbar sein. Auch das Modell Ruf-Bus kann ich mir gut vorstellen. Natürlich muss das durchgerechnet sein.“

Seine langjährige Lebensgefährtin Juliane Winkler beschreibt Jens Wylegalla als kritischen und dennoch geschickten Vermittler, der selbst in schwierigen Situationen einen Konsens herzustellen versteht. Weil viele Entscheidungen in der Kommune, in Stadt und Kreis von Hauptverwaltungsbeamten getroffen werden, braucht es dort mehr unabhängige Köpfe, heißt es beim Landesverband BVB/Freie Bürger zur Kandidatur von Jens Wylegalla.

Von Gudrun Ott

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