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Einblicke in Produktion und Pflege

Teltow-Fläming Einblicke in Produktion und Pflege

Arbeitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Linke) besuchte am Mittwoch den Landkreis Teltow-Fläming. Dort besichtigte sie in Ludwigsfelde und Luckenwalde verschiedene Unternehmen und Ausbildungsstätten. Hauptthema war die Bekämpfung der noch vorhandenen Arbeitslosigkeit und die Fachkräftesicherung für die „Powerregion“ Teltow-Fläming.

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Almuth Hartwig-Tiedt (2. Reihe l.) und Kornelia Wehlan (2. Reihe r.) mischten sich beim Flashmob im Seelenbinder-Stadion unter die sportlichen Pflege-Schüler.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde/Ludwigsfelde. Solch sportliche Termine hat Almuth Hartwig-Tiedt (Linke) selten in ihrem Programm. Innerhalb ihrer arbeitspolitischen Tour durch den Landkreis Teltow-Fläming besuchte Brandenburgs Arbeitsstaatssekretärin am Mittwoch auch die Schule für Gesundheitsberufe in Luckenwalde. Deren 130 Schüler zelebrierten gerade die Siegerehrung beim traditionellen Sportfest im Werner-Seelenbinder-Stadion. Für ihre Gäste inszenierten die angehenden Krankenschwestern, Krankenpfleger und Altenpfleger gern noch einmal den einstudierten Flashmob auf dem Rasen.

Keine Berührungsängste – die Kommunalpolitiker und Schüler rückten eng zusammen

Keine Berührungsängste – die Kommunalpolitiker und Schüler rückten eng zusammen.

Quelle: Elinor Wenke

Almuth Hartwig-Tiedt und Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) ließen sich nicht lange bitten und bewegten sich nach dem Vorbild der Vorturnerinnen Maxi und Sarah rhythmisch in der Masse mit – bei 25 Grad und gleißender Sonne. „Ich mach’ zwar jeden Dienstag Gymnastik beim SC Potsdam“, sagte Hartwig-Tiedt, Tochter einer Sportlehrerin, „aber einen Flashmob kannte ich noch nicht.“

Die Altenpflegeklasse im zweiten Lehrjahr hat beim Sportfest den Wanderpokal errungen

Die Altenpflegeklasse im zweiten Lehrjahr hat beim Sportfest den Wanderpokal errungen.

Quelle: Elinor Wenke

Hauptsächlich ging es bei ihrem Besuch aber um die Arbeitsmarktsituation in der Kranken- und Altenpflege. „Land, Landkreis und Stadt setzen sich dafür ein, dass Sie bald eine neue Schule bekommen“, sagte Hartwig-Tiedt. „Wir sind alle dafür“, stimmte Lehrerin Ursula Wrosch zu. Kornelia Wehlan wie auch Schulleiterin Gabriele Peisker bestätigten, dass die derzeitigen Räumlichkeiten im DRK-Krankenhaus schon von der Größe her alles andere als optimal sind. „Solche Arbeitsgespräche mit dem Ministerium sind wichtig“, sagte Wehlan, „weil wir dort andocken, wo wir künftig die Betriebserlaubnis für die neue Schule bekommen.“

Andreas Igel (l), Jochen Rink und Almuth Hartwig-Tiedt in der Gestamp Umformtechnik GmbH in Ludwigsfelde

Andreas Igel (l.), Jochen Rink und Almuth Hartwig-Tiedt in der Gestamp Umformtechnik GmbH in Ludwigsfelde.

Quelle: Gudrun Ott

„Sie werden in der Pflege dringend gebraucht“, versicherte Hartwig-Tiedt den angehenden Fachkräften. „Wir hoffen, dass Sie einen guten Abschluss erreichen und einen vernünftigen Arbeitsplatz finden.“ Applaus erhielt sie für ihre Ankündigung, man werde sich für höhere Tarife und eine bessere Bezahlung in der Pflege einsetzen.

Umstritten ist laut Staatssekretärin die geplante gemeinsame Pflegeausbildung für Kranken-, Kinder- und Altenpflege. „Wichtig ist aber jetzt, dass Sie sich mit Ihren Kompetenzen einbringen“, appellierte Almuth Hartwig-Tiedt an die künftigen Gesundheits-Fachkräfte.

Rundgang durch den Betrieb der Gestamp GmbH

Rundgang durch den Betrieb der Gestamp GmbH.

Quelle: Gudrun Ott

In Ludwigsfelde informierte sich Hartwig-Tiedt in der Gestamp Umformtechnik GmbH sowie im Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAL) über Ausbildung und Fachkräftesicherung. Mit dabei waren neben Kornelia Wehlan auch Bürgermeister Andreas Igel (SPD), Referatsleiterin Alexandra Bläsche sowie weitere Politiker und Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung.

Gestamp-Werkleiter Jochen Rink stellte den Betrieb mit seinen etwa 400 Mitarbeitern vor. Er erläuterte das Warmformverfahren, die Fertigung von Metallkomponenten für Schwerpunktkunden wie Mercedes, Audi und Volkswagen und er sprach von enormen Kostenstrukturen. Gestamp ist ein spanisches Unternehmen mit einer Zentrale in Madrid und einem Mutterkonzern in Poznan.

Kommunal- und Landespolitiker im Unternehmen Gestamp

Kommunal- und Landespolitiker im Unternehmen Gestamp.

Quelle: Gudrun Ott

Die Staatssekretärin fragte nach dem Konkurrenzkampf innerhalb des Konzerns. „Wir machen hier am Standort keinen Gewinn, wir arbeiten kostendeckend und können froh sein, wenn wir die 400 Arbeitsplätze halten“, antwortete der Werkleiter. Gestamp biete weder in Spanien noch in Polen eine Berufsausbildung. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, so Jochen Rink. Gestamp Ludwigsfelde wirbt für die technischen Berufe insbesondere an den Schulen. Schon Zwölf- bis 16-Jährige könnten bei einem Praktikum Auslandskompetenz erwerben, hieß es.

In einem Pressegespräch zum Abschluss ihrer Kreisreise lobte die Staatssekretärin die gute Vernetzung von Arbeitsverwaltung, Jobcenter, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen und dem Landkreis. Als gutes Beispiel nannte sie die Jugendberufsagentur. Die Voraussetzungen seien da, so Hartwig-Tiedt, um neue Fachkräfte auszubilden oder umzuschulen.

Gute Perspektiven für Jugendliche in der Region

Das setze aber auch voraus, dass man überhaupt Arbeitskräfte zur Verfügung hat. So soll den die hier aufwachsenden Jugendlichen aufgezeigt werden, dass es sich lohnt, hier zu bleiben, weil man hier gut arbeiten und gutes Geld verdienen kann. Das gelte ebenso für mögliche Arbeitskräfte aus Berlin, denen man hier eine Perspektive bieten könne. Ebenso sei hier gesichert, dass Arbeitsmarktprogramme genutzt werden, zum Beispiel zur Qualifizierung oder zumindest zur öffentlich geförderten Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen. Das sei immer noch besser als die noch vorhandene Arbeitslosigkeit zu finanzieren.

Landrätin Kornelia Wehlan betonte aber, dass man sich hier zwar in einer „Powerregion“ befinde, was aber zugleich Probleme hervorbringe, wie mit dem weiteren Wachstum umzugehen ist. „Dieser Wirtschaftskorridor bedarf der besonderern Aufmerksamkeit des Landes“, so Wehlan. Die Kommunen dürften mit dem Ausbau der Infrastruktur wie der Schaffung von Wohnraum, Kitas und Schulen nicht allein gelassen werden.

Von Elinor Wenke, Gudrun Ott, und Hartmut F. Reck

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