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Teltow-Fläming Eine Anlaufstelle für alle Firmengründer
Lokales Teltow-Fläming Eine Anlaufstelle für alle Firmengründer
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09:05 13.11.2016
Die drei Existenzgründer Sven Krauskopf (l.), Janka Pirscher (M.) und Anke Heimburger (r.). Dazwischen Gründungsberater Thorsten Jahnke und Lotsendienstleiterin Steffi Weit. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Womit man so alles sein Geld verdienen kann! Etwa mit gruseligem Totenschädeldesign. Oder mit einem Kleintransporter voller Brillen. Oder mit einer Weinstube am Stadtrand. Das sind nur drei Beispiele für Geschäftsideen, die mit Hilfe des Lotsendienstes Teltow-Fläming zu einer tatsächlichen Geschäftsgründung geführt haben.

Gründe für die Gründung einer selbstständigen Existenzgrundlage gibt es genügend: raus aus der Arbeitslosigkeit oder aus dem gegenwärtigen Job, flexiblere Zeitgestaltung zugunsten der Familie oder zurück ins Berufsleben nach längerer Familienpause. Dabei hilft seit 2007 Steffi Weit vom Lotsendienst, der beim Amt für Wirtschaftsförderung des Kreises Teltow-Fläming angesiedelt ist.

Qualität der Beratung soll steigen

Dabei gab es schon eine enge Zusammenarbeit mit Kreishandwerkerschaft und der Industrie- und Handelskammer (IHK). Nun soll die Qualität der Gründungsberatung noch gesteigert werden, um noch mehr Gründungsinteressierte vor Ort beraten und begleiten zu können. Dazu schließen sich vier Projekte zusammen, die mit Unterstützung des Projektträgers „Social Impact“ eine gemeinsame Anlaufstelle gründen. Sie nennt sich „Gründung inklusiv(e)“ und ist in den Räumen des Amts für Wirtschaftsförderung in der Zinnaer Straße 34 neben dem Kreishaus in Luckenwalde untergebracht.

Bei der Eröffnung während der Wirtschaftswoche des Kreises betonte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke), dass es sich dabei um eine freiwillige Aufgabe des Kreises handelt, das Projekt aber zu 100 Prozent gefördert werde. Die Personalkosten trage aber der Kreis. Geleitet wird die gemeinsame Anlaufstelle von Gründungslotsin Steffi Weit. Das Besondere daran sei, sagte sie, dass die Beratungen kostenlos sind. Zwei Drittel der Ratsuchenden seien arbeitslos, „die können sich ein professionelles Coaching gar nicht leisten“, so Weit.

Gründer-Erfahrungen mit Grafiken und Brillen

„Gründung inklusiv(e)“ sei eins der ersten Projekte, die nicht eine einzelne Zielgruppe suchen, „sondern alles zusammenbringen“, sagte Thorsten Jahnke von „Social Impact“. Eine dieser Zielgruppen sind behinderte Menschen. Es sei ein Vorurteil, dass sie nicht so belastbar seien wie Nichtbehinderte, meinte Manfred Radermacher von „Enterability“. Als Selbstständige hätten sie die Möglichkeit, zur Krankheitsbewältigung ihre Arbeitszeit und die Pausen selbst zu bestimmen. Aber für sie sei es recht schwer, Kunden zu finden.

Kunden hat Sven Krauskopf aus Ludwigsfelde bereits, vor allem aus seiner früheren Wrestler-Zeit. Seit er aber am schmerzhaften Morbus Crohn erkrankt und abgemagert ist, landete er ohne Schulabschluss schnell in der Arbeitslosigkeit. Mit seinem zeichnerisch-künstlerischen Talent hat er sich aber vor allem in der Wrestlerszene mit seinen Totenschädel-Tattoos einen Namen gemacht. Unter dem Firmennamen „ZyArt Design“ entwirft er Logos, Visitenkarten, Plakate, Layouts und vieles mehr. Totenschädel mögen zwar nicht jedermanns Geschmack sein, räumt der 29-jährige Familienvater ein, „aber ich male auch Blümchen und Schmetterlinge“, sagf er: „Ich möchte unabhängig sein, Geld verdienen und nicht von Hartz IV leben.“

Netzwerk „Gründung inklusiv(e)“

Das Netzwerk „Gründung inklusiv(e)“ unterstützt alle Gründungsinteressierten. Dazu gehören:

Lotsendienst Teltow-Fläming: Beratung für alle Interessierten im Kreis.

Lotsendienst für Migranten als Gründungsunterstützung für alle Menschen mit Migrationshintergrund.

Enterability richtet sich an Gründungsinteressierte mit Behinderung.

Enterprise – Deine Gründungswerkstatt richtet sich an junge Leute.

Unterstützung vom Lotsendienst erhielt auch Janka Bürscher aus Groß Schulzendorf. Die Augenoptikerin kam auf die Idee, mit einem Transporter als mobilem Brillengeschäft übers Land zu fahren, „also dorthin, wohin ich gerufen werde“, sagt sie. Das Geschäft läuft seit einem halben Jahr. „Ich kann die Termine so planen, wie ich es brauche“, sagt Janka Bürscher, „und habe mein Ziel erreicht: mehr Zeit für mich und meine Familie.“

Mit 50 Jahren wagt sich nun auch Anke Heimburger aus Luckenwalde in die Selbstständigkeit. Auf ihrem Dreiseithof am ländlichen Stadtrand hat sie einen Weinhandel „Vino e Letto“ („Wein und Bett“) gegründet. Dort verkauft sie Weine aus der Toscana direkt von drei kleineren Winzern, betreibt in dieser Sache auch einen Onlinehandel und schenkt vor Ort aus, macht Weinverkostungen und bietet eine Ferienwohnung an.

Von Hartmut F. Reck

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