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Eine Erfolgsgeschichte

Blankenfelde Eine Erfolgsgeschichte

Vor 25 Jahren wurde der Kulturverein Blankenfelde gegründet. Heute betreibt er mit der Alten Aula eine wichtige Kulturinstitution in der Region. 1996 übernahm der Verein die ehemalige Zentralschule. Am Wochenende wird nun gefeiert.

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Die „Alte Aula“ mit dem Eingangsrelief, gestaltet von den Künstlern Ronald Paris und Jan Skuin.

Quelle: Gudrun Ott

Blankenfelde. Der Kulturverein Blankenfelde feiert am 1. November sein 25-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er 1991 von Horst Thiele, Bernd Heimberger, Arno Neumann, Regine Risse, Heike Richter-Focke, Heidtraut Helbig und Helga Hinz. Damals war man noch nicht im Besitz des Hauses „Alte Aula“, die heute das Zentrum des Vereins bildet. Die ehemalige, nicht mehr genutzte Zentralschule übergab der damalige Amtsdirektor Dietmar Klemt 1996 dem Kulturförderverein mit den Worten: „Nehmt sie und macht was draus.“ Und das, was die vielen engagierten Mitglieder in 25 Jahren daraus gemacht haben, kann sich wahrhaftig sehen lassen.

Materielle Unterstützung gab es von der Gemeinde, vom Kreis und von der Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft (Wobab). Dass der teure Flügel im Festsaal der Alten Aula verbleiben konnte, dazu trugen Leute aus der Region und Berliner Bürger bei. Die erfolgreiche Spendenaktion für das Musikinstrument, an der sich auch Betriebe beteiligten, wurde durch ein Benefizkonzert des „Tauthaus-Ensembles“, das sind Hanna Dippner und Familie, entfacht.

Anwesen ist ein Kleinod

Die „Alte Aula“ mit dem angrenzenden „Aula-Park“, in dem die Granitstufen und die Säulen des alten Schlosses ihren Platz gefunden haben, der eine Naturbühne und als einzigartiges Naturdenkmal eine zweihundert Jahre alte Linde besitzt, gestalteten vor allem Bernd Heimberger und Hannelore Pappschik. „Das Anwesen ist ein Kleinod für Blankenfelde, für die Großgemeinde“, sagt Siegrid Sohr, seit Januar 2015 Vorsitzende des Kulturvereins und seit 15 Jahren Vereinsmitglied. „ Wir haben es der unermüdlichen Arbeit, der gedanklichen Konzeption und dem Engagement Bernd Heimbergers zu verdanken“, so Sohr weiter.

Heimberger, Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR und nach der Wende Gemeindevertreter in Blankenfelde-Mahlow, wollte eigentlich nie wieder einem Verein beitreten. Aber sein Herz hing so sehr an Blankenfelde, dass er nicht umhinkam, es noch einmal zu versuchen. Er konnte gar nicht anders. Über viele Jahre stand er dem Kulturverein vor, initiierte die „Blankenfelder Begegnungen“, von denen er bis zu seinem Tod vor drei Jahren mehr als 50 vorbereitete und moderierte. Fachkundig und einfühlsam führte er die Teilnehmer an Orte von geschichtlicher Bedeutung.

Ausstellungsräume und Archiv

Die „Alte Aula“ birgt heute ein heimatgeschichtliches Archiv, die Gagfah-Ausstellung und nun bereits im zweiten Jahr auch eine Ausstellung von Küchenutensilien der Altvorderen und hat Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen.

Gebäude und Park sind im weitesten Sinne geschichtsträchtig. Die „Alte Aula“ wurde als Schulhaus auf den Grundmauern des Gutshauses derer von der Liepe errichtet. Vermutlich war dieses älter als die Schmiede von 1540. Nach dem Tod von Gustav Alexander von der Liepe wurde das Anwesen 1824 von der Familie Haeseler erworben und umgebaut. Die Tochter, eine Lyrikerin und Erzählerin, heiratete Bodo von Hülsen, der lange Intendant des königlichen Schauspielhauses am Gendarmenmarkt war. Konzerte und literarische Abende gehörten zum Selbstverständnis der Familie. Später kaufte der Berliner Verleger Ludwig von Schaeffer-Voit das Gutshaus und ließ es zu einem Neorenaissance-Schloss umbauen. Seine Tochter Clara von Wartensleben gilt als die längste Schlossherrin. Auch bei ihr waren Literatur und Musik zu Hause.

Relief von bekannten Künstlern

Dass das Haus heute wieder ein Ort der Kunst und Kultur ist, ist dem leidenschaftlichen Engagement des Kulturvereins zu verdanken. Der Maler Ronald Paris und der Metallbildhauer Jan Skuin gestalteten das Relief am Eingang des Gebäudes, das auf die hier wohnenden Künste hinweist. Skuin und Paris waren 1998 auch die ersten Künstler, die hier ausstellten. Im selben Jahr wurde die Leihgaben-Galerie (Leiga) eingeweiht.

Der Kulturverein mit seinen 63 Mitgliedern begeht sein Jubiläum am 30. Oktober um 17 Uhr mit einem Fest der Rhythmen. Es ist ein hochkarätiges Jubiläumskonzert mit Silvio Schneider und El Macareno, einem Star auf der Flamenco-Gitarre aus Spanien. Am 1. November werden ab 10 Uhr Führungen durchs Haus und durch die Jubiläumsausstellung von Paris und Skuin angeboten. Ab 16 Uhr steht Ronald Paris für ein Künstlergespräch zur Verfügung. Am Abend dann eine Festveranstaltung für geladene Gäste, und am 11. November enden die Festlichkeiten mit Jazz-Latino und Weltmusik der Gruppe „Caminho“ aus Dresden.

Von Gudrun Ott

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