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Eine Tracht mit vielen Varianten

Traditionelle Kleidung Eine Tracht mit vielen Varianten

Die Flämingtracht ist äußerst vielfältig. Jedes Dorf, jede Stadt hatte ihre eigenen Varianten und Farben. Das hat Marlies Koppehele nun bei einer Veranstaltung in Kloster Zinna den Besuchern erläutert. Die Jüterbogerin beschäftigt sich seit 25 Jahren mit der traditionellen Tracht des Flämings – und zeigte auch, wie man die Kleider richtig trägt.

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Marlies Koppehele erklärte in Kloster Zinna, wie man eine Flämingtracht richtig trägt.

Quelle: Victoria Barnack

Kloster Zinna. Vielfältig und wandlungsfähig erscheint die Flämingtracht. Das ist es, was auch Marlies Koppehele so an ihr fasziniert. Die Jüterbogerin beschäftigt sich mittlerweile seit 25 Jahren mit den Kleidern der früheren Einwohner ihrer Heimat. Und das ist nur die offizielle Zahl. Denn eigentlich hat sie schon viel länger mit der flämischen Tradition zu tun. Ihr Wissen teilte Marlies Koppehele am Sonntagnachmittag mit einem neugierigen Publikum in Kloster Zinna.

Mitgebracht hatte sie dafür auch ihren Ehemann Charles, der sich mittlerweile genauso gut mit der Tracht auskennt. Beide sind Mitglieder im Verein Fläming-Freunde und setzen sich für das Fortbestehen des traditionellen Trachtentragens ein. Am Sonntag erklärten beide gemeinsam, wie man die Flämingtracht richtig trägt und was sie über ihre Trägerin verrät. „Was wir heute noch kennen, ist eigentlich nur ein Rest der großen Trachtenvielfalt hier in der Region“, erklärte sie. Bis heute überlebt haben lediglich die Varianten aus den Dahmer Dörfern und vom Ländeken. „Wir wissen aber, dass man in der Jüterboger Gegend traditionell hellgrüne Tücher trug“, sagte sie, „bei Dahme wurde Schwarz bevorzugt.“

Auch bei der Kopfbedeckung unterschieden sich die Jüterboger Trachten von den anderen Varianten, die bis nach Wittenberg und Herzberg verbreitet waren. „Eine Hille trug man hier zum Beispiel nicht“, so Marlies Koppehele, obwohl das meist dunkle Kopftuch mit Blumenmuster eigentlich fester Bestandteil der Kleidung war.

„Aber es gibt nicht die eine Flämingtracht, von der man sagen kann, dass sie die einzig richtige ist“, stellte die Expertin klar. Vor allem Farben und Musterung änderten sich fast von Dorf zu Dorf. Im Ländeken variierten die Anwohner gern die Dicke der grünen Längsstreifen; im Jüterboger Raum wurden dafür unterschiedliche Farben genutzt. „Das ist es, was mich so fasziniert“, sagt Marlies Koppehele. Außerdem verriet die Farbe des Rockes einiges über seine Trägerin. „Bis zum 40. Lebensjahr war sie rot“, erklärte sie, „danach grün.“ Hinzu kamen Verzierungen durch Rosen, die das Alter über 40 in Fünf-Jahresabständen genauer definierten. „Von 40 bis 45 waren es noch rote Rosen, die später blau oder lila wurden und schließlich grün waren wie der Rock“, erläuterte die Fachfrau.

Marlies Koppehele selbst erschien in einer schwarz-weißen Flämingtracht. Sie wurde nur an kirchlichen Feiertagen getragen und „ist auch ein bisschen zum Angeben da“, so die Jüterbogerin. Ins Staunen gerieten die Gäste in Kloster Zinna allerdings erst, als sie ihre Unterröcke präsentierte und erklärte, dass diese für den Sommer gedacht waren. „Aber mehr als schwitzen kann man eben auch nicht“, schmunzelte sie.

Zum Abschluss des Vortrages gab es die wichtigsten Regeln zum Tragen einer Tracht: „Eine Tracht gehört immer in eine Region!“, heißt es da beispielsweise oder: „Eine Tracht muss komplett getragen werden!“

Von Victoria Barnack

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