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„Eine ganz hinterlistige Sache“

Unmut über Flüchtlingsunterkunft in Rangsdorf „Eine ganz hinterlistige Sache“

Fast im Eiltempo hat die Gemeinde Rangsdorf Container für 60 Flüchtlinge am Kurparkring aufgestellt. Nun gibt es Widerstand von Anwohnern. Sie fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt und fürchten, dass es bald noch mehr Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft werden könnten. Das bestreiten Gemeinde und Landkreis.

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Von Januar an sollen 60 Flüchtlinge in den Containern am Kurparkring untergebracht werden.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Seit Donnerstag stehen die Container am Kurparkring in Rangsdorf in Reih und Glied. Arbeiter haben am Mittwoch begonnen, den Zaun aufzustellen. Anfang Januar sollen 60 Flüchtlinge in die eilig aufgebaute Containersiedlung einziehen.

Doch es regt sich Protest. Viele Anwohner fühlen sich schlecht informiert. Die MAZ hat sich mit vier von ihnen getroffen. Sie wollen nicht, dass ihre Namen in der Zeitung stehen, weil sie befürchten, angefeindet zu werden. „Man traut sich kaum noch, offen seine Meinung zu sagen“, sagt ein Herr im Rentenalter. Er habe im Oktober aus der MAZ von den Containern erfahren. „Das war eine ganz hinterlistige Sache“, sagt er und vermutet, dass die Gemeinde die Anwohner absichtlich nicht informiert habe, damit es keine Proteste gibt.

Noch größer wurde die Aufregung, als Jan Hildebrandt (SPD), der Vorsitzende der Gemeindevertretung bei der Sitzung des Migrationsausschusses für eine konzentrierte Unterbringung von Flüchtlingen in Rangsdorf aussprach. Schnell machte das Gerücht von bis zu 400 Flüchtlingen am Kurparkring die Runde. Jan Hildebrandt fühlt sich missverstanden. Er sei zwar für eine konzentrierte Unterbringung, weil sich die Menschen dort besser betreuen lassen und weil nach derzeitigen Vorschriften für 120 Menschen ein Sozialarbeiter zur Verfügung steht. Bei kleineren Einheiten müssten Sozialarbeiter pendeln.

Ginge es nach ihm, hätte man in Rangsdorf alle Flüchtlinge auf dem Gelände an der Seebadallee untergebracht. „Die 300, die wir dieses und nächstes Jahr aufnehmen müssen, wären händelbar“, sagte Hildebrandt. Die Mehrheit in der Gemeindevertretung sei jedoch anderer Ansicht, deshalb gebe es nun den Standort am Kurparkring. „Wir wollten keine Unterbringung in Turnhallen“ , rechtfertigt er die schnelle Entscheidung. Für die Kritik der Bürger an der Informationspolitik hat er Verständnis. „Das ist nachvollziehbar und berechtigt“, sagte er. Im Migrationsausschuss hat er den Anwohnern mehrmals ein persönliches Gespräch angeboten – jedoch ohne Reaktion .

Derzeit hat Rangsdorf Platz für 130 Flüchtlinge – weitere 170 könnten in den nächsten zwölf Monaten dazukommen.Wenn nötig, könnte der Standort am Kurparkring noch einmal um 60 Personen erweitert werden, sagt Jan Hildebrandt. Der größte Teil – etwa 110 – soll jedoch auf die Seebadallee entfallen. Dass es dazu tatsächlich kommt, glaubt er nicht. Derzeit drücke der Landkreis bei der Schaffung zusätzlicher Standorte auf die Bremse. Dies bestätigt auch Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). „Der Landkreis will sich nicht mit so vielen Kapazitäten über fünf Jahre binden“, sagt er. Zur Kritik an der Informationspolitik sagt er: „Wir können leider nicht jeden persönlich anrufen.“ Zudem sei alles in öffentlichen Sitzungen diskutiert worden. Auf eine MAZ-Anfrage, ob sich der Landkreis eine Option zur Erweiterung des Standorts am Kurparkring gesichert habe, antwortet Kirsten Gurske (Linke), die Sozialdezernentin des Landkreises: „Dort werden nicht mehr als 60 Personen untergebracht.“

Von Christian Zielke

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