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Eine kleine Zelle der Menschlichkeit

Blankenfelder Verein Hominum möchte Flüchtlingen helfen Eine kleine Zelle der Menschlichkeit

Eine Gruppe von Leuten aus Blankenfelde-Mahlow war es leid, jeden Tag auf Facebook Horrorgeschichten über Flüchtlinge zu lesen. Sie beschlossen, zu helfen und bekommen dafür nicht nur Lob. Mittlerweile hat ihr Verein Hominum International mehr als 30 Mitglieder, die endlich mit der Hilfe beginnen wollen.

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Die Mitglieder des Vereins Hominum International.

Quelle: Zielke

Blankenfelde. Majd Alied sitzt in einem Raum des Evangelischen Gemeindezentrums Blankenfelde. Dort trifft sich alle zwei Wochen der Verein Hominum. Majd ist ganz neu dabei. 37 Mitglieder hat der Verein, den es erst seit dem 23. September gibt und dessen Mitglieder nicht nur über Flüchtlinge reden, sondern endlich etwas tun wollen. Majd Alied ist nun einer von ihnen. Der 25-Jährige stammt aus Syrien, lebt seit vier Monaten in Deutschland und lernt seit drei Monaten die deutsche Sprache. Wenn sich die anderen Vereinsmitglieder darüber austauschen, wie man ein Willkommensfest für die 120 Flüchtlinge ausrichten könnte, die Ende des Monats in Blankenfelde ankommen oder welche Spenden man sammeln möchte, dann hört Majd aufmerksam zu. Beim Sprechen ist er noch ein wenig ängstlich, dabei hat er in den vergangen Monaten einiges gelernt. „Ich würde gerne meinen Master in Deutschland machen“, sagt er. In Syrien hat er Informatik studiert, doch der Krieg nahm ihm alle Perspektiven. Viele, denen es ähnlich geht, werden in den kommenden Monaten nach Blankenfelde-Mahlow kommen. Sara Lietsch, stellvertretende Vereinsvorsitzende, war eine der ersten, die helfen wollte. Im Internet schlug ihr regelrechter Hass entgegen. „Ich wollte nicht akzeptieren, dass ich angefeindet werde, nur weil ich mich für Menschlichkeit engagiere.“ Irgendwann traf sie auf Kay Drews, einen ehemaligen Polizisten aus Blankenfelde, der vor drei Jahren beschloss Theologie zu studieren. „Ich habe die Nachrichten von den vielen Toten im Mittelmeer gesehen und wollte helfen“, sagt er. Heute ist er Vorsitzender des Vereins Hominium International. „Eine kleine Zelle“, wie er sagt, deren Mitglieder darauf warten, dass die ersten Flüchtlinge in Blankenfelde-Mahlow ankommen. „Wir wollen loslegen. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit“, sagt der Vorsitzende. Ideen haben er und seine Mitstreiter reichlich – von der Kleidersammlung über Deutschunterricht bis zum Handarbeits- und Bastelnachmittag. Christiane Witt, die Integrationsbeauftragte von Teltow-Fläming bemüht sich, die Euphorie zu bremsen: „Man muss die Leute erstmal ankommen lassen“. Dennoch sei der Kreis auf Hilfe von Ehrenamtlern angewiesen – vor allem, wenn es darum geht, die Menschen zu beschäftigen. Auch die Begegnung mit den Einheimischen will der Verein fördern. Dass die Ängste haben, findet Kay Drews verständlich. „Wir wollen helfen, Vorurteile abzubauen.“

Hintergrund

Neuesten Zahlen zufolge muss Blankenfelde-Mahlow bis Ende 2016 rund 760 Flüchtlinge aufnehmen. 120 werden in der ehemaligen Kita Wirbelwind untergebracht, weitere 500 in der früheren Kaserne.

Weitere Informationen zum Verein gibt es im Internet auf der Seite www.hominum-international.de

Von Christian Zielke

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