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Einer für alle, alle für einen!

Blönsdorf Einer für alle, alle für einen!

Die Ehrenmitglider der Freiwilligen Feuerwehr in Blönsdorf treffen sich zweimal in der Woche am Stammtisch. Trotz des Alters denken sie nämlich noch lange nicht ans Aufhören. Mit kleinen Einsätzen helfen sie gerne, wenn Not am Mann ist.

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Die Ehrenmitglieder Alfred Hagendorf, Gunther Grämitz, Gregor Rohde, Jörg Haase und Artur Siebert (v. l. n. r.)

Quelle: Foto: Isabelle Richter

Blönsdorf. „Wenn man mal zwei Wochen im Urlaub ist und dann zurück kommt, erfährt man hier alles“, sagt Gunther Grämitz. Das aktive Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Blönsdorf besucht regelmäßig den Stammtisch seiner ehemaligen Dienstkameraden.

Lagebesprechung im „Wohnzimmer“

Seit vielen Jahren treffen sich hier mittwochs und sonntags hauptsächlich Ehrenmitglieder der Blönsdorfer Feuerwehr, um über vergangene und aktuelle Themen zu plaudern. Was die älteren Feuerwehrmänner aus ihrer aktiven Dienstzeit so alles berichten, sorgt bei den jüngeren oft für Erstaunen.

Der kleine Raum, in dem der Stammtisch jede Woche zusammenkommt, ähnelt einem gemütlichen Wohnzimmer. Im Hintergrund läuft ein Fernseher. Die aktuellen Nachrichten liefern neben den Feuerwehr-Themen weiteren Gesprächsstoff. Die inzwischen aus dem Dienst entlassenen Männer haben diesen und weitere Räume der Feuerwehr in Eigenleistung ausgebaut – vor Beginn des Rentenalters, oft nach Feierabend.

Von der Absicherung bis zur Gartenarbeit

Die beiden Ältesten in der Runde sind Alfred Hagendorf und Artur Siebert, beide 86 Jahre alt und seit ihrer Jugend im Einsatz der Blönsdorfer Wehr. Auch heute wollen sie sich noch nicht zur Ruhe setzen und kommen deshalb zum Stammtisch, um mit den anderen Kameraden bevorstehende Veranstaltungen im Dorf zu besprechen. Auch wenn sie körperlich nicht mehr mit dem Nachwuchs mithalten können, helfen sie gern, wo sie können.

„Wenn irgendetwas ist, komme ich her und frage hier, ob sie nicht das Zelt aufbauen können“, erzählt Gunther Grämitz. Bei solchen Notfällen packen die Ehrenmitglieder ohne lange zu diskutieren mit an. Zweimal im Jahr kümmern sie sich zudem um das Beschneiden der Büsche vor dem Feuerwehrgebäude. Auch die Absicherung der Feste oder anschließende Aufräumarbeiten übernehmen die erfahrenen Feuerwehrmänner seit vielen Jahren.

Die Ehrenmitglieder sind ein wichtiger Teil der Feuerwehrgeschichte

„Ohne die alten Kameraden gäbe es unsere Feuerwehr gar nicht mehr“, sagt Jörg Haase. Der 58-Jährige ist noch aktiv im Dienst, genießt aber das kameradschaftliche Zusammensein beim Stammtisch und nutzt die Runde gern, um organisatorische Absprachen zu treffen.

Er selbst wohnt erst seit zwölf Jahren in Blönsdorf. Davor lebte er in Berlin und arbeitete bei der Kriminalpolizei. Auch seine Erlebnisse dort sind oft Thema bei den Stammtischrunden der Feuerwehr-Senioren.

Dabei kam Haase nur durch Zufall zur Feuerwehr nach Blönsdorf. Für eine private Feier brauchte er kurz nach seinem Umzug ein paar Stühle. Nach mehrfachem Herumfragen im Dorf gab ihm jemand den Tipp, doch mal bei der Feuerwehr zu fragen. Gesagt, getan. Er bekam die Stühle von seinen späteren Kameraden.

Für den Neuen gab es einen überraschenden Antrag

Jörg Haase war begeistert von der Hilfsbereitschaft der Feuerwehrmänner. Das Eis war gebrochen. Kurz darauf überreichten sie Jörg Haase ein Geschenk. „Ein Feuerwehrhäuschen mit kleinen Schnapsflaschen darin“, erinnert sich der Ex-Berliner. Da er nichts weiter darin vermutete, blieb das Präsent zunächst eine Weile stehen.

Doch die Kameraden drängten darauf, er solle das Geschenk doch einmal genauer betrachten. „Darin fand ich einen Aufnahmeantrag“, erinnert sich Jörg Haase an die Anfangszeit in der Blönsdorfer Feuerwehr.

Jörg Haase und die anderen Ehrenmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Blönsdorf möchten die tatkräftige Stammtischrunde so lange wie möglich beibehalten. Für die Männer zählt dabei vor allem der Gemeinschaftssinn getreu dem Motto: Einer für alle, alle für einen.

Von Isabelle Richter

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