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Teltow-Fläming Eingang zum Waldfriedhof für 100.000 Euro saniert
Lokales Teltow-Fläming Eingang zum Waldfriedhof für 100.000 Euro saniert
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20:00 23.06.2014
Das Eingangsgebäude am Waldfriedhof wurde nach historischem Vorbild saniert und sieht nun wieder ordentlich aus. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Der Eingangsbereich des als Gartendenkmal geschützten Waldfriedhofes in Luckenwalde ist nach historischem Vorbild saniert worden. Die Stadt ließ sich das 100.000 Euro kosten. Gestern wurde die neue Hülle feierlich übergeben. Die Fassade strahlt nun in einem warmen Ocker-Ton, die Türen und Tore in Braun, die Fensterläden in Grün.

Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) verwies auf den Ursprung des Friedhofes im Jahr 1921. Er war als Reaktion auf zahlreiche Kirchenaustritte und den wachsenden Bedarf an nichtkirchlichen Bestattungen entstanden. Bereits 1991 wurde das Büro Jacobs-Hübinger von der Stadt mit einem Sanierungsgutachten beauftragt, auf dessen Grundlage der Friedhof Stück für Stück restauriert wird. „Ein Dorn im Auge war uns immer das düstere Eingangsgebäude“, sagte Herzog-von der Heide.

Von den für die Sanierung nötigen 100.000 Euro wurden 60 Prozent über Fördergeld und Spenden aufgebracht, so aus dem bundesweiten Denkmalschutz-Sonderprogramm, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und dem Rotary-Club. Unter anderem hatte der Verein der Luckenwalder Heimatfreunde mit seinem Vorsitzenden Claus Mauersberger das Fördergeld erfolgreich eingeworben. 40.000 Euro stellte die Stadt selbst zur Verfügung. „Zugegeben ist die Verwaltung etwas ,friedhofsfixiert’“, sagte die Bürgermeisterin, „doch unser Interesse an den Friedhöfen ist Ausdruck eines vitalen Interesses an der Stadtgeschichte.“

Anlage in Form eines Skarabäus

Der Waldfriedhof ist eine städtische Anlage und wurde 1921/22 nach Plänen des Österreichers Richard Neutra errichtet.

Der Friedhof hat die ungewöhnliche Form eines altägyptischen Skarabäus. Entlang der Mittelachse wurden zwei Felder als symmetrische, spiegelbildliche Flügel geschaffen.

Auf dem „Mohrungen-Feld“ sind 585Menschen aus dem ehemaligen ostpreußischen Landkreis bestattet, die nach Flucht und Vertreibung nach 1945 in Luckenwalde starben.

Auf dem Areal gibt es außerdem Gräber gefallener sowjetischer Soldaten, die vom Stadtzentrum auf den Waldfriedhof umgebettet wurden.

„Baubeginn war am 7. August 2013, im Februar dieses Jahres wurden die Arbeiten weitgehend abgeschlossen“, berichtete Michaela Hoffmann, Leiterin der Abteilung Grünflächenplanung/Bestattungswesen. „Der Putz aus DDR-Zeiten, der den Originalputz zerfressen hatte, musste abgeschlagen werden“, erklärte Martina Jerke von der technischen Gebäudeverwaltung. Er wurde als Kratzputz nach historischem Vorbild von einer Luckenwalder Firma wieder hergestellt. Das Dach wurde bis auf die Schalung komplett heruntergenommen, die Pappschindeln originalgetreu erneuert. Die Fenster sind außen aufgearbeitet und innen durch neue komplettiert, sodass die Räume nun modernem Standard entsprechen. Sie werden von den Friedhofsgärtnern als Aufenthalts- und Sanitärräume genutzt.

Das gegenüberliegende Eingangsgebäude barg wahre Überraschungen. „Es war zu DDR-Zeiten zugemauert worden“, sagte Martina Jerke, „wir haben es zurückgebaut und ein historisches Bad freigelegt.“ Dieser Teil steht noch leer, böte sich aber nach Ansicht von Michaela Hoffmann aufgrund des sanierten Zustandes für ein Blumengeschäft oder aber das Trauercafé an.
Rita Mohr de Pérez von der Unteren Denkmalschutzbehörde fand für die Hüllensanierung nur lobende Worte: „Wir gelten ja manchmal als Spielverderber. Das war in diesem Fall nicht nötig. Die Stadt ist reich an historisch wertvoller Baukultur und hat selbst ein großes Interesse an deren Erhalt“, sagte sie. Anschließend durfte die Expertin an der Eingangsfassade eigens das Emaille-Schild „Denkmal“ anbringen.

Von Elinor Wenke

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