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Einmal rund um die Stadt

Reizvolle Ausblicke auf Jüterbogs Türme, Einblicke in die Natur, Einkehrmöglichkeiten – der Spitzbubenweg bietet viel Einmal rund um die Stadt

Auf dem Faltblatt werden zehn Kilometer versprochen. Laut der Infotafel am Bahnhof Jüterbog sind es elf, die auf dem Spitzbubenweg zu marschieren sind. Wer von dort mit Kindern loslaufen will, muss sicher noch eine Weile warten, ehe der Nachwuchs das Interesse an „Johanna“ verloren hat.

JÜTERBOG. . Diese Lok aus Jüterbog steht auf dem Bahnhofsvorplatz, ist aus Holz und muss von vielen Kindern erst mal erklettert werden.

Dann geht es die Stufen hinunter und eine Weile auf der Strecke des Schönwetterwegs, dem Kempffweg, durchs Musikerviertel. Dort ist mit etwas Glück schon die nächste Attraktion zu sehen: Reiher. Eine Frau, die mit ihrem Hund spazieren geht, macht darauf aufmerksam, dass ein Vogel gerade im Stadtgraben steht. Es gibt aber mindestens noch zwei weitere Reiher. Die Spaziergängerin kennt deren Lieblingsplätze und erzählt bereitwillig. Der Reiher lässt Neugierige etwa 20 Meter an sich heran, zeigt seinen weißen Hals mit schwarz gemustertem Kopf im grauen Federkleid, das von Schwarz unterbrochen wird. Die Entenpaare um ihn herum beachtet er nicht, auch den Fotoapparat nicht. Wenn ihm der Abstand zu gering wird, fliegt er ein Stück weiter und zeigt seine beachtliche Flügelspannweite. Gartenteichbesitzer sind jedoch mäßig begeistert, wenn Reiher deren Fische zum Fressen gern haben.

Dort, wo der eigentliche Rundweg beginnt, verweisen die Schilder nach links. Das ist insofern verwunderlich, weil auch in der anderen Richtung nach rechts durch den Schlosspark gelaufen werden könnte. An anderen Stellen sind beide Richtungen ausgeschildert; hier nicht. Also geht es weg vom Park und der nahen Altstadt. Der Blick ist nun auf die größeren Wohnblöcke in den Weinbergen gerichtet. Ein Graben auf der linken Seite begleitet den Weg schnurgerade auf der kurzen Strecke. Die wenigen Bäume stehen solitär, einer mitten auf dem Weg, ein anderer fällt fast über den Graben. Bald geht es rechts bis zum hübsch gestalteten Wasserwerk, das 1914 erbaut wurde. Dieser Abschnitt kann bei Tauwetter sehr moddrig sein.

Das nächste Ziel, der Wasserturm aus roten Backsteinen, ist schon von weitem zu sehen. Er stammt ebenfalls von 1914, als Jüterbog an die zentrale Wasser- und Abwasserversorgung angeschlossen wurde. Dort steht eine Bank für wärmere Zeiten, beispielsweise zur MAZ-Osterwanderung. Der sogenannte Höhen-Blick gibt die Sicht auf die Altstadt frei. Die vielen Türme zuzuordnen, dauert ein Weilchen. Die der Nikolaikirche überragen alle anderen; sie sind sehr oft zu sehen. Auf dem kurzen Stück bis zur B 101, die überquert werden muss, bieten sich mehrere Einkehrmöglichkeiten an, beispielsweise das „Wasserpfeifchen“ am Wasserturm oder das geschichtsträchtige „Bergschlößchen“ an der Bundesstraße. Allerdings ist dort nicht mal ein Drittel abgewandert. So geht es vorbei an Einfamilienhäusern bis zu einem Mehrfamilienhaus in der Straße Am Holländer. Solche Mühlen stehen nicht mehr dort. Dafür ist unschwer die alte Abwasseranlage zu erkennen, dahinter das neue Klärwerk. Am Fuße des Hügels geht es rechts an der Brücke über die Straße und die Nuthe auf einen Landwirtschaftsweg, an dem oft Hundehalter ihren Vierbeinern Auslauf gewähren.

Wer die entgegengesetzte Richtung gelaufen ist, wundert sich ein wenig über das Spitzbubenschild zum Holländer an der Brücke der B 101. Der Pfeil weist ihn dahin zurück, wo er hergekommen ist. Jüterboger lassen sich dadurch nicht verunsichern; Fremde wandern oft in Gruppen mit kundigem Führer, der sie unterhält, sich als Spitzbube ausgibt und so für gute Laune sorgt; Ostermontag wird es wieder so sein.

Bald führt die Route in Richtung Stadt – vorbei an Gärten, alten Mehrfamilien-, neuen Einfamilienhäusern, dem verwahrlosten Schützenhaus und zwei Schulen. In der Vorstadt Neumarkt wird die Nuthe an der B 102 überquert. Bis zum Gut Waldau ist viel Himmel zu sehen; die Stadt befindet sich nun im Rücken. Der Weg ist ausgebaut, das ist auf weiten Strecken so. Am Gut führt rechts ein Sandweg bis zum Südfriedhof. Von dort geht es wieder ein Stückchen in Richtung Zentrum. Doch noch vor der Skateboard-Anlage führt die Tour nach links, vorbei am Rohrteich und am Sportplatz, an dem wieder eine Gaststätte steht. Die nächste befindet sich gleich hinter dem Blanken Teich an der Badeanstalt. Die allerdings wird von der Straße An der Tränke aus auf dem Spitzbubenweg nur am Hintereingang passiert.

Vorbei an den Eigenheimen geht es durch eine Siedlung. Am Altenheim ist der Schlosspark an der B 102 wieder erreicht. Nun kann jeder entscheiden, ob er sich das Bodendenkmal mit der Skulptur der spielenden Mädchen noch ansieht und denselben Weg hinter dem Park zum Bahnhof zurückläuft oder ob er wieder den Straßenverkehr hören will.

Fazit: Die lustigen Schilder sind auf jeden Fall eine Bereicherung, das Faltblatt ist informativ. Jüterboger können ohnehin an jedem Punkt loswandern. Weite Teile sind befestigt und können so auch nach mehreren Regentagen bewandert werden. Fremde, die die Altstadt erkunden wollen, müssen überlegen, ob ihre Kondition reicht, vorher diese Tour zu unternehmen. Hinterher reicht sie gewiss nicht. (Von Gertraud Behrendt)

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