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Einsatz digitaler Medien ist noch ausbaufähig

Schulen Einsatz digitaler Medien ist noch ausbaufähig

Vergangene Woche kündigte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) an, bis 2021 fünf Milliarden Euro in die digitale Ausstattung aller 40000 Schulen bundesweit zu investieren. Das beträfe auch die insgesamt 116 Schulen in der Region Dahmeland-Fläming. Schulträger und Elternrat begrüßen die Idee.

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Unterricht am Smartboard: Die digitalen Tafeln verdrängen immer mehr alte Kreidetafeln in Schulen der Region Dahmeland-Fläming.

Quelle: DPA

Dahmeland-Fläming. Texte schreiben und sie via Beamer direkt mit allen Mitschülern besprechen, Präsentationen halten und dabei noch ein interessantes Youtube-Video zeigen oder die schnelle Recherche im Internet statt in der Bibliothek: All das ist in Klassen möglich, in denen Schüler mit Notebook oder Tablet im Unterricht arbeiten. Schulträger in der Region Dahmeland-Fläming haben in den vergangenen fünf Jahren immer stärker in die Digitalisierung der Klassenräume investiert. Doch noch sind die hiesigen Schulen längst nicht flächendeckend auf dem neuesten digitalen Stand.

Hintergrund

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will bundesweit bis 2021 fünf Milliarden Euro in die digitale Ausstattung an Schulen bundesweit investieren. Davon könnten vor allem die Brandenburger und Berliner Schulen profitieren.

Diese Schulen belegen laut einer Studie aus dem Schuljahr 2014/15 der Initiative D21 bundesweit die letzten Plätze in digitaler Ausstattung.

Nach der jüngsten Zensos-Zusatzerhebung vom November 2014 betrug das durchschnittliche Schüler-PC-Verhältnis an Brandenburger Schulen 6,7 zu 1. Mittlerweile dürfte sich das Verhältnis etwas verbessert haben.

In der Region sind öffentliche Gymnasien, Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe und berufsbildenden Schulen in Trägerschaft der Landkreise, die Kommunen tragen die Grund- und Oberschulen. Insgesamt 15 Schulen gehören zu privaten Trägern.

Die Schulträger sind für die aktuellen Investitionen zuständig, sie müssten ein Konzept entwickeln, um die Bundesmittel einzusetzen. Das Land soll Konzepte zur Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte erarbeiten.

Mit dem Vorstoß von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) soll sich das ändern. Die Ministerin kündigte jetzt an, mit der Strategie „DigitalPakt#D“ bis zum Jahr 2021 fünf Milliarden Euro in die Digitalisierung aller 40 000 Schulen bundesweit – von der Grund- bis zur Berufsschule – zu investieren. Dazu zählen neben neuen Tablets und Smart­boards auch W-Lan-Zugänge und das Einrichten einer Schul-Cloud, auf der Daten gespeichert werden. Soweit die Idee. In der Region beträfe das 101 Schulen in öffentlicher und 15 Schulen in freier Trägerschaft.

Landkreise und Kommunen begrüßen den Vorstoß. So sagt Heidrun Schaaf, Sprecherin von Dahme-Spreewald, dass der Landkreis in den vergangenen Jahren Geld für die digitalen Schulen in seiner Trägerschaft bereitgestellt hat – so dass an ihnen vor allem in den naturwissenschaftlichen und sprachlichen Fächern Tablets und Smartboards eingesetzt werden. „Der Landkreis wird die Strategie der Bildungsministerin sehr aufmerksam begleiten, um an seinen Schulen das ohnehin schon hohe Niveau digitaler Bildung zu sichern“, sagt Heidrun Schaaf.

Ähnliche Stimmen aus Teltow-Fläming

Aus Teltow-Fläming sind ähnliche Stimmen zu hören. Wie Kreissprecherin Heike Lehmann mitteilt, ist der Kreis als Schulträger bemüht, die weiterführenden Schulen gleichwertig mit digitaler Technik auszustatten. „Aufgrund der finanziellen Situation des Landkreises konnten wir in den vergangenen Jahren nicht allumfassend den schulischen Anforderungen gerecht werden und sehen schon weitere Bedarfe“, sagt Heike Lehmann. „Es ist davon auszugehen, dass ein Bundesprogramm weitere Investitionen ermöglicht.“

Aktuell wird im Kreis beispielsweise das zweite Haus des Jüterboger Goethe-Schiller-Gymnasiums mit PCs und Beamern ausgestattet. Wie Hausmeister Marcel Wenzel berichtet, laufe der Unterricht mit digitalen Medien wie Smartboards erfolgreich. „Aktuell testen die Lehrer den Einsatz von Tablets mit W-Lan-Zugang“, sagt er. „Manche erlauben den Schülern auch Recherchen auf dem eigenen Smartphone.“ Da sieht er künftig große Möglichkeiten für die Oberstufe. „Die Schüler bringen die Geräte ohnehin mit, sie können pädagogisch genutzt werden.“

Positive Stimmen von Eltern

Auch von Elternseite gibt es positive Stimmen in Bezug auf Unterricht mit digitalen Geräten. Georg Hanke, Vorsitzender des Kreis-Elternrats Dahme-Spreewald berichtet, dass in den Grundschulklassen seiner beiden Töchter sinnvoll mit Whiteboards gearbeitet wird. „Die Kinder finden es toll, dass man das Tafelbild so abspeichern und später wieder aufrufen kann.“ Hankes Meinung nach ist der Unterricht mit digitalen Medien nur zeitgemäß. Dabei sei es wichtig, Urheberrechte zu erklären und den Kindern zu zeigen, wie sie im Internet richtig recherchieren. „Die Lehrer müssen dazu entsprechend ausgebildet sein.“

Was genau in den kommenden Jahren an den Schulen in der Region angeschafft werden soll und wie es genutzt wird, müssen Kommunen und Kreise konkretisieren, sobald das Bundesprogramm vollständig vorliegt. Die Schulträger sollen sich mit Konzepten zur Umsetzung bewerben. Die Länder sollen sich verpflichten, Lehrkräfte aus- und fortzubilden und pädagogische Konzepte zu entwickeln. Sie müssten auch die Wartungen sicherstellen.

Noch kein konkreter Plan

Noch steht im Bildungsministerium allerdings kein konkreter Plan. Ralph Kotsch, Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums teilte mit: „Der Digitalpakt von Bundesministerin Wanka ist im Moment nicht mehr als eine Idee. Offen ist ja zuallererst die Frage der Finanzierung.“ Die Landesregierung kümmere sich schon intensiv um Medienbildung an Schulen. Bis zum September 2017 werde eine externe Expertengruppe die Situation an Brandenburger Schulen evaluieren und an einer künftigen Landesstrategie mitwirken.

Wie wichtig der pädagogische Einsatz von Tablets und Co ist, erläutert Großbeerens Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos): „Die Schule zeigt Kindern, wie sie digitale Geräte sinnvoll nutzen können.“ Denn die Technik an sich sei ihnen nicht fremd. „Selbst Grundschüler nutzen Smartphones für Spiele und Nachrichtendienste“, sagt Ahlgrimm. „In der Schule lernen sie, damit zu recherchieren.“ Deshalb hat die Gemeinde ihre Otfried-Preußler-Schule im vergangenen Jahr ab der 7. Klasse mit Tablets und W-Lan-Zugang ausgestattet. „Das ist auch für die 5. und 6. Klasse angedacht, da käme Hilfe über das Bundesprogramm natürlich gerade recht.“

Von Anja Meyer

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