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Einsatz für den Oberlaubenstall

Borgisdorf Einsatz für den Oberlaubenstall

Der Oberlaubenstall in Borgisdorf hat eine wechselvolle Geschichte. Aber es gibt zum Glück einen Verein, der sich für den Erhalt und die weitere Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes einsetzt. Dessen Mitglieder haben erst jüngst beim Herbstputz gezeigt, dass ihnen das Gebäude wirklich wichtig ist, denn an Helfern war kein Mangel.

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Die stolzen Mitglieder und Helfer nach dem Gerbstputz am Oberlaubenstall.

Quelle: Iris Krüger

Borgisdorf. „So einen Arbeitseinsatz haben wir zwei Mal im Jahr, zunächst im Frühjahr, dann noch einen im Herbst. Das ist wie ein Hausputz“, sagt Mathias Eichelbaum. Noch eben stand er im Garten des Oberlaubenstalls in Borgisdorf und harkte Blätter zusammen. Jetzt gönnt er sich eine kleine Pause, um über die Aktivitäten des Vereins zu berichten, dessen Vorsitzender er ist.

„Wir wollen gemeinsam alles einmal vernünftig sauber machen, denn es geht in die Wintersaison. Die Fenster werden geputzt, es wird Staub gesaugt und gewischt“, sagt er. Auch die Dachrinne wird von den Helfern gereinigt, nicht nur am Oberlaubenstall, sondern auch die vom benachbarten Schwesternhaus. Dafür wurde extra schwere Technik besorgt: ein Radlader steht mitten auf dem Hof und fährt mit seiner Hebebühne hoch auf das Dach.

Handfeger, Schippe und Motorsäge

„Die Utensilien haben wir selber mitgebracht, das fängt bei Handfeger, Schippe und Besen an und hört bei der Motorsäge auf“, erzählt Eichelbaum. Diese wird natürlich nicht im Haus, sondern im Garten benötigt. „Wir haben einige alte Bäume gefällt. Jetzt wird das Holz noch zerkleinert und gestapelt. Damit können wir dann ein Lagerfeuer machen“. Damit nach der Mittagspause alle gestärkt weitermachen können, hat Vorstandsmitglied Martina Körner gemeinsam mit anderen Vereinsfrauen Quark mit Kartoffeln vorbereitet. Gegessen wird im großen Gemeinschaftsraum des Oberlaubenstalls, der eine behagliche und warme Atmosphäre ausstrahlt.

Dass hier einmal gemeinsam gearbeitet und gegessen werden kann, war vor knapp neun Jahren nicht vorstellbar. Der Oberlaubenstall, der mitten zwischen Schwestern- und Pfarrhaus in Borgisdorf angesiedelt ist, war dem Verfall preisgegeben. Einst diente er als Stall und Lagerraum, doch seit Jahrzehnten war er unberührt und witterte vor sich hin. Erst das Pfarrerehepaar Heimann, genauer gesagt Jutta Heimann, nahm sich seiner an. Sie lud im Februar 2007 alle Bewohner zu einer Versammlung ein, bei der sie ihre Idee erläuterte, den Oberlaubenstall zu retten und daraus ein Dorfgemeinschaftshaus zu machen.

Auch schwere Technik kam bei der Putz-Aktion zum Einsatz

Auch schwere Technik kam bei der Putz-Aktion zum Einsatz.

Quelle: Iris Krüger

„Alle 20 anwesenden Borgisdorfer waren von der Idee so begeistert, dass diese Veranstaltung gleichsam zu Gründungssitzung eines Vereins wurde“, erzählt Mathias Eichelbaum. Gemeinsam ging es dann zur ersten Besichtigung des Gebäudes. „Dieses war total eingefallenen und zugewachsenen“, weiß Eichelbaum noch. „Zunächst haben wir den Dreck und das Grün beseitigt, um einen ersten Eindruck über die Bausubstanz zu bekommen. Die richtige Entkernung übernahm dann eine Baufirma, natürlich erst, nachdem uns Fördergelder zugesagt wurden“. Für 500 000 Euro waren die umfangreichen Arbeiten, die dann folgten, machbar. „Die Fundamente wurden neu gesetzt, das Dach und die Lehmgefache erneuert und einige der Balken ersetzt“, erinnert sich Eichelbaum. Das Gebäude erhielt neue Fenster und Türen, Fußboden, Elektrik und so weiter. Dabei wurde darauf geachtet, dass der Charme des alten Oberlaubenstalls erhalten blieb.

Die offizielle Einweihung erfolgte im Frühjahr 2009. Inzwischen wird das Gebäude, das immer noch zur Kirche gehört, vielseitig genutzt. Dort werden kirchliche Veranstaltungen, die Christenlehre sowie Chorproben durchgeführt. Es dient als Domizil für Vereine und kann für private Feierlichkeiten gemietet werden. „Wir haben derart viel Zuspruch, dass wir weit bis ins nächste Jahr ausgebucht sind“, sagt der Vereinsvorsitzende.

60 Mitglieder im Alter zwischen 30 und 80 Jahren

Durch die Vermietung gäbe es auch keine Sorgen, den Verein am Leben zu erhalten, erläutert Eichelbaum. Sorge mache man sich eher um den Nachwuchs. „Wir haben derzeit rund 60 Mitglieder im alter von 30 bis 80 Jahren. Die meisten sind aus dem Ort, aber einige kommen auch aus den umliegenden Dörfern zu uns“. Leider fänden kaum Jugendliche den Weg zum Verein. „Dafür versuchen unsere Mitglieder, schon die ganz Kleinen bei den Aktivitäten mit einzubeziehen“, sagt Eichelbaum.

Und das Angebot ist vierlfältig. „Neben den Arbeitseinsätzen finden im Oberlaubenstall unsere jährlichen Themenabende statt. Außerdem helfen die Mitglieder, das Dorffest mitzugestalten und organisieren das jährliche Herbstfeuer.“ Gefragt nach den anstehenden Projekten, muss Mathias Eichelbaum nicht lange überlegen. „Wir wollen im nächsten Jahr unsere Einfahrt pflastern. Das wird uns rund 3000 Euro an Material kosten, die Arbeit werden wir selbst machen.“ Eichelbaum ist sich sicher, dass auch dieses Vorhaben zu schaffen ist, denn bei jedem Projekt packen viele Hände mit an. „So wie jetzt beim Arbeitseinsatz. Da musste ich nicht lange betteln“, freut sich der Vereinsvorsitzende, der allen Helfern damit ein großes Dankeschön ausspricht.

Von Iris Krüger

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