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Einsatz oft zum Nulltarif

Keine finanzielle Wertschätzung für Feuerwehren Einsatz oft zum Nulltarif

Die Feuerwehren sind derzeit im Dauereinsatz, von einem Waldbrand müssen sie zum nächsten. Viele der Ehrenamtlichen machen das zum Nulltarif. Eine Aufwandsentschädigung bezahlen nicht alle Kommunen.

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Nur von den munitionsgeräumten Wegen aus durfte der Waldbrand in Radeland gelöscht werden.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Die Feuerwehren sind derzeit im Dauereinsatz, von einem Waldbrand müssen sie zum nächsten. Viele der Ehrenamtlichen machen das zum Nulltarif ‒ eine Aufwandsentschädigung bezahlen nicht alle Kommunen. Die Kameraden aus Gottow beispielsweise rücken momentan ständig aus. Die kleine Ortswehr verfügt über ein Löschfahrzeug. Von Sonnabend 17 Uhr bis Sonntag 22.30 Uhr halfen sie in Radeland, den Waldbrand in den Griff zu bekommen. Montags ging es zwischen Stülpe und Ließen weiter und abends wurde noch in Schönefeld an der alten Mülldeponie gelöscht. "Da ist die ganze Freizeit draufgegangen", sagt der Gottower Feuerwehrmann Egbert Ehresmann. Eine Aufwandsentschädigung von der Gemeinde Nuthe-Urstromtal bekommen sie nicht. Ehresmann sagt: "Die Kameraden finden es dann nicht so prickelnd, wenn sie hören, dass andere was für ihre Einsätze bekommen."

So erhalten beispielsweise die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigsfelde eine Aufwandsentschädigung. Kreisbrandmeister Gerd Heine erklärt: "Der Norden hat auch mehr Einsätze." Er weiß, dass die Kommunen das Thema Entschädigung unterschiedlich handhaben: "Das muss jede Gemeinde selber regeln." Wer sich allerdings der Feuerwehr anschließe, wisse, dass es sich um ein Ehrenamt handle.

Auch Bernd Wendlandt, Gemeindebrandmeister von Nuthe-Urstromtal, sagt: "Das ist einem vorher klar, dass es kein Geld gibt." Die Kameraden bekämen eine Lohnfortzahlung von der Gemeinde, wenn es zu Arbeitsausfällen wegen Feuerwehreinsätzen kommt.

Wendlandt ist froh, dass trotz Freiwilligkeit und keinerlei Entschädigung im Gemeindegebiet Nuthe-Urstromtal noch so viele bereit für den Dienst an der Pumpe sind. Insgesamt gibt es derzeit 728 Feuerwehrmitglieder, davon 430 aktive. Auch Egbert Ehresmann aus Gottow bestätigt: "Die Alteingesessenen sehen das mit dem Geld nicht so verbissen." Es herrsche großteils Verständnis für die leeren Kassen der Gemeinde. Dennoch wünscht er sich eine bessere Wertschätzung der Arbeit der Feuerwehr. Und ein Problem sieht er beim Nachwuchs. Die erste Frage ist oft: "Was kriege ich denn dafür?"

In Zossen ist erst kürzlich eine neue Feuerwehrsatzung verabschiedet worden. Rücken die Kameraden aus, erhält jeder Feuerwehrmann für den Einsatz vier Euro. Die Stadtverordneten wollten sogar noch mehr finanzielle Anerkennung geben. Das sei nicht zuletzt aus steuerrechtlichen Gründen nicht möglich, erläuterte die Bürgermeisterin Michaela Schreiber. Es müsse eine Aufwandsentschädigung sein und dürfe nicht zum Entgeltverhältnis werden. Auch in Trebbin wird derzeit an einer neuen Feuerwehrsatzung gearbeitet. "Wir wollen die ehrenamtliche Arbeit besser honorieren", sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Ina Schulze. Bisher erhielten nur Führungskräfte eine Aufwandsentschädigung. Die neue Satzung sähe auch einen Obulus für die einzelnen Kameraden vor. Rund 14000 Euro mehr als bisher stünden zur Verfügung. Schulze hofft auf eine Entscheidung bei der Stadtverordnetenversammlung im August.

In Luckenwalde bekommen die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr eine Aufwandsentschädigung, je nach Dauer des Einsatzes zwischen acht Euro für zwei Stunden und 36 Euro für 24 Stunden. Mit dem Geld sind dann grundsätzlich alle Auslagen, wie notwendige Fahrt- und Reisekosten, Telefongebühren, Aufwendungen für Verpflegung bei Einsätzen und Übungen abgegolten.

Von Aglaja Adam

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