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Teltow-Fläming Erster Schultag für Amy, den Schulhund
Lokales Teltow-Fläming Erster Schultag für Amy, den Schulhund
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19:14 31.08.2018
Niklas überreicht dem vierbeinigen Mitschüler seine Schultüte. Die Hundekekse darin haben die Fünftklässler selber gebacken. Quelle: Uwe Klemens
Werbig

„Willkommen in unserer Schule“, begrüßte Werbigs Grundschulleiterin Petra Schrank gestern Mittag die einjährige Amy als 137. Schüler. Amy selbst nahm’s gelassen und ließ sogar ihre Schultüte außer Acht und beschnupperte umso neugieriger ihre künftigen Klassenkameraden. Zwei Tage lang hatten die sich mit ihrer Klassenlehrerin Annelie Kroll auf Amys Ankunft vorbereitet und die Schultüte mit selbst gebackenen Hundekeksen gefüllt. Einen Golden Retriever als Mitschüler bekommt man schließlich nicht alle Tage.

Brandenburgs Schulhund Nummer drei

„Schulhunde sind in den alten Bundesländern schon lange Usus, aber in Brandenburg sind sie noch die Ausnahme“, sagt Schrank. Nach den Potsdamer Schulhunden Hugo und Leo ist Amy nun der dritte „Pädagoge auf vier Pfoten“. Dass dieser Begriff passt, belegen die bisherigen Erfahrungen. Petra Schrank lernte ein solches Vorhaben durch eine von ihr betreute Referendarin kennen, deren Hund Hugo an der Potsdamer Goethe-Schule der Liebling der Kinder ist. Als Schrank im Werbiger Kollegium auf Hundeliebhaberin Annelie Kroll stieß, war die Idee eines eigene Schulhunde-Projektes geboren.

„Einmal pro Woche wird mich Amy nun für drei Stunden beim Unterricht in meiner fünften Klasse begleiten, anfangs nur als stiller Beobachter, wenn sich Kinder und Hund aneinander gewöhnt haben, auch aktiv“, blickt Kroll voraus. Bevor Amy Säckchen mit Zahlen oder andere Gegenstände apportiert, die den Schülern dann Stichworte für ein Deutschdiktat verraten, muss sie selbst noch ein bisschen lernen. Seit Monaten gehen Amy und Frauchen deshalb regelmäßig zur Hundeschule, damit Amy das Einmaleins des guten Benehmens erlernt, und absolvierten gemeinsam ein spezielles Schulhunde-Seminar.

Kinder nehmen mehr Rücksicht

„Die Erfahrung zeigt, dass es in der Klasse viel ruhiger zugeht, weil die Kinder Rücksicht auf den Hund nehmen. Kinder, die nicht so gut im Lesen sind, zum Beispiel, weil sie eine Lese-Rechtschreibschwäche haben, verlieren die Scheu vor dem Vorlesen. Denn der Hund hört ihnen geduldig zu“, sagt Annelie Kroll, die selbst mit einem Familienhund aufgewachsen ist und genau weiß, wovon sie spricht. Ganz nebenbei entwickeln die Kinder ein besonderes Sozialverhalten und organisieren selbstständig, wer den Hund bürsten oder mit ihm Gassi gehen darf.

Fernziel des Projektes ist, dass Amy später auch mal in andere Klassen geht, um Kindern mit erhöhtem Förderbedarf im Unterricht zu helfen. Auch die Gründung einer Schulhunde-AG ist angedacht.

Von Uwe Klemens

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