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Einsiedelsäule wird schick gemacht

Meinsdorf Einsiedelsäule wird schick gemacht

Graf von Einsiedel (1690 bis 1745) war ein fortschrittlicher Mann seiner Zeit. Eine Säule in der Mitte des „Ländekens“ erinnert an ihn und sein Tun. Nun endlich erfährt das Denkmal die Aufmerksamkeit, die es verdient.

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Die Bedeutung der Sandsteinsäule und ihres Namensgebers kennen selbst viele Meinsdorfer nicht. Eine Tafel soll das ändern.

Quelle: Uwe Klemens

Meinsdorf. Denkmale sind ein wichtiges Kulturgut und zu Recht oftmals auch touristischer Anziehungspunkt. Nur wenige Denkmale fristen ein so trauriges Dasein wie die Einsiedelsäule in Meinsdorf. Das soll sich nach dem Willen der Gemeinde Niederer Fläming und der Denkmalschützer nun ändern. Etwa 10 000 Euro werden für die Überarbeitung des vor 125 Jahre in seiner heutigen Form errichten Denkmals und die Gestaltung des Umfeldes benötigt. „Ein Antrag auf Förderung über die Lokale Aktionsgruppe (LAG) ,Rund um die Flämings-Skate’ ist gestellt“, sagt Bau- und Ordnungsamtsleiter Torsten Braune. „Bis zu 75 Prozent Förderung aus dem EU-Fördertopf sind möglich, auf die wir nun hoffen. Sobald es einen Bewilligungsbescheid gibt, können wir. Zwischen September und Dezember wollen wir anfangen“, so Braune.

Mit veranschlagten 5400 Euro schlägt die Überarbeitung der sechs Meter Säule am meisten zu Buche. „Einfaches Kärchern, wie wir es ursprünglich geplant hatten, hat die Denkmalbehörde nicht genehmigt. Nun müssen die Säule behutsam gesandstrahlt und die lose Verfugung zwischen den einzelnen Sandsteinelementen, sowie ausgeplatzte Stellen erneuert werden“, sagt Braune. Der letzte Arbeitsschritt hierbei ist die Erneuerung der Inschrift, die Auskunft über die Familie derer von Einsiedel und die Bedeutung von Einsiedels Wirken für die Region gibt. „Gott segne Ihr Haus und lasse es Ihnen und den Gemeinden dieses Ländchens wohlergehen“, lauten die letzten Zeilen. Dass Gottfried Emanuel von Einsiedel einst Gutsherr des aus sieben Dörfern bestehenden Ländekens Bärwalde war und vereinte, verrät die Säule in der geografischen Mitte des Ländekens nicht.

4400 Euro sind für die abschließende Neugestaltung des knapp 600 Quadratmeter großen Grundstücks, auf dem die Säule steht, vorgesehen. Neben einer ordentlichen Begrünung soll es künftig einen Gehweg aus Natursteinpflaster und eine Hinweistafel geben.

Heimatforscher wissen mehr

Wer mehr über die Bedeutung der Einsiedels und der von ihm in Auftrag gegebenen Säule wissen möchte, ist bei Heimatforscher Reinhard Anders an der richtigen Stelle. 49 Jahre ist es her, dass der Wahl-Meinsdorfer und studierte Tierarzt bei einer Fleischbeschau im Fundament eines Bärwalder Neubauernhofes den Rest einer Sandsteinsäule entdeckte. „Was es mit dieser Säule auf sich hatte, konnte mir niemand erklären, was mich umso neugieriger machte“ erinnert sich Anders an den Beginn seiner Nachforschungen.

Beim Stöbern in alten Archiven förderte der passionierte Historiker Details über gleich zwei Einsiedelsäulen und ihren Stifter zu Tage. Sein Wissen darüber hat Anders in den 1970er- und 1980er-Jahren mehrfach publiziert. „Nur hier in der Region, wo Einsiedel so nachhaltig gewirkt hat, war das Interesse daran gleich Null“, bedauert er. Fest steht, dass die 1734 von Einsiedel verfügte Säule Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen und durch eine neue, die heute noch steht, ersetzt wurde. Die Ursprungssäule wurde vor dem damals noch erhaltenen Bärwalder Schloss aufgestellt, von wo sie nach Schlossabriss 1948 verschwand.

Von Uwe Klemens

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