Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Einwohner schmieden Zukunftspläne

Niederer Fläming Einwohner schmieden Zukunftspläne

Geht es nach dem Willen der Landesregierung, sind die Tage kleiner Kommunen gezählt. Doch deshalb herrscht in der Gemeinde Niederer Fläming keinesfalls Resignation. Bei einer Ideen-Schmiede berieten Verwaltung und Bürger die Möglichkeiten in einer selbstbestimmten Zukunft.

Voriger Artikel
Taxi brennt vor Krankenhaus
Nächster Artikel
Christian Großmann wird Erster Beigeordneter

Uwe Gottwald (sitzend, links) kehrte immer wieder auf das Thema Schulerhalt zurück, das für ihn mit allen anderen Themen eng verzahnt ist.

Quelle: Uwe Klemens

Werbig. Noch bevor Planerin Anja Bruckbauer am Dienstagabend in der Mensa des Werbiger Schulcampus die Ideen-Schmiede eröffnete, war klar, dass die Veranstaltung ein Erfolg ist. Knapp 90 Einwohner hatten sich auf den Weg gemacht, um gemeinsam den Stärken und Schwächen ihrer Kommune auf den Grund zu gehen – so viele, dass nicht nur die Jüterboger Planerin, sondern auch Bürgermeister David Kaluza (parteilos) baff waren, wie beide zugaben. Die Ideen-Schmiede ist eines der wichtigsten Elemente auf dem Weg, ein Leitbild für die Gemeinde zu erstellen. Die hohe Beteiligung wertet Kaluza als Beleg, wie hoch die Identifikation der Einwohner mit ihrer Kommune ist.

Bürgermeister: „Visionen sind gefragt.“

Dass die bereits im Frühjahr beschlossene Leitbild-Erstellung nach den jüngsten Reformbeschlüssen der Landesregierung noch Sinn ergibt, stellte Kaluza gleich in seiner Begrüßung klar. „Gerade jetzt, wo wir beschlossen haben, dass wir als Gemeinde trotzdem zusammenbleiben wollen, macht ein Leitbild Sinn. Sie als Einwohner und ihre Visionen sind gefragt, damit die Gemeindevertretung und die Gemeidneverwaltung wissen, woran sie sich orientieren sollen. Das entstehende Leitbild wird die strategische Richtschnur für die kommenden Jahre sein.“

Bereits im Sommer hatte man sich im Gemeindeentwicklungsausschuss auf die fünf Themenfelder „Gemeinde-Land-Region“, „Leben in der Gemeinde“, „Technische und finanzielle Ausstattung“, „Wirtschaft und Arbeit“ sowie „Natur und Umwelt“ geeinigt. Dazu können die Einwohner sowohl Probleme benennen, als auch ihre Zukunftswünsche äußern. Moderiert von Gemeindevertretern wurde an den fünf Thementischen schon bald heftig debattiert.

Wechsel der Thementische im Zehn-Minuten-Takt

Die Qual der Wahl, in welches Thema man sich einbringen soll, hatte niemand, da in etwa zehnminütigem Abstand der Tisch gewechselt werden konnte. „Mit dem Wechsel der Tische wollen wir auch erreichen, dass man nicht nur über die kleinen Probleme vor der eigenen Haustür debattiert, sondern den Blick fürs Ganze bekommt“, erläuterte Kathrin Bruckbauer, die ebenfalls Planerin ist und ihrer Tochter bei der Leitbild-Erstellung zur Seite steht.

Bereits nach wenigen Minuten herrschte in der Mensa ein diszipliniertes, aber dennoch intensives Stimmengewirr. Deutlich wurde die Überschneidung der Themenfelder, denn fast überall wurde über die selben Ärgernisse und Wünsche debattiert, die sich thematisch nicht so einfach voneinander abgrenzen lassen. Die sinkende Geburtenrate beispielsweise ist eng verknüpft mit dem Erhalt von Schule und Kita, aber auch mit der Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs, dem Angebot an Freizeittreffs und Spielplätzen bis hin zu benötigten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.

Investitionen in Vereine, Feuerwehr und Schule

„Investieren wir weiterhin in die Schule und machen daraus eine Ganztagsschule, binden wir die Kinder, stärken die Vereine und die Feuerwehr, die in der Schule dann ihre Jugendarbeit betreiben können und sorgen so für eine höhere Attraktivität des Lebens in unserer Gemeinde“, sagte Ex-Schulleiter Uwe Gottwald als Moderator am Gemeinde-Leben-Tisch. Er wurde nicht müde, immer wieder die enge Verflechtung der einzelnen Themenfelder zu betonen.

Der schlechte Zustand des Rad- und Wanderwegenetzes und der Straßen, fehlende Verkehrsberuhigungen, Kunstflieger-Lärm, Landschaftsverschandelung durch Windkraftanlagen und Naturzerstörung durch Monokulturen und überdüngte Felder waren die weiteren Sorgen, die detailreich debattiert wurden und zugleich die Wünsche der Einwohner erkennen lassen. Als eines der größten Hemmnisse, um jungen Familien den Zuzug oder den Verbleib in der Region schmackhaft zu machen, wurde das geltende, viel zu komplizierte und beschränkende Baurecht benannt. Gerade junge Familien jedoch könnten ein Ausweg aus der demografischen Abwärtsspirale sein.

Beratungen in Arbeitskreisen

Beratungen in Arbeitskreisen.

Quelle: Uwe Klemens

„Alle unsere Stärken und Schwächen wurden heute gut sichtbar“, freute sich am Ende der mehr als zwei Stunden währenden Debatte David Kaluza. Bis zum Februar 2017 will Planerin Anja Bruckbauer alle Wortmeldungen sichten. Die daraus folgende Zusammenfassung wird sie in einer weiteren Einwohnerversammlung vorstellen.

Von Uwe Klemens

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg