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Einzigartige Heidelandschaft wird kartiert

Wünsdorf Einzigartige Heidelandschaft wird kartiert

Wo früher Wehrmacht und Rote Armee Schießübungen befahlen, befindet sich heute eine einzigartige Heidelandschaft. In dem zwischen Wünsdorf und Töpchin gelegenen Naturschutzgebiet Jägersberg-Schirknitzberg werden Flora und Fauna erfasst. Von den Ergebnissen sollen geeignete Schutzmaßnahmen abgeleitet werden.

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Ein Naturschauspiel ist die Heidelandschaft auf dem ehemaligen militärischen Übungsplatz. Die Flächen sind nicht frei begehbar.

Quelle: foto: F. Meyer/RANA

Wünsdorf. Lila blüht die Heide nahe der Wünsdorfer Waldstadt. In dem bis Töpchin reichenden Naturschutzgebiet Jägersberg-Schirknitzberg erfassen Mitarbeiter des Hallenser Planungsbüros Rana die Fauna und Flora. Auftraggeber ist die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg. Von den Ergebnissen der Untersuchung werden geeignete Schutzmaßnahmen abgeleitet.

Verborgen hinter einem dichten Waldgürtel leuchtet Heidekraut an Sandwegen und unter Birken. Teilfläche für Teilfläche arbeiten sich Jeanine Taut und Anselm Krumbiegel vor. Die Rana-Mitarbeiter vermessen das insgesamt 1597 Hektar große Areal, erstellen Artenlisten, füllen vom Landesumwelt vorgegebene Erfassungsbögen aus, fertigen Fotos an. Dabei werden sie von André Schmiedel unterstützt, der mit Hilfe einer Kamera-Drohne aus der Luft zwischen Bäumen verborgene Heidebestände aufspürt.

Menschliche Katastrophe fördert das Wachstum

Menschengemacht ist die Wünsdorf-Töpchiner Heidelandschaft. Bereits 1910 wurde hier ein militärischer Übungsplatz eingerichtet. Dafür wurden große Waldflächen gerodet und der Ort Zehrensdorf dem Erdboden gleich gemacht. Jahrzehntelang haben erst die Wehrmacht, dann die Roten Armee den Artillerie- und Panzerschießplatz genutzt. Dabei wurde der Sandboden ständig aufgewühlt, kam es regelmäßig zu Flächenbränden. Gleichzeitig bildeten sich die heute anzutreffenden Heiden. „Heidekraut ist ein sogenannter Pyrophyt, also eine Pflanze, die vom Feuer profitiert und durch dieses verjüngt wird“, erklärt Jeanine Taut. Außerdem keime es nur auf offenem Sandboden ohne Humusauflage. Was der Mensch als Zerstörung und Katastrophe wahrnehme, sei also für das Heidekraut eine Lebensvoraussetzung.

„In diesem Gebiet werden bedeutende Bestände von Heiden und nicht waldbestandenen Binnendünen geschützt“, sagt Kerstin Pahl von der Naturschutzfonds-Stiftung. Hinzu kämen Eichenwälder und Quartiere für Fledermausarten wie Großer Abendsegler, Großes Mausohr und Kleine Bartfledermaus. Auch die Kreuzkröte und die geschützte Vogelart Ziegenmelker fühlen sich hier heimisch. Das Naturschutzgebiet Jägerberg-Schirknitzberg ist Bestandteil von Natura 2000, dem weltweit größten Schutzgebietsnetz. Pahl zufolge hat sich das Land Brandenburg gegenüber der Europäischen Union dazu verpflichtet, den einzigartigen Lebensraum zu erhalten. Aus diesem Grund läuft aktuell die Kartierung des Gebietes, um einen Managementplan für die Stiftung zu erstellen. Ziel ist es, die Flächen in einen guten Zustand zu versetzen. Beispielsweise müssen stellenweise Bäume weichen, damit das lichtbedürftige Heidekraut wachsen kann. „Ohne ein Zutun des Menschen würden diese auch für die Vogel- und Insektenwelt sehr wertvollen Flächen relativ schnell bewalden“, sagt Kerstin Pahl. Sie ist „sehr optimistisch, dass es uns gelingt, dieses Juwel zu bewahren.“

Von Frank Pechhold

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