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Teltow-Fläming Einzigartiger Rennofentyp vorgestellt
Lokales Teltow-Fläming Einzigartiger Rennofentyp vorgestellt
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05:08 13.02.2017
Der Feldversuch der Forscher mit einem Nachbau eines Glienicker Rennofens. Quelle: Markolf Brumlich
Blankenfelde

Eisenhaltige Klumpen oder einige Scherben. Auch aus wenigen Fundstücken in der Erde lassen sich einige Schlussfolgerungen ziehen. Das zeigte der Archäologentag Teltow-Fläming, der in diesem Jahr im Festsaal der Blankenfelder Grünen Passage gastierte. Das zahlreich erschienene Publikum lauschte den Fachvorträgen von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter.

Bromnzezeitliche Siedlung bei Lüdersdorf

Die Fachreferenten und Archäologen ermöglichten dabei einen Einblick in ihre Arbeit und stellten die Ergebnisse vor. In Lüdersdorf beispielsweise sprechen die Funde in einer Baustelle für eine bronzezeitliche Ansiedlung, berichtet Alex Möser. Eigentlich erwartete sein Team Fundstücke aus dem Mittelalter. Sicher ist dies aber nicht. Typische Einsenkungen für Holzbauten seien nicht gefunden worden, so der Forscher. Was für die Siedlung sprechen könnte, seien wenige Aschereste, die das Bestattungswesen dieser Zeit dokumentieren. In dem Vortrag von Markolf Brumlich ging es um die Eisenverhüttung im Raum Glienick einige Jahrhunderte später. Auf der sogenannten Glienicker Platte seien zahlreiche Eisenschlacken gefunden worden, besonders um Groß Schulzendorf. Sie sind im dritten und vierten Jahrhundert vor Christus entstanden. Die Menschen sind damals in einer Bodentiefe von 20 bis 30 Zentimetern auf eisenhaltige Klumpen gestoßen. Diese wurden in Rennöfen weiter verarbeitet. Dabei ist der Ofentyp in Glienick bisher einmalig. Brumlich spricht daher von „Rennöfen Typ Glienick.“ Es handelt sich um freistehende Schachtöfen mit einer unter dem Ofenschacht liegenden Schlackegrube, die von einem massiven Steinrahmen eingefasst wurde. Überreste von acht solcher Öfen haben die Forscher bisher entdeckt. An den Schlacken, den Überresten aus der Eisengewinnung, lassen sich Spuren des Verarbeitungsverfahrens ablesen.

Verhüttungsverfahren rekonstruiert

Gefunden wurden unter anderem Halmabdrücke im Ofen. Zudem hat man Spuren von reifem Getreide gefunden. „Wir können das gesamte Verfahren ziemlich genau rekonstruieren“, sagt Brumlich. Dafür ist eigens ein Rennofen dieser Zeit nachgebaut worden. Bei diesem Feldversuch stellte sich heraus, dass der Ofen 48 Stunden beheizt werden muss. Ungefähr 15 Menschen waren an der Gewinnung von Eisen an einem Ofen beteiligt. Rund 3,7 Kilogramm Eisen wurden durchschnittlich im Jahr produziert. Das habe für die Deckung des eigenen Bedarfs eines Siedlungsgehöfts mit zwei Öfen gereicht, sagt Brumlich.

Größere Ausgrabung in Groß Machnow

Größere Ausgrabungen stehen im nächsten Jahr noch in Groß Machnow an. Er wies auf das einst sumpfige Landschaftsbild hin, damals habe man auf Anhöhen gelebt. Dort soll das Gewerbegebiet vergrößert werden. Auf dem späteren Bebauungsgebiet wurden drei Meter breite Längsschnitte mit einer Gesamtlänge von 1500 Metern durchgeführt. Ulrich Wiegmann trug vor, was an Funden dort zu erwarten sei. In wenigen Metern Tiefe habe man eine von der Eiszeit verschobene Sandschicht aufgedeckt. Ein Schatten in der Erde spricht für einen Hausgrundriss. Ein Bronzemesser ist bereits gefunden worden sowie verschiedene Eisenfunde. „Es handelt sich um ein breites Spektrum der Besiedlung“, erläutert Wiegmann. Funde aus der vorrömischen Zeit bis zum frühen Mittelalter sind möglich.

Von Krischan Orth

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