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Teltow-Fläming Warum aus der Eisdiele ein Café wurde
Lokales Teltow-Fläming Warum aus der Eisdiele ein Café wurde
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00:26 09.03.2018
Angela Weibrecht und ihre Tochter Anja Weibrecht betreiben gemeinsam das vor 20 Jahren in Mellensee eröffnete Eiscafé. Quelle: foto: Pechhold
Mellensee

Café-Betreiberin statt Sozialarbeiterin mit Eisdiele. Diesen Schritt vollzog Angela Weibrecht vor 20 Jahren. Seither ist von Anfang März bis Ende Oktober Eis-Zeit in Mellensee.

Anfangs nutzte Weibrecht nur den Flur des 1901 gebauten und seitdem in Familienbesitz befindlichen Gebäudes für den Eisverkauf außer Haus. „Damals war ich als Familienhelferin für das Jugendamt tätig“, so die 57-Jährige. Eltern zugewiesener Familien bot sie ihre Hilfe an. So versuchte Weibrecht, misshandelte, missbrauchte oder vernachlässigte Kinder vor der Heimeinweisung zu bewahren. Zusätzlich verkaufte sie von 12 bis 14 Uhr Eis im Hausflur. Tochter Anja Weibrecht löste sie nach Schulschluss ab. Anschließend machte ihre Mutter bis 21 Uhr weiter.

Erdgeschoss-Wohnung in Café umgebaut

Sechs Jahre lief das so. Dann wurde Angela Weibrecht einerseits die berufliche Doppelbelastung zu viel. Andererseits wurde sie von der zuständigen Behörde vor die Wahl, gestellt, Toiletten für die Gäste anzuschaffen oder ein Café zu betreiben. Auslöser waren Beschwerden von Nachbarn über Jugendliche, die sich auf den Bänken vor der Eisdiele lautstark daneben benahmen. „Ein Café war schon immer mein Traum“, sagt Angela Weibrecht. Also entschloss sie sich dazu, ihre Erdgeschoss-Wohnung in ein Eiscafé und das Dachgeschoss in Wohnraum umbauen zu lassen. „Die dafür aufgenommenen Kredite zahle ich immer noch ab.“

Anfang März 1998 wurde das „Eiscafé Angela“ eröffnet. Wo mal das Wohnzimmer war, steht heute der Tresen mit den beiden Kühltruhen. An den Wänden weisen Fotos und Zeichnungen mit den Rolling Stones die Chefin als leidenschaftlichen Fan der legendären Band aus. „Jedem Gast versuche ich zu erklären, dass Mick Jagger der schönste Mann des Universums ist“, sagt Angela Weibrecht lächelnd. „Einige Frauen nehmen ihr das sogar ab“, scherzt Tochter Anja Weibrecht. Die gelernte Hotelfachfrau bereitet Eis zu und backt Kuchen. „Wir sind ein gutes Team“, so die 37-Jährige. Klar zicke man sich auch mal an. Das sei ganz normal, meint Angela Weibrecht. „Wir sind nicht wie Mutter und Tochter, sondern gute Freundinnen.“

Stammgast isst jeden Sommer 26 Kugeln auf einmal

Beide sind stolz darauf, dass Stammgäste aus Berlin, Potsdam, Luckenwalde, Jüterbog und Zeuthen wegen der selbst gemachten 26 Sorten Eis nach Mellensee fahren. „Jeden Sommer kommt ein Urlauber zu uns, der alle 26 Sorten aus einer großen Schüssel auf einmal isst“, sagt Angela Weibrecht. „Manchmal holt er sich sogar noch vier Kugeln nach.“

www.eiscafe-angela.de

Von Frank Pechhold

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