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Eklat im Schenkenländchen

Teupitz Eklat im Schenkenländchen

Wegen der temporären Schließung der Teupitzer Kita aufgrund der schwierigen Personalsituation kam es zu Diskussionen in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses. Thomas Koriath hatte als Amtsdirektor die zweitägige Schließung verfügt.

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Amtsdirektor Thomas Koriath.

Quelle: Karen Grunow

Teupitz. Thomas Koriath ging mit den Worten: „Sie sollten sich bei mir entschuldigen.“ Vorzeitig verließ der Amtsdirektor des Amtes Schenkenländchen den jüngsten Amtsausschuss. Von dessen Vorsitzendem Heinz Gode war Koriath mehrmals aufgrund seiner Zwischenrufe ermahnt worden. Die Mitglieder des Ausschusses schafften es an diesem turbulenten Abend dennoch, Entscheidungen zu treffen.

Unmut wegen Schließung

Der Unmut hatte sich vor allem an einem Thema entzündet: Der kurzfristigen zweitägigen Schließung der Teupitzer Kita vor zwei Wochen am 4. und 5. Dezember (MAZ berichtete). Mehrere betroffene Eltern waren zum Amtsausschuss gekommen und nutzten die Einwohnerfragestunde, um Thomas Koriath zu fragen, wer wann die Entscheidung zur Schließung getroffen hat? Viele hatten an jenem Montagmorgen vor verschlossenen Kitatüren gestanden, sie mussten spontan andere Lösungen finden, manche nahmen die Kinder mit zur Arbeit, einige Eltern konnten sich gegenseitig unterstützen.

Während Mitarbeiter in der Amtsverwaltung sehr wohl erreichbar gewesen seien, warteten die Eltern noch immer auf einen Termin mit dem Amtsdirektor, so der Vorwurf. „Sie können ja behaupten, was sie wollen“, reagierte er per Zwischenruf auf den Vorwurf, für die Eltern nicht ansprechbar zu sein. Grund für den Amtsausschussvorsitzenden Gode, den Amtsdirektor das erste Mal an diesem Abend zu ermahnen. Koriath hatte am Freitagmittag vor der Schließung mangels Kitapersonal diese angeordnet. „75 Kinder mit drei oder vier Erziehern – das wäre verantwortungslos gewesen“, sagte er. „Gerade in den Wintermonaten“, fügte er hinzu, „werden Kitas deutschlandweit bei Personalengpässen geschlossen.“

Grundsätzlicher Dissens

Der ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Teupitz, Dirk Schierhorn (Bürgernettzwerk), sprach von einem grundsätzlichen Dissens mit der Verwaltung, wie zu verfahren sei. Die Stadtverordneten hatten erst nach Koriaths Entscheidung zur Schließung davon erfahren. „Wir hätten uns gemeinsam Gedanken machen können, wie wir eine Notbetreuung organisieren“, sagte er und erklärte Koriaths Weg als „sehr einsame Entscheidung, die definitiv zu ihren Lasten ging“. Der Amtsdirektor hatte an dem Freitag auch seinem Stellvertreter Oliver Theel, Fachbereichsleiter Finanzen und Soziales im Amt, die Zuständigkeiten für Kitas und Schulen entzogen.

Schon vor der Schließung waren für die Kita wegen der desolaten Personalsituation geänderte Öffnungszeiten angeordnet worden. Ein Ende der Einschränkungen ist vorerst nicht absehbar. Auch das ist eine enorme Herausforderung für die Familien. „Die Erzieher müssen immer auf 120 Prozent laufen“, sagte Jennifer Bormann, die wie die anderen zum Amtsausschuss erschienenen Eltern dankbar über den unermüdlichen und kräftezehrenden Einsatz der Betreuer ist. „Das sind die Leute, die die Fahnen hochhalten“, betonte sie.

Grundsatzbeschluss

Zu den jüngsten Ereignissen passte dann auch der Tagesordnungspunkt „Grundsatzbeschluss zur Trägerschaft der Kindertagesbetreuung“. Es geht darum, dass die bislang in der Obhut der einzelnen Kommunen befindlichen Kitas im Schenkenländchen in die Trägerschaft des Amtes überführt werden sollen. Bei Engpässen, so Koriath, könne dann leichter Personal aus anderen Kitas des Amtes geholt werden.

Am Ende votierten alle für den gemeinsamen Grundsatzbeschluss, der zunächst bedeutet, dass nun in den einzelnen Gemeinden weiter darüber diskutiert werden soll. Das Mitspracherecht der Kommunen sei ein wichtiger Punkt, so der Teupitzer Stadtverordnete Bernd-Axel Lindenlaub (Bürgernettzwerk) nach der jüngsten Erfahrung.

Von Karen Grunow

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