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Teltow-Fläming Ekstase beim „Jüterboogie“
Lokales Teltow-Fläming Ekstase beim „Jüterboogie“
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00:33 12.11.2015
Auftritt von „Jan Hirtes Blue Ribbon“ im großen Saal. Quelle: H.-Dieter Kunze
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Jüterbog

Langeweile kam am Samstag in Jüterbog nicht auf. Neben der Kneipennacht und der „Langen Nacht der Bibliotheken“ gab es den Jahreshöhepunkt für eingefleischte Boogie- und Bluesmusik-Liebhaber: die 16. Auflage des Festivals „Jüterboogie“ im Kulturquartier Mönchenkloster. Vier Solisten und Formationen mit Rang und Namen gaben sich ein Stelldichein. Die Flämingstadt hat sich einen achtbaren Namen in dieser Musikszene gemacht.

Richie Arndt, Gitarrist und Sänger aus Bielefeld, fand eine spannende Symbiose zwischen Musik und Schulstunde, ohne jegliche Dorfschullehrer-Allüren. Im Kempff-Saal nahm er die Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Vor allem um die Eisenbahnromantik ranken sich seine musikalischen Amerika-typischen Legenden. „Kennen Sie ähnliche ,Train-Stories’ auch aus Deutschland – außer ,Auf de Schwäb’sche Eisenbahne’ oder ,Es fährt ein Zug nach nirgendwo’?“, fragte er in die Runde. Allgemeines Schulterzucken war die Antwort. Was man da anderswo drauf hat, bewies Richie Arndt mit niveauvollen Songs. Was viele Gäste an diesem Abend nicht wussten: Der Ostwestfale erhielt den „Blues in Germany Award 2014“, der ihn als einen der besten Blues-Musiker Deutschlands auszeichnet.

Extraklasse im Genre von Boogie-Woogie und Blues ist Niels von der Leyen. Er gehört in Deutschland zu den gefragtesten Pianisten. Zu erleben war er im Foyer des Kulturquartiers. Zum Sound der drei Blueser von „Crazy Hambones“ wiederum gehören nahezu ekstatische Mundharmonika-Specials und stampfende Schlagzeug-Grooves. Sie schöpfen ihren Stil aus den Hinterlassenschaften von Muddy Waters und anderen Koryphäen. Beeindruckende Kostproben servierten sie im Fink-Saal.

Zur Soul Explosion lockte die Band „Jan Hirtes Blue Ribbon“ die Fans in die Bibliothek und ließen sie teilhaben an einer musikalischen Reise in die 1960er Jahre.

Einmal mehr bewies der „Jüterboogie“, dass er eine nahezu magische Anziehungskraft ausstrahlt. Das bestätigten zum Beispiel Rosemarie Schubert und Eberhard Schmidt aus Schlieben im Elbe-Elster-Kreis: „Wir sind seit Jahren Stammgäste hier.“ Sie nehmen sich das Gehörte gern auch als CD mit nach Hause. „Wenn mir so ist, lege ich sie zu Hause auf, stelle auf volle Lautstärke und denke an den ,Jüterboogie’“, erzählte Rosemarie Schubert.

Helmut Krückel kommt aus Körba seit mindestens zehn Jahren zu den Konzerten. „Ich mag beinahe alle Musik-Genres. Aber Boogie und Blues haben etwas Faszinierendes in sich“, schwärmte der 73-jährige Festivalbesucher.

Von H.-Dieter Kunze

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