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Eltern listen Baumängel auf

Offener Brief zur Dabendorfer Gesamtschule. Bürgermeisterin verliest dreiseitige Antwort. Eltern listen Baumängel auf

Damit hatten wohl nur die wenigsten Zossener Stadtverordneten gerechnet. Erst verlesen zwei Elternsprecherin einen Offenen Brief, in dem sie die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände in der Dabendorfer Gesamtschule kritisieren. Kurz danach verliest die Bürgermeisterin ein dreiseitiges Antwortschreiben, das aus Sicht der Elternsprecherinnen am Thema vorbei geht.

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Die Elternsprecherinnen Ulrike Schwenter (l.) und Inken Klinkhammer (r.), hier mit dem engagierten Vater Thomas Range aus Rangsdorf bei der Begehung der alten Schule.

Quelle: Frank Pechhold

Dabendorf . Zoff um den Zustand der alten Dabendorfer Gesamtschule bestimmte die Diskussion in der Sitzung der Zossener Stadtverordneten. Diesbezüglich ging es Mittwochabend in der Mehrzweckhalle ziemlich zur Sache.

Die Blankenfelderin Ulrike Schwenter und die Thyrowerin Inken Klinkhammer verlasen einen von allen Elternsprechern der Schule getragenen Offenen Brief. Man habe mit Sorge festgestellt, dass an dem bestehenden Gebäude seit Jahren keine grundlegenden Instandhaltungsmaßnahmen mehr stattfänden, heißt es. Weil mit dem Schulneubau erst mittelfristig zu rechnen sei, fordere man sofortige Maßnahmen, die das Leben und Lernen an der für 450 Schüler gebauten und mit knapp 900 Schülern belegten Schule für Schüler- und Lehrer wieder „menschenwürdig“ machten. Kritisiert wurden „schimmelnde Wände, kaputte Fenster, fehlende Räume für den Schulbetrieb als Ganztagsschule, mangelnde Raumhygiene“ sowie „ekelerregende Sanitäranlagen“. Von der Stadt als Schulträger erwarte man bis zum 26. August eine sichtbare Mängelbeseitigung.

Völlig überraschend verlas Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) ein gut dreiseitiges Antwortschreiben auf den Offenen Elternvertreter-Brief. Das Schreiben trägt die Überschrift: „Bauliche Situation an der Gesamtschule Dabendorf. Verbreitung falscher Informationen in den Elternversammlungen und der Elternkonferenz.“ „Ich kann Ihnen versichern, dass die Stadt bis zum Umzug in ein neues Gebäude alle Arbeiten durchführt, die für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes in dem alten Gebäude noch erforderlich sind“, sagte Schreiber. Zuvor attackierte sie die Stadtverordneten Ariane Ulrich (Bürgerliste Zossen) und Carsten Preuß (Linke) sowie dessen Frau Hiltrud Preuß auch mit Aussagen, die ihr Eltern zugetragen hätten: „Mir als Bürgermeisterin wäre die Schule sowieso egal, ich würde sie kaputt sparen, um den Haushalt zu retten; Wenn Frau Schreiber nicht Bürgermeisterin wäre, wäre die Schule schon gebaut. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren kein Geld für die Instandhaltung des Schulgebäudes ausgegeben.“

Schreiber zufolge habe die Stadt für Unterhaltung und Instandsetzung zwischen 2011 und 2014 jeweils 102 000, 27 000, 15 000 und 10 000 Euro ausgegeben. „Dann müssen Sie bitte auch sagen, dass dieses Jahr nur 3000 Euro im Haushalt stehen“, so Carsten Preuß. Weiter sagte er, keine der von Schreiber vorgehaltenen Äußerungen getan zu haben. „Die Eltern haben berechtigte Bedenken und Sie machen daraus eine persönliche Geschichte.“ Elternsprecherin Ulrike Schwenter sagte der MAZ: „Auf der Sondersitzung, wo der Offene Brief beschlossen wurde, spielten die in dem Schreiben der Bürgermeisterin aufgeführten Punkte keine Rolle.“

Schulleiter Dirk Zobywalski sprach gestern auf Nachfrage von dringend zu behebenden Mängeln. „Schimmel haben wir aber in keinem Raum. Dafür aber Wände, die durch eindringendes Regenwasser zerstört wurden.“ Zudem sei die Be- und Entlüftung für die beiden im Keller genutzten Räume schwierig. „Da kann der Unterricht zeitweise nur mit offenen Türen stattfinden.“ Weiter sei der kürzlich durch einen Brand in Mitleidenschaft gezogene Chemieraum nicht nutzbar. Mit Beginn des neuen Schuljahres stelle die Stadt der Schule den Mehrzweckraum der Sporthalle für den Unterricht zur Verfügung. Diesen Raum werde man hauptsächlich für die Sekundarstufe II und das Fach „Darstellendes Spiel“ nutzen, so Zobywalski. „Das ist ein Unterrichtsfach, wo es auch mal lauter wird“.

Auftrag an ZWG


Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Stadtverordneten dafür, dass die Zossener Wohnungsbaugesellschaft (ZWG) und nicht wie bisher geplant die Stadt die neue Gesamtschule baut.


Die Verwaltung wird beauftragt, einen Mietvertrag mit der ZWG für Schule (rund 4300 Quadratmeter) und Mehrzweckgebäude (rund 750 Quadratmeter) abzuschließen. Die Netto-Kaltmiete beträgt monatlich 9 Euro pro Quadratmeter. Jährlich hat die Stadt Mietkosten in Höhe von 1,85 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer und Betriebskosten zu zahlen.

Von Frank Pechhold

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