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Eltern schummeln, um Problemschule zu vermeiden

Ludwigsfelde Eltern schummeln, um Problemschule zu vermeiden

Hauptsache nicht die Kleeblatt-Grundschule, scheinen sich viele Eltern in Ludwigsfelde zu denken. Sie melden ihre Kinder bei Großeltern an oder leben zum Schein getrennt, um die Problemschule zu meiden. Nun will die Stadt das Image der Schule aufpolieren.

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Große Pause in der Kleeblatt-Grundschule im Ludwigsfelder Stadtteil Nord; dort lernen mehr als 500 Kinder in 23 Klassen.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. In Ludwigsfelde gibt es Eltern, die melden ihre künftigen Schulkinder am Familienwohnsitz ab und zeitweilig bei den Großeltern an. Der Grund: Die Kinder sollen in die Wunsch-Grundschule kommen. Das klappt aber nur mit dem passenden Schulbezirk, den die Kommune festlegt. „Wie kann das unterbunden werden?“, fragte Silvio Pape (Fraktion Linke/Filu) diese Woche auf der Sitzung der Stadtverordneten.

Katz-und-Maus-Spiel

Das sei zwar nicht schön, nicht gewollt und ein Katz-und-Maus-Spiel, erklärte Bürgermeister An-dreas Igel (SPD). Es würden sogar Eltern zum Schein getrennt leben. „Aber es gibt keine gesetzliche Grundlage, dagegen vorzugehen“, so der Bürgermeister. Mit „Kleeblatt-Grundschule“ sprach er sowohl den Namen aus als auch das Problem an: „Wir müssen das Thema an der Wurzel anpacken: Was müssen wir tun, um Schulen, in die Kinder oder Eltern nicht gehen wollen, attraktiver zu machen?“ Derzeit sei man an dieser Schule dabei, mit den Beteiligten einschließlich dem staatlichem Schulamt, eine Leitbild-Diskussion zu führen, sagte Andreas Igel.

Die Kleeblatt-Grundschule ist mit mehr als 500 Kindern in 23 Klassen die größte der drei Ludwigsfelder Grundschulen, dort lernen die Kinder des bevölkerungsreichsten Stadtteils Nord. Dieser wird wegen seiner Plattenbauten pauschal als Problemviertel gesehen, Kindern von dort wird häufig mit Vorurteilen begegnet. „Wo will die Schule hin?“, sei die Frage, die zu beantworten sei, sagte Igel gegenüber den Stadtverordneten. „Wir müssen die Schule als Möglichkeit der Kommunikation im Kiez sehen, als Ort der Begegnung.“ Igel will die Situation positiv sehen: „Es ist doch besser, wir müssen das Problem unter steigenden Kinderzahlen lösen als unter sinkenden.“ Wie bei den Kita-Plätzen werden in absehbarer Zeit die Grundschulplätze in der wachsenden Stadt knapp.

Sanierung geplant

Die Stadt plant die Sanierung der Kleeblatt-Schule. Allerdings ist es nicht, wie bei der aktuellen Sanierung der Fontane-Grundschule, möglich, das Gebäude einfach leer zu ziehen, dazu hat die Kleeblatt-Schule zu viele Schüler und die Stadt keine Ersatzräume.

Vorige Woche hatten Eltern, Lehrer, Schüler, Stadtverwaltung, Schulamt und Hort in Arbeitsgruppen beraten, wie die bessere Kleeblatt-Schule aussehen könnte. Beim Motto, unter dem das funktionieren soll, ist man sich schon einig: „Bewegt  gesund lernen“. Am Donnerstagnachmittag beriet darüber eine Leitbildgruppe aus Lehrern, Eltern und Horterzieherinnen vom Juniorclub. Schulleiter Dennis Lindemann sagte hinterher: „Wir sind uns einig, dass wir transparente Schulregeln wollen, dass sich Kinder, Eltern und Mitarbeiter wohlfühlen sollen, dass wir handlungsorientiert und differenziert arbeiten und dass wir die Kinder in ihrer Vielfalt unterstützen.“ Das nächste Treffen ist für 15. März geplant, dann wieder mit Bürgermeister und Schulamt.

Auch Lindemann sieht Positives: „Dieses Jahr waren es nur noch vier Kinder, die Eltern nicht regulär bei uns anmeldeten. In vergangenen Jahren waren es deutlich mehr.“

Von Jutta Abromeit

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