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Ende der Kurvendiskussion

Fluglärmkommission stimmt für Nordumfliegung von Mahlow Ende der Kurvendiskussion

Die Fluglärmkommission hat sich für die umstrittene Nordumfliegung von Mahlow bei Nachtstarts von der Nordbahn Richtung Westen ausgesprochen. Sie votierte außerdem gegen die von Schulzendorf, Eichwalde und Königs Wusterhausen favorisierten Geradeausstarts von der Südbahn Richtung Osten.

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Ein Flieger hebt von der BER-Südbahn in Richtung Westen ab.

Quelle: Zielke

Schönefeld. In zwei wichtigen Diskussionen zu Abflügen vom BER-Flughafen hat die Fluglärmkommission (FLK) am Montag wichtige Vorentscheidungen getroffen. Das Gremium bestätigte die sogenannte Nordabkurvung bei nächtlichen Starts von der Nordbahn und erteilte weiteren Überlegungen, von der Südbahn in Richtung Osten geradeaus zu starten, eine Absage.

Letzteres hatten vor allem Gemeinden wie Schulzendorf, Eichwalde und Königs Wusterhausen immer wieder angeregt, da sie sich durch den 15-Grad-Knick, den die Flieger machen müssen, benachteiligt fühlen. Eine Studie der Deutschen Flugsicherung (DFS) war jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass Geradeausstarts in Richtung Osten den Fluglärm nicht verringern und eine größere Kollisionsgefahr mit Fliegern auf der Nordbahn bergen. Endgültig festlegen werde sich die DFS erst ein Jahr nach Eröffnung des BER. Dies könnte auch Hoffnung für die Menschen im Mahlower Norden bedeuten, die sich gegen Flüge über ihr Gebiet gewehrt haben und erneut eine Niederlage hinnehmen mussten.

Die Fluglärmkommission stimmte mehrheitlich für die sogenannte Nordabkurvung. Zwischen 22 und 6 Uhr sollen die Flieger in westlicher Richtung über die Mahlower Ortsteile Roter Dudel und Waldblick starten und auf Höhe des Güterverkehrszentrums Großbeeren entlang der B101 nach Süden abdrehen. Für Carl Ahlgrimm (parteilos), den Bürgermeister von Großbeeren und Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft der BER-Umlandgemeinden, war das „die sinnvollste und einzig denkbare Alternative“. Besonders freute ihn, dass die FLK einen Antrag annahm, wonach die Flugzeuge erst in mehr als 10 000 Fuß Höhe von den vorgegebenen Routen abweichen dürfen. Bisher durften sie schon ab 5000 Fuß eine sogenannte Einzelfreigabe beantragen. Dadurch hätten Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow mit mehr Flugverkehr rechnen müssen. In 10 000 Fuß Höhe befinden sich die Jets zwischen Ludwigsfelde und Schenkenhorst.

Bernd Habermann, Vertreter der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, gab sich nach der Sitzung zufrieden, dass es endlich eine Entscheidung gibt. Vor allem aus dem Berliner Süden hatte es Bedenken und den Versuch gegeben, die Routendiskussion noch einmal zu vertagen. „Das hat zum Glück nicht geklappt“, sagte Habermann.

Enttäuscht, wenn auch nicht überrascht, zeigte sich hingegen Peter Abend von der Initiative Mahlow-Waldblick. Ihn ärgert die Position der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, die ihre Planungen für neue Wohngebiete im Mahlower Norden praktisch zunichte macht. „Das sind griechische Verhältnisse“, so Abend. Sollte das Bundesamt für Flugsicherung die Nordkurve bestätigen, kündigt er dagegen Klage an.

Weitere Entscheidungen

Als Vorsitzender der Fluglärmkommission (FLK) wurde Gerhard Steintjes wiedergewählt. Der 65-Jährige leitet das Gremium seit August 2013.

Mit großer Mehrheit folgte die FLK einem Antrag von Bernd Habermann. Die gemeinsame Luftfahrtbehörde von Berlin und Brandenburg (LUBB) soll die Gesellschafter des BER, die Länder Brandenburg und Berlin sowie den Bund auffordern ein Konzept zu erarbeiten, wie der Flugverkehr abgewickelt werden soll, wenn der BER seine Kapazität von 30 Millionen Passagieren und 360 000 Flugbewegungen im Jahr erreicht hat.

Wörtlich heißt es weiter: „Langfristig ist ein neuer Standort unverzichtbar“. Kurzfristig sollen Billigflieger an Flughäfen wie Cottbus und Rostock stationiert werden. Bernd Habermann plädiert für die Offenhaltung von Tegel.

Von Christian Zielke

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