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Ende des Festspielsommers in der Rollwenzelei

Glau Ende des Festspielsommers in der Rollwenzelei

40 Jahre lang initiierten Peter J. Fabich und Jürgen Bieberstein ihren Festspielsommer mit Hunderten Besuchern, die letzten 24 Jahre in der Rollwenzelei in Glau. Nun nehmen sie Abschied von dieser Tradition.

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Der harte Kern der Initiatoren des Festspielsommers (v. l.): Peter J. Fabich. Dietrich Wacker, Urte Blankenstein, Hasso Ciazynski, Frank Ciazynski und Jürgen Bieberstein.

Quelle: Elinor Wenke

Glau. Zum Dörfchen Glau gehört das Künstlerhaus Rollwenzelei inzwischen wie das Salz zur Suppe. Die Betreiber Peter J. Fabich (71) und Jürgen Bieberstein (77) aus Berlin lockten seit 1992 jedes Jahr Hunderte Besucher zum Festspielsommer auf den ehemaligen Bauernhof in Glau. Davor, seit 1976, initiierten sie ihr Kunst- und Kulturspektakel im Frankenwald. Doch nun, nach 40 Jahren und 40 Festspielsommern, nehmen sie leise Abschied von dieser Tradition.

Das ausgebaute Künstlerhaus Rollwenzelei in Glau

Das ausgebaute Künstlerhaus Rollwenzelei in Glau.

Quelle: Elinor Wenke

„Wir behalten unser lieb gewonnenes Domizil in Glau, aber die aufwendigen Feste wird es nicht mehr geben“, sagt Fabich. Noch einmal waren im Juli viele Gäste in die Rollwenzelei gekommen, um aus dem gerade erschienen siebten Clauert-Buch neue Streiche des Trebbiner Schelms zu erfahren, die Meisterkomödie „Mirandolina“ zu verfolgen oder zu nächtlicher Stunde eine rasante Damenrevue zu erleben. „Bis zum frühen Morgen wurde gefeiert und keiner ahnte, dass es das letzte Fest dieser Art war“, sagt Fabich. Die Akteure und das Publikum seien in die Jahre gekommen, die Vorbereitungen zu aufwendig geworden. „Viele unserer Berliner Freunde sind tot oder trauen sich den Ausflug nach Glau nicht mehr zu“, erzählt Bieberstein, „es ist Zeit, kürzer zu treten.“

Hintergrund

Das Künstlerhaus Rollwenzelei wurde 1976 von dem Berliner Arzt Jürgen Bie-berstein, der Galeristin Vera Ziegler, Ella Bieberstein und dem Schriftsteller Peter J. Fabich in Langenbach (Oberfranken) gegründet.

Der Name ist ein Toast auf die fränkische Wirtin Anna-Dorothea Rollwenzel, die dem Dichter Jean Paul in ihrem Gasthof in Bayreuth ein ungestörtes Arbeitsdomizil gewährte.

Karfreitag 1993 zog das Künstlerhaus vollständig nach Glau um.

Noch einmal traf sich jetzt der harte Kern der Initiatoren, um die Jahrzehnte Revue passieren zu lassen. Vor 24 Jahren hatten sie das verwahrloste Grundstück in der Glauer Dorfaue völlig umgekrempelt und ein idyllisches Kleinod geschaffen. „Im September 1992 unterzeichneten wir den Kaufvertrag“, berichtet Bieberstein, „drei Tage später wurde zum ,Ruinenfest’ geladen.“ Bei Bratwurst, Bier, Musik und Gesprächen war der Kontakt zur Glauer Bevölkerung geknüpft. Seitdem wurden unzählige Ausstellungen gezeigt und Lesungen angeboten. Die kleine Scheune wurde zum überfüllten Theatersaal, wenn Fabichs „Theater im Türrahmen“ oder andere Ensembles ihre frech-frivolen Stücke in Szene setzten.

Vieles auf die Beine oder auf den Kopf gestellt

Die Rollwenzelei hat frischen Wind und neue Impulse nach Glau gebracht und galt als eigenwillige und anspruchsvolle Kultur auf dem Lande. „Wir haben vieles auf die Beine oder mit Vergnügen auf den Kopf gestellt und zwar immer privat und nicht kommerziell“, sagt Fabich. Er registriere, dass in der Region immer mehr Angebote gewinnbringend vermarktet werden.

Melancholische Stimmung wollen die Hauptakteure aber nicht aufkommen lassen. „Wir wollen nicht weinen, dass es vergangen, sondern uns freuen, dass es gewesen ist“, sagt „Beleuchter“ Dietrich Wacker. Von den schönen Erinnerungen wollen sie zehren.

Von Elinor Wenke

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