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Endspurt für „Tetzel kommt“

Jüterbog Endspurt für „Tetzel kommt“

Wenn jemand zu Besuch kommt, dessen Tun der Auslöser war, die (christliche) Welt auf den Kopf zu stellen, sollte man sich sorgsam darauf vorbereiten. Gerade dabei ist man in Jüterbog. Das große Fest „Tetzel kommt“ Anfang September ist der wichtigste Beitrag zum Reformations-Gedenken.

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Jörg Podzuweit ist der Drahtzieher hinter den Kulissen des Tetzel-Festes und wird dann auch zu den Akteuren gehören.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Nun also kommt er wirklich: Tetzel, der vermutlich berühmteste Ablasshändler der Welt. Hätte es den Karmeliter-Mönch nicht gegeben, hätte es möglicherweise noch ein wenig gedauert, bis ein anderer Anlass Martin Luther zu seinen reformatorischen Thesen bewegt hätte. Wer der Reformation, wie dieser Tage das halbe Abendland, gedenken will und dabei nur an Luther und seine Thesen denkt, hat zu kurz gedacht.

Schon lange vor Beginn des Jubiläumsjahres hat man im Heimatverein Jüterboger Land damit begonnen, das Wirken des Ablasshändlers Tetzel genauer zu betrachten. „In seiner Zeit betrachtet, hat er durchaus Gutes vollbracht, nämlich die Menschen von dem zu befreien, was sie quält“, sagt Heimatvereins-Vize Falk Kubitza, der Tetzels Wirken mit dem vergleicht, was heute Aufgabe der Psychologen ist.

Seit Jahren mit der Tetzel-Figur befasst

Bereits vor fünf Jahren, als in Jüterbog kaum jemand die Bedeutung Tetzels und den Jahrestag im Blick hatte, hat Kubitza im Heimatverein dafür geworben, sich näher mit der Person des Ablasshändlers zu befassen.

Mit Erfolg. Denn das zweitägige Fest „Tetzel kommt“, zu dem am 8. und 9. September zahlreiche Gäste aus nah und fern erwartet werden, ist der wichtigste Beitrag des Heimatvereins im Reformationsjahr.

Nur noch vier Wochen bleiben bis zum Fest

Den Hut auf bei der Organisation hat Vereins-Vorsitzender Jörg Podzuweit, dem sein privates Interesse am Mittelalterlichen und seine Kontakte zur Mittelalterszene dabei zupass kommen. In dieser Woche lud Podzuweit zu einer weiteren Regiebesprechung ein. „Genau vier Wochen bleiben uns noch für das Feintuning“, sagte der Chefregisseur.

„Und der Teufel steckt oft in den technischen Details, an die vorab niemand gedacht hat“, sagt der Wittenberger Bernd Konrad, den Podzuweit als Moderator des zweitägigen Tetzel-Festes gewinnen konnte. Aufgrund seiner Erfahrungen als Hauptmann der Wittenberger Stadtwache und Mitglied im Trebbiner Verein der Hans-Clauert-Getreuen weiß Konrad, was bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung schiefgehen kann – von versagenden Mikrofonen bis zum auseinanderreißenden Festumzug.

Unterstützung gibt’s von fern und nah

Hilfe zuteil wird den Jüterboger nicht nur aus der Lutherstadt, sondern auch aus anderen Städten. Aus Leipzig stammten die Darsteller des Reformators und des Ablasspredigers. Die Tanzmäuse aus Jessen werden das Publikum unterhalten. Aus Raben im Fläming kommt der „Feuerfresser“ und aus Berlin die Rittergilde, die in der „Stadt des Anstoßes“ mittelalterlich-kämpferisches Flair verbreiten wird.

Rund 38 000 Euro wird das Fest schätzungsweise kosten. Das Geld stammt aus Lottomitteln des Landes, vom Kreis und von Sponsoren.

Von Uwe Klemens

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