Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Energie-Experten besuchen Handwerker

Jüterbog Energie-Experten besuchen Handwerker

Energieberater von Handwerkskammern aus ganz Deutschland haben Unternehmen im Kreis Teltow-Fläming besucht, um sich über ihre Konzepte zu Strom- und Wärmeeffizienz zu informieren. Sie besuchten unter anderem die Neumarktfleischerei und das Autohaus Klaus in Jüterbog. Dabei entdeckten sie technologische Vorbild-Betriebe.

Voriger Artikel
Vielfältige Kulturfeste am Wochenende
Nächster Artikel
Regenbogenfahne aufgezogen

Stolz präsentierte Steffen Papendorf (2.v.l.) die moderne, Anlagenabwärme nutzende Heizungsanlage der Neumarktfleischerei.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. „Theorie ist das Eine, aber in der Praxis läuft manches eben doch ein bisschen anders“, sagt Elisabeth Maeser. Zusammen mit knapp 40 Berufskollegen aus ganz Deutschland hatte sich die Umwelt- und Energieberaterin der Handwerkskammer Ulm auf den Weg in den Fläming gemacht.

Thema der von der Handwerkskammer Potsdam organisierten, dreitägigen Weiterbildungsveranstaltung ist das gemeinsame Aufdecken von Einsparpotenzialen beim Energieverbrauch, der gerade auch für Handwerksbetriebe von existenzieller Bedeutung ist. Neben Vorträgen über moderne Technologien und Fördermöglichkeiten, stand der Besuch von Betrieben im Kreis Teltow-Fläming auf dem Programm, die bereits mit Erfolg an der energetischen Verbrauchs- und Kostenschraube gedreht haben.

Bäckerei, Autohaus und Fleischerei besucht

Bereits am Vormittag hatten die Fachleute einen Blick in die beinahe energieautark arbeitende Landbäckerei Röhrig in Blankensee werfen können, deren Mix aus Photovoltaik, Solarthermie, Blockheizkraftwerk, Stromspeicher und Elektromobilität gilt als beispielhaft. Am Nachmittag führte Waldemar Schmidt, Innungsobermeister der Sanitär-, Heizungs- und Klimafachleute, der in Fachkreisen auch gern mal „Sonnenkönig“ genannt wird, die Besucher durch beispielhaft energetisch arbeitende, Jüterboger Unternehmen.

Waldemar Schmidt (2vl) führte die Besucher in die Energiezentrale des Autohauses Klaus, deren Herzstück ein Blockheizkraftwerk ist

Waldemar Schmidt (2.v.l) führte die Besucher in die Energiezentrale des Autohauses Klaus, deren Herzstück ein Blockheizkraftwerk ist.

Quelle: Uwe Klemens

Erste Station war dabei das Autohaus Klaus im Gewerbering, wo Juniorchef Steven Klaus und Waldemar Schmidt über ihre Erfolge bei der energetischen Sanierung ins Schwärmen gerieten. Trotz Vergrößerung der Gewerbefläche von 1200 auf 1600 Quadratmeter sank der jährliche Energieverbrauch dank gleichzeitigen Einbaus eines Blockheizkraftwerkes von 26 000 Kubikmeter Gas auf 19 000 Kubikmeter, und der Stromverbrauch ging von 200 000 auf 100 000 Kilowattstunden zurück, sodass sich die Investition bereits nach wenigen Jahren amortisiert.

Gas und Strom gespart

Auf eine ähnliche Erfolgsbilanz kann auch Steffen Papendorf, Chef der Neumarktfleischerei verweisen. Die in moderne Abwärme nutzende Energietechnik investierten 75 000 Euro haben sich hier bereits nach drei Jahren amortisiert. Zugleich verfügt das Unternehmen nun über modernste Kühltechnologie, deren Erneuerung der Anlass war, über ein Gesamtenergiekonzept nachzudenken. Mit der Absenkung des Gasverbrauchs von jährlich 60 000 auf 45 000 Kubikmeter spart der Betrieb jährlich 25 000 Euro – Tendenz steigend, da mit einem weiteren Anstieg des Gaspreises zu rechnen ist.

„Die Energiewende wird kommen“

Dass der Einsatz moderner Technologien noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, schilderte Waldemar Schmidt anhand zahlreicher Beispiele. Als Hinderungsgründe nannte Schmidt die unzureichenden Kenntnisse vieler Installationsbetriebe, aber auch die Absatzinteressen der Industrie.„Wichtig ist, dass wir Handwerker nicht nur die Zusammenschrauber von dem sind, was uns die Industrie liefert, sondern dass wir uns selbst weiterbilden und unsere Ideen einbringen“, sagte Schmidt, „denn die Energiewende wird kommen müssen, ob wir wollen oder nicht.“

Kammern organisieren Beratungen

Die Beratung der Handwerksbetriebe in allen Fragen des Energiemanagements und des Umweltschutzes ist eine der wichtigsten Aufgaben der Handwerkskammern.

In rund einer Million Handwerksbetrieben arbeiten derzeit knapp 5,5 Millionen Menschen.

Hinzu kommen zirka 400 000 Lehrlinge, wodurch etwa 12,5 Prozent aller Erwerbstätigen und 28,3 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland im Handwerk tätig sind.

Die Handwerkskammern sind deren Interessenvertreter und geben Hilfestellung in praktischen Fragen, sowie bei der Aus- und Fortbildung.

Bundesweit gibt es 53 Handwerkskammern und 48 Fachverbände.

Von Uwe Klemens

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg