Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Engpass auf der letzten Kabelmeile
Lokales Teltow-Fläming Engpass auf der letzten Kabelmeile
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:01 04.09.2015
Breitbandversorgung in der Region ist noch nicht vollständig abgedeckt. Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Dahmeland-Fläming

Ein zweites Mal würde sich Dmitry Khazan mit seinem Transportunternehmen wohl nicht in Groß Kienitz ansiedeln. Die Internetverbindung in dem Gewerbegebiet von Blankenfelde-Mahlow ist einfach viel zu langsam. „Viele Kunden wollen zum Beispiel Transportdokumente eingescannt per E-Mail geschickt bekommen“, erzählt der 36-jährige Unternehmer. „Aber solche großen Mails schicke ich eigentlich nur noch abends, weil das Internet sonst komplett lahmliegt.“

Dabei gilt Groß Kienitz schon als versorgt mit Breitband-Internet (siehe Infokasten). Im Jahr 2013 hat die Telekom Glasfaserkabel bis an den örtlichen Verzweiger gelegt – das sind jene grauen Kästen am Straßenrand, an denen man meist achtlos vorbeigeht. Mindestens zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an Datenvolumen sollte jeder Internetnutzer in dem Gebiet bekommen – das war die damalige Voraussetzung für eine finanzielle Förderung durch das Land, das fast 90 Prozent der Kosten übernommen hat. Und tatsächlich hat die Telekom geliefert: Zwischen vier und fünf Mbit/s kommen bei Dmitry Khazan und den anderen Unternehmern in Groß Kienitz aus der Buchse.

Breitbandversorgung in der Region. Quelle: MAZ

Das Problem: Nach heutigen Standards reicht diese Datenmenge kaum noch aus und die Entwicklung wird sich weiter beschleunigen: „Zum einfachen Surfen reichen sechs Megabit pro Sekunde aus“, erklärt Dietmar Schultz, Techniker bei der Königs Wusterhausener IT-Firma Karp. „Wenn dann gleichzeitig noch jemand einen Film oder eine Serie per Streaming anschauen will, wird es allerdings eng.“ Im gewerblichen Bereich liegen die Anforderungen in der Regel noch höher. Große Unternehmen wie Rolls Royce in Dahlewitz etwa lassen sich darum schon mal ein Glasfaserkabel bis aufs Firmengebäude verlegen – eine Investition, die sich kleine und mittelständische Unternehmen kaum leisten können.

Schnell ins Netz

Etwa 3100 Verzweiger in Brandenburg waren bislang noch mit weniger als sechs Mbit/s versorgt. Welche Verzweiger im Zuge des Programms „Glasfaser 2020“ aufgerüstet werden, kann das Wirtschaftsministerium aus marktrechtlichen Gründen erst nach Anfang 2015 öffentlich machen.

Privatleute können aber bei den Breitband-Beauftragten der Landkreise abfragen, ob ihr Verzweiger dabei ist. Für Teltow-Fläming: Marcel Penquitt 0 33 75/52 38 20.

des Breitbandatlasses können Verbraucher ihren Bedarf an Breitband-Internet melden.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät Kunden, beim Vertrag auf ein Mindest-Datenvolumen zu achten. Die Formulierung „bis zu“ dient den Anbietern häufig als Schlupfloch, wenn das Internet zu langsam ist.

Untätigkeit lässt sich den Verantwortlichen in der Politik und bei den Internetfirmen wie Telekom, DNS oder Vodafone nicht vorwerfen. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald läuft noch bis Ende des Jahres das Investitionsprogramm „Glasfaser 2020“: Mehrere Hundert der grauen Verzweiger-Kästen in der Region werden im Zuge dessen ans Glasfasernetz angeschlossen, finanziert größtenteils durch Fördermittel der EU. Der geforderte Mindeststandard liegt diesmal bei sechs Mbit/s. Ob die am Ende tatsächlich bei den Internetnutzern ankommen, ist allerdings fraglich. In der Sprache der Techniker heißt das Problem „die letzte Meile“.

Denn selbst wenn der örtliche Verzweiger-Kasten an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen ist: Die Verbindung zwischen dem Verzweiger und den einzelnen Haushalten erfolgt immer noch durch Kupferkabel aus dem Zeitalter des Wählscheiben-Telefons. Kupferkabel bremsen die Daten aber durch ihren physikalischen Widerstand aus. Je länger das Kabel zum Verzweiger , desto langsamer der Internetanschluss im Wohnzimmer oder im Büro. Im Falle des Gewerbegebiets Groß Kienitz liegt der Verzweiger fast eineinhalb Kilometer entfernt – zu weit, um vom letzten Ausbau zu profitieren. „In den Wohngebieten beträgt die Entfernung zu den Verzweigern in der Regel aber nicht mehr als 500 Meter“, erklärt Marcel Penquitt, der Beauftragte des Landkreises Teltow-Fläming für den Breitbandausbau. „Etwa 99 Prozent der Haushalte in der Region werden ab kommendem Jahr mindestens sechs Megabit pro Sekunde zur Verfügung haben.“

Das Beispiel der Stadt Trebbin indes zeigt, wie sich durch intelligente Planung auch eine ländliche Kommune komplett mit schnellem Netz versorgen lässt. Als der Bund im Herbst vergangenen Jahres eine 300 Meter lange Straße im Ortsteil Stangenhagen sanierte, ließ der Bauleiter dort in einem Aufwasch Glasfaserkabel verlegen. Die Anwohner haben dort nun Datenvolumen von 100 Mbit/s zur Verfügung – davon können selbst Großstädter nur träumen. „Aber wir haben auch in den anderen Ortsteilen mindestens 30 Megabit pro Sekunde, weil die Firma DNS in jedem Ortsteil Verzweiger aufgestellt hat“, sagt Thomas Berger, der Bürgermeister von Trebbin.

Schnelles Netz in jedem Haushalt: Für Marcel Penquitt ist Trebbin ein Modell für die Zukunft: „Auch wenn wir nicht in jedes entlegene Dorf Glasfaserkabel legen können“, sagt der Breitband-Experte. Schließlich kostet die Verlegung der Kabel schon auf dem freien Feld etwa 15 Euro pro Meter. „Da wird man dann Finanzierungsmodelle finden müssen, wenn es soweit ist.“ Kommende Woche will sich Penquitt erstmal mit Vertretern der Telekom und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow treffen, um zu schauen, was er für Groß Kienitz machen kann. Wie wichtig das ist, bringt Dmitry Khazan auf den Punkt: „Ich bin mit der Firma von Berlin hier hingezogen“, erzählt der Transportunternehmer. „Über das Thema Internet hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht. Wer denkt schon daran, dass es das in einem Gewerbegebiet nicht gibt?“

Von Martin Küper

Teltow-Fläming Neugestaltung des Rathausplatzes Ludwigsfelde - Das Ende der Mini-Brunnen

Die Ludwigsfelder Stadtverwaltung plant eine Umgestaltung des Rathausplatzes. Der Bauausschuss bekam jetzt Varianten für die Neugestaltung vorgestellt, weil die 16 Wasserstellen saniert werden müssen – und sie den Platz kaum nutzbar machen.

07.09.2015
Teltow-Fläming Jüterboger Sportplatz mit Investitionsbedarf - Rohrteich-Platz soll Fläming-Stadion werden

In der DDR hieß er Ernst-Thälmann-Sportplatz. Mit der Wende wurde daraus der Sportplatz am Rohrteich in Jüterbog. Der soll nun einen neuen Namen bekommen. Noch dringender wird Geld zur Sanierung der Tartanbahn gewünscht, damit der 1992 entstandene Landesleistungsstützpunkt Leichtathletik erhalten bleibt.

07.09.2015
Teltow-Fläming Cosima Gulde aus Mahlow hat an Informatikcamp teilgenommen - Kunststücke mit Tieren und Maschinen

Mit Informatik hatte Cosima Gulde bisher kaum etwas am Hut. Ein Informatikcamp am Hasso-Plattner-Institut lernte die 18-Jährige aus Mahlow, wie man Roboter programmiert. Ihre wahre Leidenschaft gilt jedoch dem Pferdesport.

07.09.2015
Anzeige