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Engpass wird beseitigt – fünf Monate Baustelle

Brückenbau zwischen Rohrbeck und Dennewitz Engpass wird beseitigt – fünf Monate Baustelle

Autofahrer im Fläming kannten diesen unfallträchtigen Engpass: Unter der Bahnbrücke zwischen Rohrbeck und Dennewitz sollte man lieber langsam durchfahren. Jetzt wird die etwa 130 Jahre alte Brücke durch ein größeres Bauwerk ersetzt. Auch im Bahnverkehr bringt dies Beschleunigung.

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In dieser Grube werden Stahlbahnen zum Einschieben der vormontierten Brücke verlegt.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Dennewitz. Noch rollen die Züge nur gemächlich mit maximal 30 Stundenkilometer über die betagte Stahlbaukonstruktion, die die Landesstraße 81 zwischen Rohrbeck und Dennewitz quert. Das Brückenbauwerk wird durch einen Neubau ersetzt. Für Kraftfahrer ist ein Durchkommen auf der Straße derzeit unmöglich, da vor dem Durchlass auf der Westseite (Dennewitz) eine riesige Baugrube klafft. Mit diesem Bauvorhaben verschwindet ein nervtötender und unfallträchtiger Engpass in der Region.

Den Zuschlag für das Projekt erhielt die BUG Verkehrsbau AG Berlin. Die Baumaßnahme wird im Zeitraum vom 1. Februar bis 21. Juni dieses Jahres realisiert. Dazu gehört auch der Neubau der Straßenanbindung durch den Landesbetrieb Straßenwesen mit Sitz in Cottbus. Das Projekt ist insgesamt mit 1,75 Millionen Euro veranschlagt, finanziert wird es aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg sowie aus Eigenmitteln der DB Netz AG entsprechend des Eisenbahnkreuzungsgesetzes. Die Gemeinde Niedergörsdorf, auf deren Terrain die Brücke liegt, muss sich nicht an den Kosten beteiligen.

Umleitung

Während der Bauzeit erfolgt eine Umleitung für alle Fahrzeuge.

Die Schilder weisen den Weg von Gölsdorf über Niedergörsdorf, Neues Lager und Jüterbog nach Rohrbeck und zurück.

Pkw können auch die Gemeindestraße zwischen Gölsdorf und Oehna passieren. Die Gemeinde Niedergörsdorf hat beidseitig zahlreiche zusätzliche Ausweichbuchten eingerichtet.

1100 Tonnen wird die Neukonstruktion schwer sein, die Vorfertigung erfolgt komplett an der Baustelle. Nach der Demontage der alten Brücke und dem Gleisrückbau erfolgt die Vorbereitung des Einschubes. Er erfolgt nach dem so genannten Fluidverfahren TF, auf das sich die Firma Multilift spezialisiert hat. Die ausgehobene Grube erhält eine Fundamentplatte aus Stahlbeton. Darauf werden Metallbahnen befestigt. Über gewaltige Luftkissen wird die Brücke mit einem Vorschub von etwa einen Zentimeter pro Minute „eingeschwebt“ und millimetergenau auf den Brückenfundamenten positioniert.

Während dieser „heißen Phase“ vom 23. Mai bis 5. Juni erfolgt eine Vollsperrung der Bahnstrecke zwischen Jüterbog und Oehna. Nach der Verkehrsfreigabe können täglich mindestens 20 Personenverkehrs- und sechs Güterzüge die Stelle passieren – mit 100 statt bisher 30 km/h. Das beschleunigt die Bahnverbindungen.

Ein Kran lädt Bauteile ab

Ein Kran lädt Bauteile ab.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Guido Güthling, Leiter der Straßenmeisterei in Luckenwalde, erläuterte die damit verbundenen Straßenbauarbeiten. Die Fahrbahnbreite wird ihm zufolge durchgängig etwa 6,5 Meter betragen, selbst zwei Lkw können die Durchfahrt unter der Brücke dann nebeneinander passieren. Bisher passte nur ein Fahrzeug durch. Etliche Verkehrsschilder werden überflüssig. Die Durchfahrtshöhe wächst von bisher 3,7 Meter auf das Mindeststandardmaß von 4,5 Meter. Dazu muss die Fahrbahn um etwa einen Meter tiefer gelegt werden, der Bau einer komplett neuen Entwässerung mit Auffangbecken ist dafür erforderlich. Für Skater und Radfahrer wird eine separate Querung mit Halteinsel gebaut.

Wie alt die jetzige Stahlkonstruktion ist, steht nicht genau fest. Rainer Szameit, Eisenbahnhistoriker aus Jüterbog, geht davon aus, dass sie so alt ist wie die Trasse zwischen Jüterbog und Falkenberg selbst. 1841 ging sie eingleisig in Betrieb, 1881 wurde sie auf zwei Schienenstränge erweitert. Seit 1946 ist sie wieder einspurig, das zweite Gleis und damit auch die Brücke gingen als Reparationsleistungen an die sowjetische Weltkriegs-Siegermacht.

Von H.-Dieter Kunze

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