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Enten auf der Motorhaube

Oma sitzt im Trabi und bewacht das Federvieh Enten auf der Motorhaube

Mit einem Trabant waren in der DDR die meisten Autofahrer unterwegs. Heute dient die Karosse allen möglichen Zwecken. In Sernow hat das Federvieh eine Karosse, eine Oma-Puppe „fährt“ in einer weiteren.

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Die Scheibe ist etwas beschlagen. Die Ente stört das nicht.

Quelle: Gertraud Behrendt

Sernow. Eine Oma, die im Hühnerstall Motorrad fährt, wird seit Jahrzehnten besungen. Das ist die Oma in Sernow besser dran. Sie sitzt in einem Trabant. So muss sie nicht dem Fahrtwind und dem Regen trotzen. Das Auto mögen auch die zukünftigen Weihnachtsenten. Gern nehmen sie mal auf der Motorhaube Platz, schließlich rast die Oma am Steuer nicht durchs Geflügelgehege.

Der Trabant ist in Sernow langfristig geparkt worden. Viele wollen so ein Auto nicht einfach entsorgen. Schließlich war die Wartezeit auf einen fahrbaren Untersatz in der DDR beträchtlich. So ging es auch Familie Fitzner. „Mein Sohn wollte ihn erst am Haus anbringen“, sagt Gertrud Fitzner. Das hätte aber Probleme geben können, wenn ein Teil herausragt. Deshalb kam ihm die Idee, den Hühnern, Enten und Gänsen einen Sommersitz zu bauen. Damit die Oma nicht so bedrängt wird – sie ist ja nicht mehr die Jüngste und muss sich konzentrieren – gibt es auf dem Gelände zwei Autos. Dann muss sich auch das Federvieh nicht streiten.

Im zeitigen Frühjahr darf das Geflügel nur stundenweise raus. „Da ist das Gras noch jung, das Geflügel würde das Gras gleich wegscharren“, sagt Gertrud Fitzner. Jetzt im Sommer ist das kein Problem. Bei Sonne und Regen können die Enten unter einem Trabi-Dach schnattern, die Hühner können dazu gackern. Unter dem anderen Dach passt die Oma auf alles auf. Und weil Omas Kleider in der Sonne ausbleichen, spendiert Familie Fitzner jedes Jahr um die Weihnachtszeit immer etwas Neues. Von Dezember bis Januar wird Großmutters Trabant auch noch beleuchtet.

Gertrud Fitzner berichtet, dass bei einer Zusammenkunft einmal erzählt worden war, dass am Wirtschaftsweg ein Unfall passiert sei. Bei den weiteren Schilderungen von einem Trabant, der schon etwas eingesunken sei, dämmerte es ihr, dass jemand im flüchtigen Vorbeifahren vielleicht nicht gleich gesehen hatte, dass die Oma im Auto nicht ganz echt ist und der Unfall erst recht nicht. So hatten am Ende alle etwas zu lachen.

Von Gertraud Behrendt

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