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Entwurf mit Freifläche und Tiefgarage überzeugt Jury

Einkaufszentrum für Jüterbog Entwurf mit Freifläche und Tiefgarage überzeugt Jury

Im Jüterboger Rathaus wurden die Preisträger des städtebaulichen Wettbewerbs für ein neues Einkaufszentrum an der Großen Straße vorgestellt. Trotz Lob für einen zurückhaltenden Siegerentwurf mit viel Gefühl für die Struktur der Stadt stellen die Anwohner das Gesamtprojekt in frage.

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Die Mitglieder der Jury waren sich einig, dass der Entwurf des Berliner Büros „tm.es architekten“ eine gelungene Grundlage für die mögliche Neubebauung darstellt. In der Darstellung sieht man vom früheren Kino und dem Textilmarkt Kik aus die verschiedenen Gebäuderiegel mit Shed-Dächern.

Quelle: Degener / TM.ES Architekten

Jüterbog. Großes Interesse hat die Präsentation der Wettbewerbsergebnisse für ein Einkaufszentrum im Jüterboger Zentrum zwischen der Großen Straße und der Straße Hinter der Mauer am Mittwoch im Rathaus hervorgerufen. Die Jury des von Investor Mario Felgentreu ausgelobten städtebaulichen Wettbewerbs erläuterte die Ergebnisse der drei Preisträger und stellte vor, wie der Standort von Rewe, Rossmann und Kik und künftig auch Aldi in wenigen Jahren aussehen könnten.

Für den Städtebau-Experten und Jury-Vorsitzenden Heinz Nagler war die gestellte Aufgabe schwierig, da es darum ging mehr als 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche in zweiter Reihe in einem sensiblen und geschützten Areal unterzubringen. „Wir haben aber mit dem Preisträger eine Arbeit, die nachweist, dass die Integration dieser Massen möglich ist“, lobte er das Architekturbüro „tm.es architekten“ aus Berlin. Ihr Entwurf ist im Vergleich zu den anderen Teilnehmern gerade zu sparsam und lässt im Süden des Plangebiets eine Fläche für Grünanlagen oder Mietergärten frei. Damit orientierten sich die Architekten an der Struktur und Geschichte der Parzellen, die vom Vorderhaus über Wirtschaftsgebäude in Obstgärten auslief.

Kritik an Verkehrsführung

Kritik gab es an der Verkehrsführung: Trotz einer direkten Einfahrt in eine Tiefgarage und zwei Passagen für Fußgänger von der Großen Straße in den Hofbereich gebe es wenig Platz für den Lieferverkehr und damit ein Risiko von Kollisionen zwischen Fußgängern und Lieferanten. Der Entwurf ist laut Nagler auch im Bezug auf den Denkmalschutz „genehmigungsfähig“. Ob die Gebäude mit den industriell wirkenden Shed-Dächern und großen Glasflächen tatsächlich errichtet werden, steht noch nicht fest. Ein städtebaulicher Wettbewerb gibt nur eine mögliche Lösung einer architektonischen Aufgabe vor, indem Baumassen, die Anordnung von Gebäuden und Wegeführung durchgespielt werden.

So lobte Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) zwar den Entwurf, betonte aber, dass es sich um einen „theoretischen Ansatz“ handele. Er zweifelt zudem daran, dass die Verdopplung der Verkaufsflächen im Vergleich zur aktuellen Größe des Standort realistisch ist. Die Gesamtverkaufsfläche in der Stadt sei begrenzt und es gebe „starke Ansprüche der Einwohner im Norden der Stadt, die dort einen Lebensmittelmarkt vermissen“. Im Entwurf des Einzelhandelskonzepts der Stadt sind beide Standorte vorgesehen.

Keine Kritik am Preisträger, sondern dem Projekt insgesamt wurde von Anwohnern geäußert, die der Veranstaltung beiwohnten. Sie fürchten sich vor mehr Lärm und Verkehr und der Wertminderung ihrer Grundstücke. „Man muss die Innenstädte in Nutzung halten oder in Nutzung bringen und das bedeutet Fortschreibung und Veränderung“, sagte der Städtebauer Heinz Nagler dazu. Innenstädte seien Handelsplätze und dürften nicht zu Wohnstädten für alte Menschen verkommen oder vollkommen eingefroren werden.

Info: Alle Entwürfe sind bis 27. September im Rathaus Jüterbog zu sehen.

Von Peter Degener

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