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Entwurzelte Bäume, überflutete Keller

Unwetter in Dahmeland-Fläming Entwurzelte Bäume, überflutete Keller

Zu mehr als 80 Einsätzen mussten die Feuerwehren der Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald in der Nacht zu Dienstag ausrücken. Grund waren meistens umgestürzte Bäume und nasse Keller, in Mahlow musste aber auch eine Wohnung nach Blitzeinschlag evakuiert werden. Eine Bilanz.

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Allein auf diesem Grundstück in Bindow wurden drei Bäume entwurzelt. Eine Kiefer verfehlte das Wohnhaus nur knapp und stürzte auf einen angrenzenden Schuppen.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Dahmeland-Fläming. Am Montagabend Gegen 23 Uhr hörte Ingrid Melchert ein lautes Krachen. „Weil draußen das Unwetter tobte, bin ich aber lieber im Haus geblieben“, erzählt die Frau aus Bindow. So sah sie die Bescherung erst am nächsten Morgen: Der Sturm hatte zwei riesige Kiefern auf ihrem Grundstück entwurzelt, eine verfehlte das Dach des Nachbarhauses nur knapp. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt Ingrid Melchert.

Und ihre Bäume waren nicht die einzigen in der Region, die in der Nacht zu Dienstag dem starken Unwetter zum Opfer fielen. Die Leitstellen verzeichneten für Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming fast 80 Feuerwehreinsätze, die meisten wegen umgestürzter Bäume. Gebietsweise überflutete der Starkregen auch Keller und Garagen. Zwei Blitzeinschläge in Häuser wurden gemeldet.

Ein nasser Keller in einem Wohnhaus Luckenwalde

Ein nasser Keller in einem Wohnhaus Luckenwalde.

Quelle: Hartmut F. Reck

In Mahlow mussten die Wehren zu einem Dachstuhlbrand ausrücken. Kurz nach 23 Uhr hatte ein Blitz ins Dach eines Mehrfamilienhauses eingeschlagen. Dadurch geriet ein Dachbalken in Brand. Die Feuerwehr evakuierte vorsorglich eine Wohnung. Letztlich wies das Haus aber nur leichte Schäden auf.

Noch glimpflicher ging ein Blitzeinschlag in Wölmsdorf (Niedergörsdorf) aus. Dort meldete ein Anwohner lediglich eine qualmende Steckdose. Eine Baumgruppe auf dem Golfplatz Motzen fing nach Blitzeinschlag Feuer, wurde aber vom Regen wieder gelöscht.

In den Städten waren die Wehren zum Teil im Dauereinsatz. In Luckenwalde mussten die Feuerwehrleute zwölf mal ausrücken, um Keller auszupumpen. In Jüterbog führte der starke Regen zu Fahrbahnüberflutungen, unter anderem in der Schlosstraße, am Luckenwalder Berg und in der Zinnaer Vorstadt. „Das Wasser lief von alleine ab, aber wir mussten Gullideckel wieder einsetzen, die das Wasser hochgedrückt hatte“, sagte Ortswehrführer Lutz Selent.

In dieses Dach in Mahlow schlug ein Blitz ein

In dieses Dach in Mahlow schlug ein Blitz ein. Eine Wohnung musste evakuiert werden. Der Schaden hielt sich aber in Grenzen

Quelle: Christian Zielke

In Dahme-Spreewald waren die Motorsägen das wichtigste Hilfsmittel der Wehren. In Wernsdorf, Großziethen, Münchehofe, Kleinziethen, Dannenreich, Friedersdorf, Uckley, Bindow, Kolberg, Prieros und Streganz wehte der Sturm dicke Äste oder ganze Bäume auf Straßen.

Tatsächlich war die Wetterlage in der Nacht heftig. Die Niederschlagsmengen überstiegen teilweise sogar das übliche Monatsmittel für den Mai. „Solche Regenfälle gibt es höchstens ein oder zweimal im Jahr“, sagt Marco Ringel, der eine Wetterstation in Jänickendorf betreibt. Dort fielen in der Nacht 41 Liter je Quadratmeter, im knapp 30 Kilometer entfernten Oehna waren es sogar rund 60 Liter je Quadratmeter. Das ist so viel, wie bei normaler Witterung in eineinhalb Monaten herunterkommt. „Grundsätzlich hat uns der Regen gefreut, immerhin war es vorher vier Wochen trocken“, sagt der Geschäftsführer der Oehnaland Agrar GmbH, Frank Bruckbauer. „Aber es hätte nicht alles auf einmal sein müssen.“

Jüterbogs Ortswehrführer Lutz Selent sah in dem Unwetter auch etwas Positives: „Immerhin ist jetzt die Waldbrandgefahr auf den Schießplätzen gedämpft, so dass wir mal eine Woche durchatmen können.“

Von Oliver Fischer

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