Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Erdbestattung ist immer weniger gefragt
Lokales Teltow-Fläming Erdbestattung ist immer weniger gefragt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 09.11.2017
Ein Baum für die Ewigkeit: Auf einem Friedhof in Königs Wusterhausen prägt stellenweise die Baumbestattung das Bild. Quelle: Gerlinde Irmscher
Anzeige
Dahmeland-Fläming

In Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming geht der Trend zu anonymen und halbanonymen Urnenbestattungen sowie zur Urnenbeisetzung an Bäumen und in Ruheforsten.

„Für uns als Kommune ist es wichtig, diese Möglichkeiten anbieten zu können und dabei die Friedhofskultur zu erhalten“, sagt Michaela Hoffmann, Abteilungsleiterin im Grünflächen- und Friedhofsamt Luckenwalde. Seit Januar 2014 gibt es auf dem von der Stadt verwalteten Friedhof „Vor dem Jüterboger Tor“ die Möglichkeit der Baumbestattung. „Pro Jahr lassen sich hier zwischen 20 und 25 Menschen auf diese Weise beerdigen“, sagt Hoffmann, „diese Möglichkeit wird rege genutzt.“

Für die Baumbestattungen wurde kein externer Friedwald angelegt – die Bäume auf dem Friedhofsgelände bieten neuen Raum für Ruhestätten. „Wir legen großen Wert auf die Friedhofskultur und möchten deshalb das hier vorhandene Potenzial dafür nutzen“, sagt Hoffmann.

Im Prinzip funktioniere die Baumbestattung ähnlich wie eine Urnengemeinschaft, bis zu sechs Urnen können dort untergebracht werden. „Urnenbestattungen sind auf ganz unterschiedliche Art möglich“, sagt Hoffmann. In einer Einzelgrabstätte, einer kleinen oder großen Wahlgrabstätte sowie in einer Gemeinschaftsanlage können die Verstorbenen ihre letzte Ruhe finden. Der Luckenwalder Waldfriedhof bietet außerdem an einer historisch gewachsenen Urnenwand viele Nischen, in denen Verstorbene ebenfalls beigesetzt werden können. „Wir haben die historischen Anlagen neu gestaltet und auch die Außenmauer neu aufgearbeitet“, sagt Hoffmann.

Auf dem Friedhof „Vor dem Jüterboger Tor“ in Luckenwalde kann man sich unter den vorhandenen Bäumen beerdigen lassen. Ein eigener Bestattungswald wird dort nicht angelegt. Quelle: Margrit Hahn

„Der Trend geht klar zur Urnenbestattung“

Anfang der 90er Jahre, so Hoffmann, habe es pro Jahr noch 50 bis 60 Erdbeisetzungen gegeben – heute seien es noch maximal zehn. „Der Trend geht klar zur Urnenbestattung“, sagt Hoffmann. Das hänge damit zusammen, dass Familien heutzutage häufig nicht mehr an einem Ort, sondern teilweise weit auseinander lebten, was die regelmäßige Pflege des Grabes eines Angehörigen erschwere. „Wer sich für eine Urnen- oder Baumbestattung entscheidet, weiß, dass die Grabstelle ordentlich gepflegt wird und jederzeit die Möglichkeit besteht, sie zu besuchen.“

Diese Entwicklung beobachtet auch Andrea Bunzel von der Friedhofsverwaltung Jüterbog. „Es hat mit der demografischen Entwicklung zu tun – die Kinder ziehen weg, Eltern wollen ihnen die intensive Pflege ihrer Gräber nicht aufbürden.“ Die Zeiten, in denen Kinder 25 Jahre lang für eine gepflegte Grabstätte der Eltern sorgten, seien vorbei. Natürlich wolle man seiner Toten gedenken, aber viele Menschen seien beruflich und privat so eingespannt, dass sie es sich zeitlich nicht leisten könnten, über Jahre hinweg ein Grab zu pflegen. Mit einem anonymen oder halb-anonymen Grab hätten die Angehörigen keine Arbeit.

Seit 2008 gibt es auf dem städtischen Friedhof von Jüterbog die halb-anonyme Bestattung, bei der die Urne des Verstorbenen unter einer DIN A4-großen Platte vergraben wird, auf der maximal Name, Geburts- und Todesdatum zu sehen sind. Mittlerweile sind 80 Prozent der dort Beigesetzten auf diese Weise beerdigt. „Vor 50 Jahren waren die Friedhöfe voll, da lagen die Gräber dicht an dicht“, sagt Bunzel.

Neuer Platz durch Einebnung

Viele Grabstellen, die nicht mehr belegt sind, werden jetzt eingeebnet. Der dadurch neu entstandene Platz kann somit anders verwendet werden, wie auch auf dem Waldfriedhof in Wildau. „Durch die gewonnenen Flächen haben wir seit drei Jahren genug Platz, um Baumurnenbestattungen zu ermöglichen“, sagt Beate Dikow von der dortigen Friedhofsverwaltung.

Auf dem Waldfriedhof lassen sich seit einigen Jahren viele Menschen anonym auf der „Grünen Wiese“ beerdigen. „Wenn das den Angehörigen im Nachhinein doch zu unpersönlich ist, kann man als Ersatz noch immer eine Urnenwahlstelle bekommen, damit es einen konkreteren Platz gibt, um des Verstorbenen zu gedenken“, sagt Beate Dikow. Um den Waldcharakter zu erhalten und den Friedhof nicht in erster Linie als solchen wahrzunehmen, sollen Trauernde dort an anonymen Gräbern auf große Monumente, Kunstblumen und anderen Dekor verzichten. „Wir haben hierfür eine zentrale Ablagestelle eingerichtet“, sagt Dikow. Auch in Wildau hat die Anzahl der Erdbestattungen deutlich abgenommen: Seit der Wende sei der Rückgang sehr deutlich zu merken.

Auch in Ludwigsfelde lassen sich immer weniger Menschen in einem Sarg zu Grabe tragen. „Anonyme und halbanonyme Urnenbestattungen sind mittlerweile viel beliebter“, sagt Evelyn Stöber, Leiterin des Sachgebietes Kommunalservice in Ludwigsfelde. Schon seit den 50er Jahren hätten Urnenbestattungen zugenommen, doch die Tendenz sei nach der Wende noch einmal deutlich gestiegen.

Ein Baum für die Ewigkeit

„Bei uns gibt es gerade viele Neuerungen“, sagt Stöber. „Die Friedhofserweiterung ist abgeschlossen und wir haben die Friedhofssatzung überarbeitet.“ Die Erweiterungsfläche solle jetzt sukzessive ausgebaut werden. Als erste Aktion nimmt die Friedhofsverwaltung am kommenden Freitag einen neuen Bestattungswald in Betrieb. Er liegt auf einem kommunalen Waldstück, auf dem die Toten in Bio-Urnen bestattet werden können, die sich mit der Zeit in der Erde zersetzen. „Bei der Baumbestattung lautet der Gedanke: Eins werden mit der Natur“, sagt Stöber. Der Bestattungswald schließt direkt an den Friedhof an, so dass für die Trauerfeier am Baum im Bestattungswald auch die Einrichtungen des Friedhofes, beispielsweise die Kapelle, genutzt werden können.

Doch hier ist Baum nicht einfach gleich Baum: „Wir führen momentan Baumpflanzungen durch und setzen neue Laubbäume ein“, berichtet Stöber. Von einer Baumliste könne sich jemand, der sich schon zeitig für diese Art der Beisetzung entscheide, auswählen, unter welchem Baum er nach seinem Tod bestattet werden möchte. „Dann pflanzen wir genau diesen Baum ein“, sagt Stöber.

Ein Waldgrab kann sowohl an einem Familien- und Freundschaftsbaum als auch an einem Gemeinschaftsbaum mit bis zu sechs Urnen liegen, was mit einem Gemeinschafts- und Reihengrab vergleichbar ist. „Dabei suchen wir den Baum aus, es ist eine etwas günstigere Variante“, sagt Stöber. Wie in Luckenwalde besteht außerdem die Möglichkeit, sich auf dem Friedhofsgelände unter einem Baum bestatten zu lassen.

„Partnergräber als Urnenbestattung sind gerade ein ganz neuer Trend“, ergänzt Stöber. Bisher wurden die anonymen Urnen in Folgereihe belegt – jetzt ist es möglich, dass Ehepaare einen Platz nebeneinander erhalten. Verstirbt ein Ehepartner, kann der direkte Nebenplatz für den anderen frei gehalten werden. Wofür auch immer man sich entscheide: „Wir möchten den Leuten gerne nahebringen, was alles möglich ist“, sagt Stöber.

Von Christina Koormann

Beim 18. Jüterboogie-Festival wurde zusammen gejammt und getanzt. Fans zeigten sich begeistert von den Musikern zum Anfassen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr lockte die Veranstaltung dieses Mal sogar wieder mehr Besucher ins Haus.

06.11.2017

Die offenen Höfe in der Nuthe-Nieplitz-Region erfreuen sich großer Beliebtheit. Ziel ist es regionale Produkte zu vermarkten, die in eigener Produktion ökologisch erzeugt werden. Die gläserne Produktion bietet Besucher auch einen Blick hinter die Kulissen. Geöffnet sind die Höfe am ersten Sonntag im Mai und im November.

06.11.2017

Bunt und international ging es am Sonnabend beim Herbstfest im interkulturellen Treff Esperanca in Ludwigsfelde zu. Der Treff ist ANlaufstelle für Flüchtlinge und Migranten in der Stadt.

06.11.2017
Anzeige