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Erfolgreiche Pilgerreise nach Rangsdorf

Lichterfelde Erfolgreiche Pilgerreise nach Rangsdorf

Die spektakuläre Benefiz-Aktion für die Sanierung der Lichterfelder Dorfkirche endete am Sonntag wie geplant in Rangsdorf – und das erfolgreich. Die Pilger haben unterwegs mehr als 2000 Euro eingenommen, die nun in das Gotteshaus fließen.

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Endlich da! Ankunft der Pilgerer in Rangsdorf.

Quelle: Gudrun Ott

Rangsdorf. Auf Schusters Rappen, in Begleitung der Esel Kaspar, Hannibal und Willi, hatten sich Esel-Nomade Jan Provaznik, Andreas Lust, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Lichterfelder Dorfkirche e.V., sowie die Söhne Benjamin-Justin und Jeremy vor drei Tagen auf den Weg gemacht.

Ihre Pilgerreise führte von Lichterfelde über Sernow, Wahlsdorf, Petkus, Ließen, Schönefeld, Kummersdorf, Sperenberg, Rehagen und Mellensee bis Rangsdorf. Insgesamt besuchten sie 17 Orte und legten rund 60 Kilometer zurück. Gestartet waren sie mit dem Ziel, Geld für die Sanierung der Lichterfelder Dorfkirche zu sammeln. Dafür werden 250 000 Euro benötigt. Mit Benefizkonzerten und der Hilfe von Sponsoren wie dem Förderverein Alte Kirchen und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse hat der Förderverein ein Fünftel der Summe zusammengetragen.

Kirche zählt zu den ältesten in der Region

Das aus dem 13. Jahrhundert stammende Gotteshaus zählt zu den ältesten Kirchen der Region. Vor zwei Jahren engagierten sich Jugendliche der Jugendbauhütte Brandenburg. Ihnen gelang es unter Anleitung eines Fachmannes, die Kirche komplett zu verfugen. In diesem Jahr nun soll das Dach des Chores neu eingedeckt werden, dazu müssen auch die völlig zerstörten Holzschwellen oben auf dem Mauerwerk ersetzt werden. Die Pilger hofften, dass ihnen der in 450 kleinen Säcken mitgeführte Weizen abgekauft wird. Gleiches galt für mitgeführte Biberschwanz-Dachziegel; sie kosteten pro Stück zwei Euro. „Dafür setzen wir auf die Rückseite der Ziegel den Namen und den Wohnort des Spenders“, sagte Andreas Lust.

Esel können Regen überhaupt nicht leiden

Esel können Regen überhaupt nicht leiden.

Quelle: Gudrun Ott

Als Lust gestern in Rangsdorf ankam, strahlte er, denn die mitgeführte Geldtruhe war voll, Esel Kaspar schleppte 2000 Euro auf seinem Rücken. Auch die Listen mit den verkauften Dachziegeln waren umfangreich. Die Resonanz und die Gastfreundschaft in den Gemeinden seien durchweg positiv gewesen. Frederik van der Kooi, Vorsitzender des Fördervereins und zehn Jahre Sänger in Bayreuth, hatte es sich nicht nehmen lassen, in den Kirchen zu singen oder wie bei der Ankunft in Rangsdorf Orgel zu spielen. Lektor Andreas Neidel hatte für die Pilger in Lichterfelde den Reisesegen gesprochen, in der Rangsdorfer Kirche sprach er ein Dankgebet.

Viele Lichterfelder und Rangsdorfer versammelten sich in der Kirche. Unter ihnen die Seniorin Ingrid Stöbe, die jedes Jahr in Spanien den Jakobsweg geht. Günter Uhlmann-Frank gefiel die Idee mit den Dachziegeln, und sein acht Jahre alter Sohn Felix begeisterte sich spontan für eine Pilgerreise. Anika Lust, Ehefrau von Andreas, war stolz, dass auch ihr jüngerer Sohn, der siebenjährige Jeremy, mitgelaufen war. Nur der plötzlich einsetzende Gewitterguss verbarg die Spuren der Rührung auf vielen Gesichtern. „Es war eine Pilgerreise, die viele Menschen zusammengeführt hat“, sagte Andreas Lust.

Von Gudrun Ott

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