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Erfolgsbilanz in der Flüchtlingshilfe

Hennickendorf Erfolgsbilanz in der Flüchtlingshilfe

Mit Hilfe von Ehrenamtlern konnten sich die Flüchtlinge im Übergangswohnheim in Hennickendorf gut einleben. Sie spielen mit den Kindern, helfen bei den Hausaufgaben und unterstützen sie bei Behördengängen. So konnten schon viele Familien in Wohnungen untergebracht werden und es wurden Jobs vermittelt.

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Im Spielzimmer hier mit Elke Schmidt (M.) fühlen sich alle wohl.

Quelle: Margrit Hahn

Hennickendorf. Die Bewohner im Übergangswohnheim in Hennickendorf werden nicht nur von Heimleiterin Rita Schulze betreut, sondern auch von ehrenamtlichen Helfern. Einmal in der Woche treffen sie sich, um zu sehen, wo der Schuh drückt. Zwischen vier und zehn Ehrenamtler aus Hennickendorf, Dobbrikow, Gottow und Kemnitz sind regelmäßig vor Ort, um mit der Heimleiterin und in den Bewohnern ins Gespräch zu kommen.

Viele Familien und 40 alleinreisende Erwachsene

Auch die Jugendarbeiterin der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, Elke Schmidt, hat ein offenes Ohr für die Bewohner. Eigentlich sollte sie sich nur um die Kinder kümmern, doch oft wird sie auch von den Erwachsenen um Unterstützung gebeten. So suchte sie Wohnungen für Flüchtlinge. „In der ersten Zeit waren wir vor allem für die Familien da, aber es gibt auch 40 junge Erwachsene, die unsere Hilfe brauchen“, sagt Elke Schmidt.

Inzwischen können sie und die Ehrenamtlichen eine kleine Erfolgsbilanz ziehen. So wurden im Heim ein Spiel- sowie Hausaufgabenzimmer eingerichtet und Familiennachmittage und Hausaufgabenhilfen angeboten werden. Es gelang, einige Bewohner in Ausbildung oder feste Jobs zu bringen. „Wir arbeiten sehr eng mit dem Jobcenter und der Jugendberufsagentur zusammen“, sagt Rita Schulze.

Erfolgsmomente und Rückschläge

Die Hälfte der Bewohner, die zu Beginn nach Hennickendorf kamen – vor allem Familien – sind inzwischen ausgezogen; einige zu Verwandten nach Nordrhein-Westfalen. Doch künftig sind sie gesetzlich zur Wohnsitznahme vor Ort verpflichtet. „Viele haben sich inzwischen mit dem Landkreis angefreundet“, fügt die Heimleiterin hinzu. Allerdings erlebte sie auch Rückschläge, wie bei den vier Pakistanern, die eine Wohnung in Aussicht hatten, Trainingsmaßnahmen absolvierten und in Arbeit vermittelt werden sollten. Gerade sie sollen nun abgeschoben werden.

Ein Bewohner beginnt ab 1. Oktober eine Ausbildung als Mechatroniker. Der 28-Jährige ist der einzige Iraner im Objekt. Er ist jeden Tag zum Sprachkurs nach Berlin gefahren und spricht nun astreines Deutsch. Er hat in seiner Heimat eine Ausbildung in der Autobranche abgeschlossen und überzeugte im Praktikum mit seinem Wissen.

Hintergrund

Im Übergangswohnheim in Hennickendorf wurde im Oktober 2015 eröffnet.

107 Personen aus acht unterschiedlichen Nationen (Syrien, Iran, Eritrea, Somalia, Pakistan, Kamerun, Afghanistan, russische Förderation) leben dort.


Das Heim soll nach MAZ-Informationen nur noch bis Februar 2017 als zur Verfügung stehen. Dann wird es für die Erntehelfer benötigt.

Ein syrischer Bewohner macht derzeit ein Praktikum als Friseur in Berlin und wird demnächst eine Ausbildung beginnen. Ein Palästinenser hat bereits einen befristeten Arbeitsvertrag als Koch unterschrieben und wird in Dobbrikow angestellt, wo ihm auch eine Wohnung in Aussicht gestellt wurde.

Der erste mit Festanstellung war Mohamoud. Der Syrer hatte im Heim viel geholfen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Arbeitgeber auf ihn aufmerksam wurde. „Wir würden uns freuen, wenn mehr Unternehmen Praktikumsplätze zur Verfügung stellen. Auch Wohnungen werden gesucht ebenso wie Fahrräder“, sagt Elke Schmidt.

Von Margrit Hahn

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