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Erhöhter Bedarf an Blutspendern im Sommer

Jüterbog Erhöhter Bedarf an Blutspendern im Sommer

Weil die Alterserwartung in Deutschland steigt und die Anzahl an Blutspendern gleichzeitig rückläufig ist, müssen Blutspendedienste immer wieder um neue Spender werben. Besonders während der Urlaubszeit ist der Bedarf an frischen Präparaten hoch. Vor allem Dauerspender können sich über nützliche Dankeschön-Aktionen freuen.

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Über volle Liegen, wie am Montag in Jüterbog, würden sich Blutspendedienste auch in anderen Orten der Region freuen.

Jüterbog. Unerwartet voll war es zu Wochenbeginn vor dem Klassenraum für Deutsch und Geschichte der Jüterboger Wiesenoberschule. Zu der gut ein Dutzend Menschen zählenden Warteschlange gesellten sich noch einmal vier Leute im Raum und weitere Personen im Schülercafé des Nebengebäudes der Schule. Regelmäßig wird die Unterrichtsstätte als Blutspendezentrum genutzt. „Circa alle drei Wochen sind wir mit unserem Team hier“, berichtet Jane Krehl. Sie ist die Leiterin des Teams mit der N

Blutspenden in der Region

Der Kreisverband Fläming-Spreewald des DRK verzeichnet pro Jahr knapp 7000 Liter Blutspenden. Im Kreis Teltow-Fläming werden etwa 10 000 Spenden abgegeben. Das sind knapp ein Drittel mehr als im Kreis Dahme-Spreewald.

Die nächsten Termine zum Blutspenden in Dahmeland-Fläming:

Freitag, 19.08., 15 bis 19 Uhr, DRK-Zen-trum Ludwigsfelde

Samstag, 20.08., 10 bis 14 Uhr, Hagebaumarkt Königs Wusterhausen

Montag, 22.08., 15 bis 19.30 Uhr, DRK in Luckenwalde

Montag, 22.08., 15 bis 18.30 Uhr, Volkshaus Wildau

Donnerstag, 25.08., 16 bis 18.30 Uhr, Gemeindezentrum Thyrow.

Gleich mehrere sechsköpfige Teams – bestehend aus mindestens zwei Schwestern, einem Arzt und weiteren Helfern bei der Anmeldung – entsendet das DRK-Institut für Transfusionsmedizin Cottbus jeden Tag. Ein zweites brandenburgisches Zentrum befindet sich in Potsdam. Dort kann täglich von Montag bis Freitag Vollblut oder Plasma gespendet werden. Momentan ruft der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes vermehrt dazu auf.

„Prinzipiell gilt, dass die Spendebereitschaft in den Sommermonaten und in der Zeit der Sommerferien geringer ist, weil viele Menschen, die sonst regelmäßig Blut spenden, sich zu dieser Zeit in Urlaub befinden“, heißt es offiziell. Sondertermine auch in kleineren Orten sind deshalb keine Seltenheit. Das DRK war in den vergangene Monaten sogar mit einer Art Tourbus im Nordosten der Republik unterwegs, um Neuspender zu werben.

„Hintergrund ist die sehr kurze Haltbarkeit von einigen Blutpräparaten“, erklärt der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes. Blutpräparate könnten für maximal 42 Tage haltbar gemacht werden, einige Präparate sogar nur für vier bis fünf Tage. Seit Mai können sich Interessierte täglich online über den Bedarf an den einzelnen Blutgruppen in ihrer Region informieren. Vor allem die Gruppen Null positiv und negativ werden derzeit dringend benötigt, da sie mit den meisten anderen Blutgruppen kompatibel sind.

Potenzielle Spender locken

Das DRK und andere Blutspendedienste versuchen, potenzielle Spender deshalb unter anderem mit kostenlosen Dienstleistungen zu locken. „Von einer Spende profiert sowieso jeder doppelt“, sagt Schwester Jane. Denn in einem Labor werden alle Blutspenden getestet. Für das sogenannte große Blutbild müssen Patienten bei anderen Ärzten zahlen. Dabei wird beispielsweise auf Infektionskrankheiten wie Hepatitis B und C oder Geschlechtskrankheiten wie Aids oder Syphilis getestet. „Besser kann man gar nicht geprüft sein“, erklärt die Krankenschwester. Hinzu komme das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.

Während und nach der Blutabnahme werden die Spender vom DRK mit Getränken und Essen versorgt. So viele liebevoll geschmierte Brötchen wie in Jüterbog gibt es jedoch nicht überall. „Das Ehrenamt ist im Kreisverband Fläming-Spreewald besonders aktiv“, erklärt Jane Krehl, „auch das ist sicherlich ein Grund, weshalb die Jüterboger zu keiner Jahreszeit spendefaul sind.“ Bis zu 70 Spender zählt das Team bei jedem der Besuche in der Kleinstadt. Männer können bis zu sechs Mal pro Jahr Vollblut spenden; Frauen maximal vier Mal. „Pro Spendezyklus von drei Monaten ergibt das mit durchschnittlich 100 Spendern eine sehr gute Quote für die Region“, sagt Krehl.

Temporäre Aktionen

Mit temporären Aktionen versucht das DRK außerdem, Dauerspender zu binden und Gelegenheitsspender öfter auf die Liege zu locken. In den vergangenen Wochen erhielten Spender beispielsweise einen mobilen Akku fürs Handy. Dauerspender, die mehrmals im Jahr eine Vollblutspende leisten, erhalten außerdem kostenlose Gesundheitschecks.

Nötig sind solche Anreize vor allem vor dem Hintergrund leicht rückläufiger Blutspenderzahlen und der steigenden Lebenserwartung in Deutschland. „Mit dem zunehmenden Alter der Gesamtbevölkerung wird die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens zum Beispiel im Rahmen der Therapie einer schweren Erkrankung einmal auf Blutpräparate angewiesen sein wird“, erklärt der Blutspendedienst des DRK. Erstspender sollten nicht älter als 65 Jahre sein. Vor allem um Neuspender müsse deshalb immer wieder geworben werden.

Von Victoria Barnack

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