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Erinnerungen an Schule und Dorfleben

Klausdorf Erinnerungen an Schule und Dorfleben

Im kleinen Museum „Alte Schule“ in Klausdorf will der Förderverein Heimatgeschichte die Geschichte von Klausdorf lebendig halten. Unter anderem zeigt er Exponate über die Ziegelherstellung, den Schulunterricht in früheren Zeiten und das Leben im Dorf.

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Wo früher Russisch unterrichtet wurde, gibt es heute Spannendes über die Ziegelherstellung zu sehen.

Quelle: Gudrun Ott

Klausdorf. Sommerzeit ist im Heimatmuseum Klausdorf immer auch Themenzeit. So werden im August interessierte Klausdorfer und Gäste, die die Region besuchen, wieder in die „Alte Klausdorfer Schule“ eingeladen. Dort, in der Baruther Straße 1, trifft man am 7. August Mitglieder des Fördervereins Heimatgeschichte, die über Klausdorf und seine Entwicklung, von der Dorfaue bis zur Siedlung, und am 21. August über die Schulzeit in Klausdorf in den fünfziger Jahren berichten. Die sonntäglichen Veranstaltungen beginnen jeweils um 16 Uhr.

„Zum Thema Schulzeit laden wir all jene ein, die früher im Haus zur Schule gegangen sind“, sagte die ehemalige Mathe-Lehrerin Christel Horn. Die 72-Jährige war dort von 1949 bis 1958 Schülerin. Unterrichtet hat sie von 1970 bis 1990. Zehn Jahre später wurde die Schule geschlossen.

Im einstigen Klassenraum gibt es eine ständige Ausstellung, ein kleines, sehenswertes Schulmuseum. In den alten Schulbänken kann man sich die Kinder um 1900 vorstellen, wie sie beim Melden bescheiden den Finger der rechten Hand hoben, beim Antworten rasch und gerade aufstanden und dabei ihrem Lehrer fest in die Augen blickten. So jedenfalls schrieben es die damaligen Schulregeln vor. Nachzulesen in der Schulstube. An den Wänden hängen Fotos von Schülern und ganzen Schulklassen. In feierlichem Ernst blicken Kinder in die Kamera.

Notierte Erlebnisse

Vor wenigen Tagen saßen in den Schulbänken und auf bereitgestellten bequemeren Stühlen Besucher, die einer ganz besonderen Lesung lauschten. Elisabeth Thierschmidt, geborene Krummhaar, wurde 1923 im elterlichen Wohnhaus in der Bahnhofstraße geboren und lebt dort bis heute. Ihre Erlebnisse vor und während des Zweiten Weltkrieges, notiert von Christel Horn, waren eine bemerkenswerte Reise in die Vergangenheit. So heißt es an einer Stelle: „In meiner Schulzeit gab es nur zwei Klassenräume in der Schule. Es lernten die Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse zusammen und die Kinder von der fünften bis zur achten Klasse. Geschrieben wurde in Sütterlinschrift.“ Es folgen Jugendzeit, Lehrjahre und Arbeitsdienst der Elisabeth. Ihren Mann Erich Wüstenhagen heiratet sie im Herbst 1944. Im Mai 1945 wird der gemeinsame Sohn geboren, der seinen Vater aber nie kennenlernt. Erich Wüstenhagen kommt in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er nicht zurückkehrt. Anschaulich wird von den Sorgen und Nöten der Dorfbewohner erzählt, von ihrem Zusammenhalt in schweren Tagen. Elisabeth heiratet später ihren zweiten Ehemann Kurt Thierschmidt.

Klausdorfer Biografien wie diese hat Christel Horn viele gesammelt. „Die Menschen öffnen mir nicht nur ihre Türen, sie öffnen mir auch ihre Herzen“, sagte sie. Zum Thema 40 Jahre Schule der DDR wird der Verein neben der Schulstube einen eigenen kleinen Raum einrichten.

Klausdorfer Zeitgeschichte

Zur Klausdorfer Zeitgeschichte gehören seine Ziegeleistandorte und die Ziegelfertigung, anschaulich im früheren Russisch-Raum der alten Schule dargestellt. „Hier habe ich unterrichtet“, Vereinsmitglied Christine Barthel führte durchs Haus. Oben war der Deutsch-Raum. Jetzt wird dort liebevoll an die Heimatgeschichte erinnert. Ingeborg Sella, stellvertretende Vereinsvorsitzende und Schriftführerin, kam mit ihrer zehn Jahre alten Großnichte Alexa und ihrem drei Jahre jüngeren Großneffen Janis, um ihnen zu zeigen, wo Großtante und Opa zur Schule gegangen sind. Und ein Foto vom Urgroßvater als Feuerwehrmann findet sich auch noch. Die geborene Klausdorferin Christa Hansche wünscht sich, dass der kleine aber feine Förderverein seitens der Gemeinde mehr Unterstützung fände. Ihr Grund: „Hier wird vieles festgehalten, was unseren Nachfahren an Geschichten und Geschichte sonst verloren gehen würde“, sagt sie über das Museum.

Info: Geöffnet ist das Museum „Alte Schule“ im August an jedem Sonntag von 15 bis 18 Uhr. An anderen Tagen können Besucher sich unter Tel.  03 37 03/7 07 15 oder Tel. 03 37 03/7 06 71 anmelden.

Von Gudrun Ott

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