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Teltow-Fläming Erneuter Warnstreik bei Klenk in Baruth
Lokales Teltow-Fläming Erneuter Warnstreik bei Klenk in Baruth
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18:47 20.04.2016
Streikende Mitarbeiter vor dem Werk. Quelle: Andreas Staindl
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Baruth

Die Produktion im Sägewerk der Klenk Holz AG in Baruth stand am Mittwoch de facto still. Vor dem Tor warteten deutlich weniger Holzlaster als sonst, um entladen zu werden. Lieferanten hatten offenbar Wind von dem ganztägigen Warnstreik bekommen, zu dem die IG Metall aufgerufen hatte. Er begann mit der Frühschicht und zog sich über alle drei Schichten bis Donnerstagmorgen.

Die IG Metall fordert eine deutliche Anhebung der Löhne, um die Lücke zum Flächentarif zu schließen und eine Angleichung des Entgeltniveaus zum Werk in Oberrot (Baden-Württemberg) – dem Sitz der Konzernzentrale – zu erreichen. Die Sägewerker in Baruth liegen etwa 20 Prozent unter dem Entgeltniveau ihrer Kollegen im Westen, wie der Betriebsratsvorsitzende Oliver Wenske sagt: „Dabei erwirtschaften wir Gewinne für den Konzern.“ Die Sägewerker im Urstromtal wollen davon profitieren. Sie fühlen sich unter Wert entlohnt. Das Gros der Klenk-Mitarbeiter verdient 12,80 Euro pro Stunde wie Anton Gorisek von der IG Metall sagt. „Der Durchschnitt liegt bei etwa einem Euro mehr.“

Bereits im März 2015 gab es einen Streik

Die Forderungen sind nicht neu. Schon im Juni vergangenen Jahres sowie im März dieses Jahres hatten die Klenk-Mitarbeiter in Baruth gestreikt (die MAZ berichtete). Passiert ist nichts, wie Tobias Kunzmann sagt. Dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall in Ludwigsfelde zufolge hat die Geschäftsführung von Klenk die Verhandlungen abgebrochen und ist trotz des Warnstreiks vor einigen Wochen nicht an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. „Der Streik heute ist eine letzte Warnung“, sagt Anton Gorisek. „Wenn sich die Geschäftsführung nicht bewegt, zünden wir die nächste Eskalationsstufe – den unbefristeten Streik.“

Die Mitarbeiter zeigten sich nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden kampfbereit, etwa 70 Prozent der Frühschicht hätten die Arbeit niedergelegt. Der Vorstandsvorsitzende der Klenk Holz AG, Markus Adams, hingegen sprach von einer Beteiligung von nur 20 Prozent der Arbeitnehmer. Die Geschäftsleitung nehme erfreut zur Kenntnis, dass die Mitarbeiter anerkannt hätten, dass es in den vergangenen Jahren massive Lohnerhöhungen gegeben habe, so Adams. Die Lohnerhöhungen lägen über den aktuellen Tarifabschlüssen. Jetzt versuche die IG Metall, wirtschaftlich nicht tragfähige Forderungen durchzusetzen. Zudem wolle sie in einem Betrieb Forderungen durchsetzen, die der Tarif im eigenen Bezirk nicht erreiche.

Von Andreas Staindl

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