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Erntedankgaben für jugendliche Flüchtlinge

Jüterbog Erntedankgaben für jugendliche Flüchtlinge

Das Entsetzen über den Anschlag auf ihre Unterkunft in Jüterbog sitzt tief. Doch das Gefühl der Dankbarkeit bei den jugendlichen Flüchtlingen geht tiefer. Beim Erntedankgottesdienst in der Nikolaikirche wurden sie reich beschenkt.

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Große Freude über die Erntegaben.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Die Freude auf den Gesichtern der Jugendlichen, die am Dienstagnachmittag in der Jüterboger Nikolaikirche die Gaben des Erntedankgottesdienstes nach Hause tragen durften, sprach Bände. „Nach Hause“ bedeutet in diesem Fall die Unterkunft für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. 20 Kinder und Jugendliche aus sieben Nationen leben dort unter einem Dach, zusammengeführt durch die Not in ihren Heimatländern. Die freundliche Geste ihrer neuen Nachbarn ist da nicht nur eine Wohltat für den Bauch, sondern auch für die Seele.

Pfarrerin: „Opfer eines feigen Anschlags.“

„Die Idee, die Erntedankgaben genau diesen Jugendlichen zu spenden, reifte in der Gemeinde bereits vor einigen Wochen. Dass sie einen Tag vor dem festlichen Gottesdienst Opfer eines feigen Anschlages wurden, hat uns darin nur bestärkt“, sagt Pfarrerin Mechthild Falk.

Der Ökumenische Gottesdienst stand ganz im Zeichen der Solidarität. Mit seinem „Jetzt erst recht“ brachte es der katholische Pater Anselm Schadow auf den Punkt.

Benefizgottesdienst am Sonntag in der Liebfrauenkirche

Mit vereinten Kräften wurden die Gaben vor dem Altar verpackt und in die Unterkunft transportiert. In den kommenden Tagen und Wochen werden die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Betreuern daraus leckere Speisen zubereiten. Auf eine Kostprobe davon dürfen sich die Besucher des Benefizgottesdienstes freuen, der am kommenden Sonntag in der Liebfrauenkirche stattfindet.

„Ich bin sehr gerührt über die Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit der Menschen hier“, sagt der junge Iraner und Christ Dean. „Beim Erntedankgottesdienst habe ich mich Gott so nahe gefühlt, wie lange nicht mehr. Positiv überrascht war ich auch, erleben zu dürfen, wie viele Menschen hier den gleichen Glauben haben wie ich.“

Von Uwe Klemens

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