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Ersatzverkehr-Busse sind für Räder tabu

Baruth Ersatzverkehr-Busse sind für Räder tabu

Ute Peschek braucht ihr Fahrrad, um täglich pünktlich von Klasdorf nach Schönefeld zur Arbeit zu kommen. Allerdings gestaltet sich die Mitnahme ihres Rades in Schienenersatzverkehr-Bussen gelegentlich sehr schwierig. Vor allem Fahrer der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming lehnen die Beförderung mit Hinweis auf die geltenden Vorschriften ab.

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Der Schienenersatzverkehr hält auch in der Nähe des Bahnhofs im Baruther Ortsteil Klasdorf.

Quelle: foto: Andreas Staindl

Baruth. Ute Peschek ist auf ihr Rad angewiesen, um pünktlich nach Schönefeld zur Arbeit zu kommen. Mit der Bahn war das kein Problem. Aber seitdem Busse die Bahn wegen Bauarbeiten auf der Schienenweg-Strecke zwischen Doberlug-Kirchhain und Wünsdorf ersetzen, gibt es oft Schwierigkeiten wegen der Mitnahme ihres Rades.

Zwischen Baruth und Hohenleipisch (Elbe-Elster) rollen seit dem vergangenen August keine Züge mehr. Damals begann der bis Dezember 2017 geplante Ausbau der Bahntrasse für Tempo 200. Seit Beginn der Bauarbeiten müsse sie mehrmals in der Woche mit einigen Busfahrern darüber streiten, ob man sie und ihr Rad von Klasdorf nach Wünsdorf mitnimmt oder nicht, berichtet Ute Peschek.

Mit anderen Busunternehmen gibt es keine Probleme

Allerdings habe sie diese Probleme bei der Beförderung in Schienenersatzverkehr-Bussen nur mit Fahrern der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF). Im Gegenzug gebe es bei den Mitarbeitern der anderen dort eingesetzten Busunternehmen – Biebach aus Elsterwerda, Herz-Reisen aus Zossen – gar keine Diskussionen. „Diese Fahrer sind so zuvorkommend, dass sie mir manchmal helfen, mein Rad in den Bus zu heben, weil der Bordstein zu hoch ist oder sich zu schräg am Hang befindet.“

Weil sie nicht mit dem Rad in den Bus einsteigen durfte, musste Ute Peschek schon auf das Auto umsteigen oder ein Taxi nehmen, um nach Schönefeld zu kommen. Dort arbeitet sie im Dachser-Logistikzentrum. „Wenn der Zug aus Wünsdorf ankommt, fährt der Bus gerade ab.“ Nach Dienstschluss bleiben ihr nur 20 Minuten bis zur Abfahrt des Zuges. „Also brauche ich mein Rad, um vom Bahnhof zur Arbeit und wieder zurück zu kommen.“

Andere Auskunft vor Ausbau der Bahnstrecke erhalten

Aus diesem Grund versteht Ute Peschek nicht, warum die Busunternehmen solche Unterschiede bei der Beförderung von Rädern machen. Schließlich habe ihr Mann in einer Informationsveranstaltung in Baruth vor Beginn der Bauarbeiten die Auskunft erhalten, dass Radfahrer in den Ersatzverkehr-Bussen mitgenommen werden. „Es sei denn, es steigen ein Rollstuhlfahrer oder eine Familie mit Kinderwagen ein. Dass diese Mitfahrer Vorrang haben, setze ich bei mir und allen anderen Reisenden voraus“.

An der Informationsveranstaltung in Baruth habe kein VTF-Vertreter teilgenommen, so Sabine Müller, Bereichsleiterin Verkehr. Deshalb seien entsprechende Aussagen zur Fahrradmitnahme nicht bekannt. Müller verweist darauf, dass in den Schienenersatzverkehr-Bussen laut Auskunft des Auftraggebers Deutsche Bahn die Mitnahme von Kinderwagen, Rollstühlen und Fahrrädern nur eingeschränkt möglich sei. Kinderwagen und Rollstühle hätten Vorrang. „Weil unsere Busse keine Rückhalteeinrichtung zur Sicherung des Fahrrads gegen Rutschen oder Umfallen haben und auch nicht für eine Fahrradmitnahme gekennzeichnet sind, werden Fahrräder nicht befördert“, so Müller. Inwieweit andere Verkehrsunternehmen diese Regelung anwendeten, können sie nicht beurteilen. Die Busunternehmen Biebach und Herz-Reisen wollten sich dazu auf MAZ-Anfrage nicht äußern.

Ahlert: „Entscheidung über Mitnahme obliegt Betriebspersonal“

„Laut den Beförderungs- und Tarifbestimmungen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg ist die Mitnahme von Fahrrädern in Omnibussen nicht gestattet“, so Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert. Es sei denn, dass diese Verkehrsmittel dafür hergerichtet und entsprechend gekennzeichnet seien. Dies gelte auch für den Bahn-Ersatzverkehr. „Die Entscheidung über die Mitnahme obliegt letztendlich dem Betriebspersonal“.

Von Frank Pechhold

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