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Teltow-Fläming Erst das Auto, dann der Kleiderschrank
Lokales Teltow-Fläming Erst das Auto, dann der Kleiderschrank
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00:18 07.11.2013
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Bevor die Leute an die passende Wintergarderobe denken, wird erst einmal der fahrbare Untersatz versorgt. In der Werkstatt von Kristin Heinze-Galinsky in Jüterbog geben sich die Leute dieser Tage die Klinke in die Hand. „Mindestens 30 Autos täglich bekommen wir zurzeit für den Reifenwechsel, jetzt ist auch höchste Zeit für die Winterreifen“, sagt die Kfz-Meisterin. Denn es gilt die Faustregel „von O bis O“, also von Ostern bis Oktober für die Sommerreifen.

Reifenwechsel stehen schon hoch im Kurs, dicke Mäntel und Pullis werden dagegen noch verschmäht. In der Region Dahmeland-Fläming bereiten sich die Menschen unterschiedlich auf den Winter vor. Die MAZ hat sich an verschiedenen Stellen umgehört.

Bei Frank Bohle in Königs Wusterhausen haben die meisten Kunden den Reifenwechsel noch vor sich. „Wir hatten einen warmen Oktober, da ist das in Ordnung.“ Und die Sieben-Grad-Regel – unter dieser Temperatur sollte man nicht mehr auf Sommerreifen durch die Gegend rollen – sei bisher noch nicht eingetreten. „Langsam müssen sich die Leute aber kümmern“, rät der Chef des A10-Reifencenters. Und das tun sie auch. Derzeit müssen die Reifenwechsler aber eineinhalb Wochen auf einen Termin warten.

Damit die Autos dann über freie Straßen fahren können, bringen sich die Winterdienste langsam in Stellung. „Wir gehen aber davon aus, dass es dieses Jahr nicht so ein harter Winter wird“, sagt Rainer Leitmeyer vom städtischen Betriebshof in Königs Wusterhausen. „Da schwingt natürlich ein bisschen Hoffnung mit.“ Darum wurden Massen an Streumaterial gebunkert – 450 Kubikmeter Sand, Split und Salz warten auf ihren Einsatz. Auch in Luckenwalde sind die Hallen voll. Es stehen 100 Tonnen Salz für die Siloanlage, 175 Tonnen für die Herstellung von Salz-Sand-Gemisch und 1500 Tonnen Streusand bereit. „Wir sind bestens gerüstet“, stellt Bauhof-Chef Frank Dunker fest.

Neben Sicherheit auf den Straßen ist im Winter vor allem eines wichtig: Wärme. Und die kann man sich auf unterschiedlichste Weise beschaffen. Zum Beispiel durch Selbstgestricktes. Die Nachfrage nach Wolle ist im Luckenwalder Geschäft „Log Cabin Dreams“ in den vergangenen vier Wochen richtig angestiegen, kann Inhaberin Ramona Günther berichten.

Wer nicht mit Stricknadeln hantieren kann, der findet in Kaufhäusern die helle Menge Wintermode. Der Ansturm auf Mäntel, Mützen und gefütterte Stiefel lässt aber auf sich warten. „Junge Leute denken jetzt noch nicht an warme Kleidung. Ältere sind da vorausschauender“, weiß Monika Koglin aus Erfahrung. Sie verkauft Hüte und Mützen im A10-Center in Wildau und kennt die Gewohnheiten der Kundschaft: „Die Leute kommen erst in dem Moment, wenn es draußen kühler wird – auch wenn es nur ein einziger Tag ist.“

So ähnlich geht es auch im Heizölgeschäft zu. „Richtig unruhig wird es erst, wenn es kalt wird“, sagt Axel Buchta, Geschäftsführer des Dabendorfer Ölvertriebs in Ludwigsfelde. Derzeit vergleichen die Kunden noch die Preise, gekauft wird, wenn die Temperaturen fallen.

Mit den Vorbereitungen auf den Winter beginnt auch die Einstimmung auf den Advent. Lebkuchen und Marzipan sind längst in den Supermärkten aufgetischt, auch die ersten Weihnachtsbäume stehen. „Die Leute sind schon voll in Winterstimmung“, bestätigt ein Mitarbeiter des Dekorationsgeschäfts Depot im Wildauer Einkaufscenter. Das ganze Sortiment wurde bereits aufs winterliche Ambiente eingestimmt. „Kugeln für den Weihnachtsbaum kaufen derzeit aber nur wenige. Dafür sind vor allem Kerzen und Deko für Nikolaus und die Adventszeit gefragt“, sagt der Mitarbeiter.

Auch das Management des Einkaufszentrums tüftelt bereits an der Vorweihnachtsstimmung. Glitzersterne und ein riesiger Frohes-Fest-Schriftzug sind bereits montiert. „Die Beleuchtung wird aber aus Rücksicht zur kirchlichen Tradition erst ab dem 25. November – also nach Totensonntag – eingeschaltet“, sagt Center-Manager Sven Schulze.

Von Nadine Pensold

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