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Erstaufnahme Wünsdorf: Mensa löst Essen im Zelt ab

Wünsdorf Erstaufnahme Wünsdorf: Mensa löst Essen im Zelt ab

Die neue Mensa in der landeseigenen Wünsdorfer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge ist am Montag in Betrieb gegangen. Damit ist die Zeit der provisorischen Essenversorgung im Zelt vorbei. Das Land investierte 10,8 Millionen Euro in den Bau.

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Spargel mit holländischer Soße aßen viele Asylbewerber am Mensa-Eröffnungstag vermutlich zum ersten Mal in ihrem Leben.

Wünsdorf. Langsam wächst die Reihe vor der Essensausgabe. Geduldig stellt sich Dietmar Loose an. Der Leiter der Wünsdorfer Erstaufnahmestelle (EAE) für Asylbewerber lässt sich einen Teller mit Spargel, Schnitzel und holländischer Soße reichen. Anlass für das typisch deutsche Mittagsgericht ist die Eröffnung der 3400 Quadratmeter großen Mensa in der vom DRK-Landesverband Brandenburg betriebenen Einrichtung.

„Nicht dass noch jemand denkt, dass es bei uns jeden Tag Spargel gibt“, scherzt Mensa-Leiter Peter Bindseil am Eröffnungs-Montag. Er ist Gastronomieleiter der Firma Schubert Speisenversorgung. Gemeinsam mit 24 festen Mitarbeitern und acht EAE-Bewohnern kümmert er sich um das leibliche Wohl der 489 Asylbewerber. Aktuell kommen die aus Kamerun, dem Iran, Syrien, Pakistan, Albanien, Eritrea, Somalia, Kenia, Mazedonien, dem Tschad und Sudan. Auch das von Dietmar Loose geleitete 55-köpfige Betreuerteam – vom Sozialarbeiter bis zum Hausmeister – isst in der Mensa.

Zeit des Zelt-Provisoriums ist vorbei

In der großen Küche wird frisch gekocht. Drei Essen stehen mittags zur Auswahl. Am Einweihungstag gab es Gyros oder Bratkartoffeln mit Zaziki sowie Spargel mit Schnitzel. „Hühnerschnitzel“, sagt Peter Bindseil. Schweinefleisch wird mit Rücksicht auf religiöse Essensbräuche vieler Bewohner generell nicht aufgetischt. „Wir kochen nur Pute oder Hähnchen, ab und zu auch Rinderroulade“, sagt Bindseil.

Mit der neuen Mensa habe man ganz hervorragende Bedingungen, sagt der Gastronomiechef. Vorbei ist die Zeit des Zelt-Provisoriums, wo es weder Umkleidemöglichkeiten für die Mitarbeiter noch angenehme Temperaturen im Winter gab. „Das Zelt wird bis zum 9. Mai abgerissen. Auf dieser Fläche soll dann mit Hilfe einiger Bewohner ein Beachvolleyballplatz gebaut werden“, sagt EAE-Leiter Loose.

Brandt: „Bisher wurden 31 Millionen Euro in die EAE investiert“

„Bisher wurden 31 Millionen Euro in diese Erstaufnahmestelle investiert“, sagt Wolfgang Brandt, Pressesprecher des Brandenburger Innenministeriums. Von der Gesamtsumme flossen 10,8 Millionen Euro in den Bau der Mensa. Die ehemalige Panzergarage – ein offener, auf Betonpfeilern ruhender Unterstand – hat sich in ein wetterfestes Gebäude mit modern ausgestatteter Küche, Umkleideräumen, Sanitäreinrichtungen, Ausgabestrecke sowie zwei Speisesälen mit jeweils 850 Sitzplätzen verwandelt.

„Theoretisch könnten 1700 Menschen gleichzeitig essen“, sagt Dietmar Loose. Für so viele Asylbewerber sollte die EAE ursprünglich ausgebaut werden. Bis Mitte 2018 werden rund 1000  feste Plätze in den ehemaligen Verwaltungsgebäuden zur Verfügung stehen. „Mehr sollen es nach derzeitiger Planung nicht werden“, sagt Wolfgang Brand. Über die Zukunft der darüber hinaus vorhandenen 440 Plätze in den vom Land erworbenen Containern sei noch nicht entschieden worden. „Aus baurechtlicher Sicht können wir die Container noch bis Ende 2017 nutzen“, so Brand.

Das Team

Das Team.

Quelle: Frank Pechhold

Insgesamt nur 105 Asylbewerber aus Berlin betreut

Eigentlich hatte man sich darauf eingestellt, Berlin knapp 1000 Geflüchtete vor allem aus Afghanistan, dem Irak und Syrien abzunehmen. Die sollten ihre Behausungen in den Hangars auf dem stillgelegten Tempelhofer Flughafengelände, im abrissreifen Kongresszentrum ICC oder den zwangsbelegten Turnhallen

Von Frank Pechhold

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