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Teltow-Fläming Erste Anprobe für ihre Majestät
Lokales Teltow-Fläming Erste Anprobe für ihre Majestät
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00:17 23.04.2017
Gudrun Weiß, Elisa Schadow, Doris Hecht und Yuliya Schneider (v.l.) am Mittwoch bei der ersten Anprobe für die Tracht der Flämingkönigin. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Aller gute Dinge sind Drei, das steht für Elisa Schadow fest. Schon zweimal versuchte sie vergeblich, Flämingkönigin zu werden. Jetzt beim dritten Mal hat es endlich geklappt. Voller Freude betrachtet sie die königliche Tracht, die für sie von den Frauen des Vereins „Neue Sozialarbeit Brandenburg“ derzeit auf den Leib geschneidert wird. „Ich war schon ganz aufgeregt, denn so eine Tracht habe ich mir immer gewünscht“, sagt die 28-Jährige.

Im März konnte sie sich vor einen zwölfköpfigen Gremium behaupten. Am 6. Mai wird sie in der diesjährigen Fläming-Hauptstadt Zossen zur neuen Königin und Repräsentantin der Reiseregion gekrönt. Bis dahin muss die Kleidung fertig sein. „Auch wenn schon alles perfekt aussieht, ist doch noch einiges zu tun“, sagt Yuliya Schneider, die schon etliche Stunden in das königliche Gewand investiert hat. Ihr Handwerk hat sie in ihrer Heimat Kasachstan gelernt. „Wir sind froh, dass sie eine so gute Ausbildung absolviert hat und über fundiertes Schneiderwissen verfügt“, lobt Nähstubenchefin Gudrun Weiß.

Elisa Schadow hat sich für einen tief dunkelblauen Rock und eine goldgrüne Schürze entschieden. Viele ihrer Vorgängerinnen trugen rote Röcke aber für Elisa Schadow stand fest, als Luckenwalderin will sie die Farben tragen, die früher in der Region Tradition waren. Die junge Frau wurde zwar an der Ostseeküste geboren, zog aber schon als kleines Mädchen mit ihrer Familie nach Luckenwalde. Hier fühlt sie sich wohl. Sie liebt Land und Leute und verbringt ihre Freizeit gern auf der Fläming-Skate, am liebsten mit ihrem Freund Christopher Ernicke. Bei dem Gedanken an ihn fällt ihr Blick auf ihre lange maßgeschneiderten Königinnen-Unterhose unter der Tracht: „Daran muss er sich wohl gewöhnen.“

Dass es in der Nähstube immer noch schöne alte Stoffe gibt, ist Gudrun Weiß zu verdanken. Ihre „Tante Erika“ hatte ihr einst die Aussteuer vererbt. Von den verzierten Laken wurden in all den Jahren die Blusen für die Flämingköniginnen genäht; auch für Elisa Schadow. Sobald die neuen Kleider für Ihre Majestät fertig sind, muss Elisa Schadow in die Schneiderstube kommen – nicht nur zur letzten Anprobe, sondern auch um sich zeigen zu lassen, wie man das Trachtengewand anzieht.

„Früher wurde alles mit Nadeln festgesteckt, das hat ewig gedauert“, erinnert sich Gudrun Weiß. Da haben es die Flämingköniginnen von heute besser: Ihre Röcke, Schürzen und Blusen sind fertig genäht. Allerdings muss man schon aufpassen, wie das Tuch gesteckt und die Schürze gebunden wird. Dass es für eine Flämingkönigin anstrengend werden kann, darauf ist Elisa Schadow vorbereitet. Gudrun Weiß hat sie vorgewarnt: „Bei 30 Grad in praller Sonne die Tracht zu tragen, ist nicht immer das reine Vergnügen.“

Auch in der Schneiderstube ist es nicht nur reines Vergnügen. Der Tuchstoff hat seine Tücken. Er ist nicht nur schwer, sondern auch ziemlich dick. Mehr als 80 Stunden hat Yuliya Schneider mit Nadel, Faden und Schere bereits daran zugebracht. Jede Tracht ist ein Unikat und reine Handarbeit. Mit dem dunklen Stoff hatte Yuliya Schneider ihre Not. Zum Glück brachte Doris Hecht eine Nähmaschine mit einer guten Lampe, sodass die Arbeit etwas leichter von der Hand ging. Trotz des großen Aufwandes haben die Näherinnen immer wieder Freude daran, die hübschen Frauen in der Tracht zu sehen. Erstaunt sind sie jedes Mal, wie sehr sich die Frauen während ihrer Amtszeit entwickeln.

„Wir haben in den vergangen Jahren alles fotografiert und werfen gern einen Blick in die Fotoalben“, berichtet Gudrun Weiß. Für sie steht fest, dass die Trachten individuell sein müssen, ansonsten würden sich junge, moderne Frauen nicht dafür entscheiden. In diesem Jahr wurde erstmals eine grüne Kante auf das Kleid gestickt. Und Elisa Schadow ist sich sicher, noch nie etwas so Schönes getragen zu haben.

Von Margrit Hahn

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