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Erste Löwendorfer sind am Abwasserkanal

Dorfentwicklung Erste Löwendorfer sind am Abwasserkanal

Ein Jahr lang mussten sich die Löwendorfer in Geduld üben und Baustellen, Ampelreglung und Wartezeiten in Kauf nehmen. Jetzt sind die ersten Haushalte an den Abwasserkanal angeschlossen – bald sollen fast alle Löwendorfer am Netz sein.

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Ampelregelung mit langen Wartezeiten prägten in den letzten Monaten den Verkehr in Löwendorf

Quelle: Elinor Wenke

Löwendorf. Die Löwendorfer wurden in den vergangenen zwölf Monaten auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Seit Mai 2015 lässt der Wasserver- und Abwasserentsorgungs-Zweckverband Region Ludwigsfelde (Warl) den Ort ans Abwasserkanalnetz anschließen und dafür die Leitungen verlegen. Installiert wird eine innovative Vakuum-Anlage mit Druckleitung. Auch alte Trinkwasserleitungen wurden zum Teil erneuert. „Praktisch das ganze Dorf ist davon betroffen“, sagt Vize-Ortsvorsteher Michael Baumecker, „schätzungsweise 200 Haushalte werden angeschlossen.“ Die Folge waren und sind Straßensperrungen, Ampelregelung und Wartezeiten im Verkehr, von den Belastungen für die einzelnen Grundstücksbesitzer ganz abgesehen.

Stadtverordneter Michael Baumecker (l) und Ortsvorsteher Arno Liersch

Stadtverordneter Michael Baumecker (l.) und Ortsvorsteher Arno Liersch.

Quelle: Elinor Wenke

Besonders betroffen sind die Anwohner der Löwendorfer Chaussee; die Auswirkungen auf diesem Teil der B246 bekommt aber auch der Durchgangsverkehr zu spüren. Wenn dann noch ein Unfall auf dem Berliner Ring den Ausweichverkehr konvoiartig durch die Trebbiner Innenstadt trieb, lagen die Nerven blank.

Kommunalpolitiker nehmen Baufirmen in Schutz

Die Arbeiten laufen jetzt seit einem Jahr und haben sich verzögert. Dennoch wollen Michael Baumecker und Ortsvorsteher Arno Liersch den Baubetrieb nicht zum Sündenbock machen. „Die Zeichnungen waren zum Teil falsch, die Leitungen lagen nicht da, wo sie liegen sollten“, berichtet Arno Liersch. Aus diesem Grund habe man die Leitungen nicht wie geplant unterirdisch „durchschießen“ können, sondern in offener Bauweise verlegen müssen, erklärt Baumecker. Er setzt sich nicht nur als Stadtverordneter (Neue Liste) für die Interessen des Ortsteils ein, sonder nimmt seit zwei Monaten an den wöchentlichen Bauberatungen vor Ort teil.

Bis Ende Mai sind 95 Prozent der Haushalte am Kanal

Langsam können die Löwendorfer aufatmen. Seit dem 5. Mai wurden die ersten Grundstücke an den Kanal angeschlossen. „Etwa zehn Prozent sind inzwischen am Netz“, schätzt Baumecker, bis Ende Mai werden es 98 Prozent sein. Im Juni wird auf der Bundesstraße eine neue Decke aufgebracht, dann sind nochmals Sperrungen nötig. Danach ist Erleichterung angesagt. „Die große Mehrheit der Bewohner ist froh, endlich den Abwasserkanal zu haben“, ist Liersch überzeugt, „das macht auch unser Dorf attraktiver und lockt Zuzügler und Investoren an.“ Die Einwohnerzahl pendelt sich bei 550 ein. Grund zum Feiern gibt es im nächsten Monat. Am 4. Juni wird in der Dorfaue das traditionelle Lindenblütenfest gefeiert.

Für die Attraktivität des Ortsteils wurde viel getan. „Vor einem Jahr konnten wir unser neues Gemeindehaus eröffnen“, berichtet Liersch. Es beherbergt nicht nur das Büro des Ortsbeirates, sondern auch den Verein „Löwendorf ’98“, eine Kindertanzgruppe, ein Planungsbüro, die Patchworkgruppe, Sänger, die Büchertauchbörse und einen großen Saal zum Feiern. Es sollen noch eine Behindertentoilette sowie ein Treppenlift angebracht werden, damit das Gebäude als barrierefreies Wahllokal genutzt werden kann.

Von Elinor Wenke

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